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Bitcoin ist das beste Geld, aber es gibt keinen freien Wettbewerb!

Am von
Bitcoin close up

Bitcoin-Kritiker fragen gerne, wieso die Menschen nicht alle Bitcoin als Geld verwenden, wenn es doch das bessere Geld ist. Die Antwort lautet oft, dass dafür noch zu wenige Menschen den Bitcoin kennen, geschweige denn verstehen. Das ist auch wahr, aber was in dieser Diskussion oft außen vor gelassen wird, ist, dass der Wettbewerb um Geld staatlich unterdrückt wird. In der Regel ist ausschließlich das Papiergeld eines Staates das gesetzliche Zahlungsmittel und somit stark privilegiert.

Gesetzliches Zahlungsmittel

Ein gesetzliches Zahlungsmittel zeichnet sich dadurch aus, dass Verkäufer von Staatswegen dazu verpflichtet sind, es für Bezahlungen, beziehungsweise für Schuldbegleichungen, zu akzeptieren. In der Eurozone ist dies der Euro, in den USA der US-Dollar und in der Schweiz der Schweizer Franken. Zusätzlich müssen meist ausschließlich in dem gesetzlichen Zahlungsmittel Steuern und Gebühren entrichtet werden. Somit müssen die Menschen das staatlich kontrollierte Papiergeld nachfragen.

Die Gelder der Staaten sind heutzutage generell Fiatwährungen. Also durch den Staat monopolisiertes, aus dem Nichts schaffbares, entmaterialisiertes Geld.

Ausnahmen

Es gibt hierbei aber einige Ausnahmen. Zum Beispiel, dass auch besondere Goldmünzen gesetzliche Zahlungsmittel sind. Oft dann aber nur zu ihrem Nennwert, der deutlich unter dem Marktwert liegt. In Deutschland ist das der “Deutsche Goldeuro“ (in etwa 14 Gramm) zu einem Nennwert von 100 Euro. Der Marktwert liegt aber bei rund 900 Euro und somit wäre eine Bezahlung mit der Münze ein riesiges Verlustgeschäft.

Zudem sind in mehreren US-Bundesstaaten (unter anderem Wyoming, Arizona, Texas, Utah) bestimmte Gold- und Silbermünzen zu ihrem aktuellen Marktwert ein gesetzliches Zahlungsmittel. Das heißt in dem Fall aber nur, dass die Edelmetalle mehrwertsteuerbefreit sind und auch keine Steuern auf realisierte Gewinne (Kapitalertragssteuer) anfallen. Ein Annahmezwang besteht dennoch nicht und auch können die Steuern nicht mit den physischen Münzen beglichen werden.

In der Schweiz hingegen können im Kanton Zug und in der Stadt Lugano Steuern und Gebühren sogar mit Bitcoin und auch anderen Kryptowährungen entrichtet werden.

Und dann gibt es natürlich noch El Salvador, das erste Land in dem neben dem US-Dollar auch der Bitcoin das gesetzliche Zahlungsmittel ist. Dort sind Händler auch grundsätzlich dazu verpflichtet, Bitcoin zu akzeptieren, sofern es ihnen technisch möglich ist. Durchgesetzt wird dieses Gesetz allerdings nicht und jeder Händler kann frei entscheiden, welches gesetzliche Zahlungsmittel er akzeptieren möchte. Steuern und Gebühren können hingegen jederzeit mit Bitcoin entrichtet werden und selbstverständlich entfällt die Kapitalertragssteuer.

Weltkarte: Legalität des Bitcoin – Quelle: KUCOIN

Natürlich gibt es noch andere Ausnahmen, wie unter anderem die Zentralafrikanische Republik, Madeira und Prospera. Die aufgeführten Beispiele dürften aber für einen kleinen Überblick genügen und sollen vielmehr unterstreichen, dass alternativen Zahlungsmitteln nur in den seltensten Fällen die gleiche Stellung wie die des Papiergeldes zukommt.

Geldwettbewerb

Hätten wir einen freien Geldmarkt, dann würde sich das beste Geld durchsetzen. Das war auch schon vor der weltweiten Einführung des Fiatgeldes der Fall. Über einen längeren Zeitraum hinweg setzte sich Gold gegen Silber, Kupfer oder auch Muscheln, Salz und Steine durch.

Theoretisch könnten aber natürlich auch verschiedene Gelder parallel existieren. Einem wäre dann nämlich frei überlassen, welches Geld man für Zahlungen akzeptiert und einsetzt. Zum Beispiel wurden eine Zeit lang auch Gold und Silber parallel als Geld verwendet. Um das Jahr 1870 hat sich dann aber der Goldstandard weltweit durchgesetzt.

Es ist nämlich durchaus förderlich, wenn die Menschheit sich auf ein Geld einigt. Man kann so mit einem Geld überall auf der Welt bezahlen. Bei Währungen kann Wettbewerb aber auch disziplinierend wirken.

Was ist (gutes) Geld?

Geld ist ein sehr komplexes Thema und es gibt unterschiedliche Definitionen. Zum Beispiel kann man behaupten, dass Währungen wie Euro und US-Dollar keine wirklichen Gelder sind. Die Euros, die wir auf unserem Bankkonto haben, sind im Endeffekt nämlich nur die Verbindlichkeit einer Bank:

„Gold ist Geld. Alles andere ist Kredit.“

J. P. Morgan (1912)

Eine einleuchtende Definition ist die der Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie: Geld ist in erster Linie einfach nur ein Tauschmittel und infolgedessen auch ein Wertespeicher sowie eine Recheneinheit. Zudem ist Geld ein Gut eigener Klasse („sui generis“). Das heißt, dass mehr Einheiten Geld keinen Nutzen für eine Gesellschaft haben. Geld ist nämlich kein Produktions- oder Konsumgut.

Geld ist zudem essenziell für eine arbeitsteilige Gesellschaft. So können sich Menschen spezialisieren, ihre Arbeitsleistung gegen Geld eintauschen und anschließend damit auf dem Markt aktiv werden. Bei einem Tauschhandel hingegen müsste der Friseur, wenn er Hunger hat, jemanden finden, der ihm im Gegenzug für einen Haarschnitt ein Essen zubereitet.

Ein gutes Geld muss mehrere Bedingungen erfüllen: Es muss homogen, langlebig, teilbar, transportabel/übertragbar, überprüfbar und knapp sein. Dem kann man aber noch hinzufügen, dass ein Geld weitverbreitet und liquide sein soll. Denn das Geld sollte jederzeit eintauschbar und von den Menschen immer nachgefragt werden. Das Stichwort ist hier Netzwerkeffekt.

Knappheit

Gold hat sich gegen die anderen Metalle als Geld durchgesetzt, weil es knapper war. Es gibt jedoch Rohstoffe, die seltener als Gold sind, wie zum Beispiel Rhodium. Rhodium wird aber direkt industriell verkonsumiert und somit ist der Anteil der neuen Menge an der bereits bestehenden Menge immer höher als bei Gold.

Knappheit lässt sich also gut anhand der Inflationsrate eines Geldes messen, also daran, wie viel in einem Jahr dazu kommt als prozentualer Anteil von der bereits bestehenden Menge. [Alternativ auch mit dem „stock-to-flow-ratio“, was im Endeffekt einfach 100 geteilt durch die Inflationsrate ist.] Bitcoin hat aktuell mit rund 1,75 % noch eine höhere Inflationsrate als Gold (aktuell rund 1,5 %). Das wird sich aber mit dem nächsten Halving ändern, denn die Menge an Bitcoin, die pro Block neu in den Umlauf kommt, wird alle 210.000 Blöcke (grob alle 4 Jahre) halbiert. Bitcoin wird voraussichtlich im Jahr 2140 letztlich eine Inflationsrate von 0 % haben.

Bitcoin Inflationsrate in % – Quelle: Glassnode
Gold Inflationsrate in % – Quelle: Lyn Alden Newsletter

Der US-Dollar, repräsentativ für die besseren Fiatwährungen, wurde hingegen mit einer Rate von mehr als 7 % über die letzten Jahrzehnte ausgeweitet. Die schwächeren Währungen, wie zum Beispiel der nigerianische Naira oder der venezolanische Bolívar, sogar mit einer deutlich höheren Rate.

Geldschöpfung

Fiatwährungen können von Zentralbanken und dazu befähigten Geschäftsbanken aus dem Nichts kreiert werden. Es liegt also im Ermessen der Geldpolitik, in welchem Maße sich die Geldmenge verändert und somit ist Fiatgeld nie wirklich knapp.

Gold und Bitcoin zu finden kann theoretisch jeder, aber im Gegensatz zum Fiatgeld muss dafür eine Leistung erbracht werden. Der Unterschied zwischen Gold und Bitcoin ist jedoch, dass die Goldmenge stärker steigt, je höher der Gegenwert ist. Dann wird es nämlich rentabler, mehr und kostenintensiver danach zu suchen. Das resultiert letztendlich in mehr verfügbarem Gold, auch wenn dies nur begrenzt möglich ist. Deshalb unterliegt die Inflationsrate von Gold auch recht starken Schwankungen. Bei Bitcoin hingegen ist egal, wie viel Arbeitsaufwand erbracht wird, um Bitcoin zu minen: Die dazukommende Menge ist mathematisch begrenzt und die Schwierigkeitsanpassung sorgt dafür, dass nur im Schnitt alle zehn Minuten neue Einheiten in den Umlauf gelangen. Wir können also ausschließen, dass es jemals mehr als die knapp 21 Millionen Einheiten geben wird.

Bei Gold können wir auch nicht wissen, wie viel tatsächlich auf diesem Planeten existiert und wie viel noch erschlossen werden kann durch zum Beispiel Meteoriten oder den Goldabbau auf anderen Planeten. Des Weiteren ist auch nicht komplett auszuschließen, dass Gold irgendwann künstlich hergestellt werden kann.

Fälschungssicherheit

Bei Gold und Fiatgeld ist es zudem für normale Menschen ohne Hilfsmittel recht schwierig festzustellen, ob es sich nicht um eine Fälschung handelt. Bitcoin hingegen ist komplett fälschungssicher. Man kann nämlich auf der Bitcoin-Blockchain einfach einsehen, ob tatsächlich die versprochene Menge an Bitcoin der jeweiligen Adresse nun zur Ausgabe bereitsteht. Am besten betreibt man dafür aber eine eigene Bitcoin Full Node. Mit dieser hält man die gesamte Historie der Bitcoin-Blockchain selbst vor und muss so wirklich niemandem vertrauen.

Nutzbarkeit

Bitcoin hat auch die Nase vorn, wenn es um die Übertragbarkeit geht, denn Bitcoin kann in seiner Grundeigenschaft in ein paar Minuten quer über den Globus versendet werden. Mit Lightning gelingt dies sogar in Sekundenschnelle und mit nahezu Null Gebühren. Bei Gold wäre das nur mittels Zertifikaten möglich und somit müsste einer zentralen Stelle vertraut werden. Fiatgeld ist tatsächlich gut handhabbar, aber bei Transaktionen in ferne Länder stößt auch diese Form von Geld, respektive das Bankensystem, an seine Grenzen. Abgesehen von Barzahlungen müssen wir auch immer einem Mittelsmann vertrauen. Tatsächlich werden bei digitalen Fiat-Transaktionen auch nur Informationen ausgetauscht und das wirkliche Geld wird zwischen den Banken dann erst gebündelt nach einer bestimmten Zeit versendet. Das kann dem Verbraucher aber erst einmal egal sein.

Mit Gold selbst ist es aber auch sehr aufwendig Kleinstbeträge zu begleichen. Die kleinste Goldmünze ist in der Regel 1/20 Unze schwer und hat aktuell einen Gegenwert von rund 100 Euro. Zusätzlich gilt: je kleiner die Münze, desto größer der Aufpreis für die Prägung. Möchte man also nicht auf Zertifikatslösungen zurückgreifen, dann wird es schon mal schwer im Supermarkt mit Gold einzukaufen.

Vergleich: verschiedene Goldmünzen vs. 1 Euro Münze – Quelle: GoldSilberShop.de

Ein Bitcoin besteht aus 100 Millionen Satoshis und derzeit hat ein Satoshi den Gegenwert von in etwa 0,0002 Euro-Cent. Das ermöglicht Mikro-Transaktionen. Da Bitcoin digital ist, wäre es bei Bedarf auch möglich, einen Bitcoin in noch kleinere Einheiten aufzuteilen.

Bitcoin ist auch besser transportierbar als Gold. Mit einer kleinen Menge an Gold kann zwar verhältnismäßig viel Wert transportiert werden, aber die Tatsache, dass Gold physisch ist, hat Nachteile: Bei sehr großen Mengen wird der Transport ungemein kostspielig und es besteht ein Überfallrisiko. Bitcoin kann hingegen überallhin kostenlos und versteckt transportiert werden. Dafür müsste man lediglich seinen Private Key im Kopf behalten. So kann man etwa autoritäre Regime mit einem großen Vermögen verlassen und an einem anderen Ort wieder auf seine Bitcoin zugreifen. Bei Fiatgeld ist das hingegen problematisch. Selbst bei einer Ausreise aus der EU muss eine Bargeldmenge von über 10.000 Euro angemeldet werden. Eine große Bargeldmenge mitzuführen, sorgt zudem immer für Aufsehen und Probleme bei Grenzüberschreitungen.

Zensurresistenz

Bitcoin ist aufgrund seiner Dezentralität zensurresistent. Fiatgeld und Gold sind es in ihrer physischen Form auch, aber bei digitalen Transaktionen muss immer Mittelsmännern vertraut werden. Auf diese Mittelsmänner kann Druck ausgeübt werden, zu zensieren. Das ist tatsächlich auch nicht selten zu beobachten. Die Enthüllungsplattform WikiLeaks wurde 2010 zum Beispiel von PayPal gesperrt und hat dann Spenden via Bitcoin akzeptiert. Auch können Konten bei Banken eingefroren werden oder auch Zahlungsdienstleister theoretisch einfach Geld als Strafe abbuchen, wenn man “Missinformationen“ verbreitet.

Im Bitcoin-Netzwerk sind jegliche Zensurversuche gescheitert. Bitcoin-Miner, die einen gültigen Block finden, könnten theoretisch gezielt Transaktionen nicht mit in diesen Block nehmen. Wenn das aber andere Miner erkennen, dann können diese die Blöcke nicht anerkennen und somit verdienen die zensierenden Miner kein Geld. Es gibt also starke ökonomische Anreize, nicht zu zensieren.

Homogenität

Gold, Bitcoin und Fiatgeld sind homogen. Das heißt, dass eine Einheit des Geldes immer einer anderen entspricht. 5 Euro sind immer 5 Euro, ein Gramm Gold ist immer ein Gramm Gold und ein Bitcoin ist immer ein Bitcoin. Bei Land oder Immobilien wäre das hingegen nicht gegeben. Trotz der gleichen Größe kann etwa die Lage einen großen Unterschied im Wert rechtfertigen.

Langlebigkeit

Ein gutes Geld darf nicht mit der Zeit verfallen respektive seine physische Eigenschaft verlieren. Bei digitalem Fiatgeld und Bitcoin wäre dies gegeben. Gold ist ein äußerst robustes Metall und erfüllt diese Eigenschaft ziemlich gut. Das erkennen wir auch daran, dass es noch hunderte Jahre alte Goldmünzen gibt. Bargeld ist hingegen anfällig für Brände oder auch Hochwasser. Dazu kommt noch, dass Banknoten mitunter ihre Gültigkeit verlieren und eingetauscht werden müssen.

Zwischenfazit

Ein gutes Geld muss knapp sein. Gold und Bitcoin sind nicht nur knapper, sondern auch deutlich fairer als das weltweit verbreitete Fiatgeld. Dabei ist Bitcoin aber nicht nur knapper als Gold, sondern auch um Welten besser für eine digitalisierte und globalisierte Welt geeignet. Da Gold sich in seiner nativen Form nicht gut als Zahlungsmittel eignet, war es auch möglich den Goldstandard 1971 endgültig wieder abzuschaffen. Bitcoin könnte hingegen mittels „Second Layer Technologien“, wie dem Lightning-Netzwerk skalieren und somit dem Fiatgeld auch in puncto Nutzbarkeit in nichts nachstehen.

Wenn Du es Dir also ganz frei aussuchen könntest, welches Geld würdest Du am liebsten nutzen? Ein Geld, das auf Knopfdruck vermehrt werden kann oder eines, das physisch oder mathematisch begrenzt ist? Vermutlich würdest Du Dich wohler fühlen, wenn das Geld, das Du im Gegenzug für eine Leistungserbringung erhalten hast, nicht von anderen Menschen ohne diese hergestellt werden kann.

Wir würden uns vermutlich auf das Geld einigen, was die Merkmale für ein gutes Geld am besten erfüllt und zudem am schwierigsten auszuweiten ist, damit das Geld auch möglichst gut seinen Wert erhalten kann.

Bitcoin vs. andere Kryptowährungen

Einige der oben aufgeführten Vorteile des Bitcoin könnten auf den ersten Blick auch auf andere Kryptowährungen zutreffen. Bitcoin setzt sich hier aber eindeutig ab:

Bitcoin ist die einzige wirklich dezentrale und nicht korrumpierbare Kryptowährung. Wichtig herauszustellen ist, dass keine relevante Kryptowährung auf dieser Ebene überhaupt versucht eine Konkurrenz darzustellen. Vielmehr versuchen die sogenannten Altcoins das bessere Zahlungsmittel zu sein, indem sie auf der Blockchain selbst mehr Transaktionen zulassen. Das geht dann aber auf Kosten der Dezentralität und der Sicherheit, was ohne einen Staat im Rücken die Grundpfeiler des Vertrauens sind. Eine größere Anzahl an Transaktionen macht es nämlich für den normalen Menschen quasi unmöglich selbst die Transaktionshistorie nachzuhalten, ergo muss Dienstleistern vertraut werden.

Altcoins versuchen also ein Zahlungsmittel zu werden, ohne sich als Wertespeicher zu eignen, respektive mit Bitcoin in der Hinsicht konkurrieren zu können. Damit aber ein Geld zunehmend für Zahlungen akzeptiert wird (freiwillig), muss es sich zuvor als Wertespeicher etabliert haben. Bitcoin ist die Kryptowährung mit dem stärksten Netzwerkeffekt und dem größten Marktwert.

Veranschaulichung der Bitcoin-Adoptionskurve: Erst Wertespeicher dann Zahlungsmittel – Quelle: Twitter

Bitcoin perfektioniert es ein Wertespeicher zu sein und die Blockchain dient dabei als Absicherung dieses Wertes. Für die Funktion des Zahlungsmittels kommen dann die „Second Layer Technologien“ ins Spiel, über die unbegrenzt Transaktionen durchgeführt werden können. Das aber nicht auf Kosten der Sicherheit, Dezentralität oder auch Knappheit des Bitcoin.

Bitcoin als Zahlungsmittel verwendbar?

Außer in ein paar Ländern, wie in China oder in der Türkei, ist es grundsätzlich erlaubt für den Zahlungsverkehr auf Bitcoin auszuweichen. Zwar ist es für Verkäufer nicht verpflichtend, Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren, aber ein Annahmezwang ist in aller Regel auch nicht im Sinne freiheitsliebender Menschen.

Über das Lightning-Netzwerk kann bereits an vielen Orten günstig mit Bitcoin gezahlt werden. Die Gebühren sind sogar deutlich niedriger als bei üblichen Kartenzahlungen. Die Händler tauschen in aller Regel jedoch die Bitcoin direkt in die Fiatwährung. Dennoch gibt es aber auch einige Unternehmen, wie das Hotel “Princess“ in Plochingen bei Stuttgart, die Bitcoin nicht nur als Zahlungsmittel akzeptieren, sondern auch (zumindest einen Teil) der empfangenen Bitcoin behalten.

Dennoch sind Bezahlungen mit Bitcoin eher eine Seltenheit. Wenn man nämlich nicht auf Zensurresistenz oder Privatsphäre angewiesen ist, dann ergibt es durchaus Sinn in Bitcoin zu sparen und das an Wert verlierende Fiatgeld für Zahlungen zu verwenden.

Nachteile alternativer Zahlungsmittel

Alternative Zahlungsmittel zu benutzen, hat nämlich aktuell einige Nachteile.

Durch das Nutzen eines alternativen Geldes erhofft man sich in der Regel zumindest längerfristig einen Wertzuwachs gemessen in der Fiatwährung. Ein großer Nachteil ist es aber dann, wenn bei jeder Transaktion Steuern auf Gewinne anfallen. Ob man seine Bitcoin vorher in die jeweilige Währung tauscht oder direkt damit bezahlt, spielt keine Rolle. In Deutschland sind Gewinne auf Gold und Bitcoin nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. In den USA gibt es diese Haltefrist nicht und es müssen (bis auf ein paar Ausnahmen) immer Steuern auf Gewinne abgeführt werden.

Das kann es ungemein kompliziert und aufwendig machen, Bitcoin als Zahlungsmittel zu verwenden. Man muss den Wechselkurs zum Tauschzeitpunkt festhalten und dokumentieren, zu welchem Gegenwert und auch wann die Satoshis erworben wurden. Tools, die dir diese Arbeit abnehmen können sind “Cointracking“ für Verbraucher und “BTCPay Server“ für Händler.

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Wenn man Bitcoin als Zahlungsmittel verwendet, kann man die Adoption vorantreiben. Einerseits zeigt es anderen Menschen, dass Bitcoin als Geld verwendbar ist und andererseits profitiert auch die Nutzbarkeit des Lightning-Netzwerks selbst, wenn dort mehr Liquidität vorherrscht.

Ein riesengroßes Problem ist es auch, wenn bei alternativen Zahlungsmitteln die Mehrwertsteuer anfällt. In Deutschland fällt zum Beispiel beim Erwerb von physischem Silber die volle Mehrwertsteuer von 19 % an. Das heißt, dass man bei einem Kauf im Gegenwert von 1.000 Euro nur 810 Euro in Silber erhält. Silber wäre sonst eigentlich relativ gut für alltägliche Barzahlungen geeignet, da eine kleine Münze (1/20 Unze) den Gegenwert von ungefähr einem Euro hat.

Auch schwanken die Kurse der alternativen Zahlungsmittel, gemessen in der Währung, die in dem Gebiet als Recheneinheit dient. So kann es auch sein, dass man über einen bestimmten Zeitraum starke Kaufkraftverluste einfährt, wenn man auf Bitcoin oder auf Gold setzt. Für risikoaverse Menschen ist das dementsprechend auch eine große mentale Herausforderung. Die Schwankungen (Volatilität) des Bitcoin sollten einen aber nicht verunsichern.

„Volatilität ist auf dem Weg der Monetarisierung unvermeidlich. Ein neues Geld kann definitionsgemäß nicht ohne Aufwärtsvolatilität von null auf Billionen gehen. Und mit Aufwärtsvolatilität kommen Spekulanten, es wird gehebelt und Perioden von Abwärtsvolatilität folgen.“

Lyn Alden, Marktanalytikerin

Staatliche Bildung, Ökonomie und Meinungsbildung

In der Schule oder in den Universitäten wird kaum für das Thema Geld sensibilisiert. Außerdem ist die Österreichische Schule der Nationalökonomie selbst in einem Wirtschaftsstudium eher eine Randerscheinung oder bleibt gar gänzlich unerwähnt. Böse Zungen würden behaupten, dass in den staatlichen Bildungseinrichtungen absichtlich nicht über unser Finanzsystem aufgeklärt wird, damit die breite Bevölkerung nicht realisiert, dass unser Geld aus dem Nichts erschaffen werden kann. In den USA glauben sogar noch knapp 30 % der Bevölkerung, dass der US-Dollar mit Gold gedeckt ist.

„Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“

Henry Ford, Unternehmer

Des Weiteren sind die meisten der relevanten Ökonomen bei den Zentralbanken selbst angestellt. Ansonsten arbeiten sie an staatlichen Universitäten oder treten als Experte in den staatlichen Medien auf. Auch gibt es auch einfach einige Akteure, die von dem Fiatgeldsystem profitieren.

Zudem versuchen die Zentralbanken selbst gezielt Alternativen wie den Bitcoin schlechtzureden:

EZB: „Bitcoin ist kein Geld“

Auszug aus einem aktuellen Artikel der EZB

Ein Argument der Europäischen Zentralbank (EZB) dafür, dass Bitcoin kein Geld ist, ist dass Bitcoin nicht die Funktion eines Mittels zur Wertaufbewahrung erfüllt. Um das Argument zu entkräften, lohnt sich ein Blick auf die Kaufkraftentwicklung des Bitcoin im Vergleich zu Fiatwährungen. Die folgenden Charts stammen von der US-Zentralbank St. Louis und sollten eigentlich die Schwankungen des Bitcoin im Vergleich zum US-Dollar verdeutlichen. Wenn man da aber den Betrachtungszeitraum erweitert, dann zeichnet sich ein klares Bild ab:

Preis für 12 große Eier gemessen in US-Dollar – Quelle: FRED St. Louis
Preis für 12 große Eier gemessen in Satoshis – Quelle: FRED St. Louis

Und dabei ist der US-Dollar noch die stärkere Währung als der Euro. Dass also die EZB dem Bitcoin abspricht, ein Wertaufbewahrungsmittel zu sein, ist obszön. Zudem behauptet die EZB, dass der Bitcoin kein zuverlässiges Tauschmittel ist. Wenn damit gemeint ist, dass Bitcoin nicht überall als Zahlungsmittel akzeptiert wird, dann ist die Aussage nachvollziehbar. Aus einer anderen Sicht betrachtet ist aber nichts so zuverlässig wie zensurresistente Bitcoin-Transaktionen, die niemand rückgängig machen kann. Die Aussage, dass Bitcoin keine Recheneinheit ist, ist grundsätzlich wahr. Aufgrund der starken Schwankungen des Bitcoin, gemessen in Gütern, eignet er sich tatsächlich noch nicht gut, um damit Güter zu bepreisen. Das sollte sich aber bei einer weiteren Verbreitung des Bitcoin ändern.

Dass Zentralbanken sich gegen Bitcoin wenden, sollte einen nicht überraschen. Bitcoin als das Geld der Welt würde Zentralbanken obsolet machen.

Niemand sägt gerne an dem Ast, auf dem er sitzt. Das Fiatgeld gibt den Staaten Macht und Kontrolle. Mit einem freien Geldmarkt wären die Staaten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht in der Lage, in der (aufgeblasenen) Form zu existieren, in der sie es heute tun.

Ausblick

Da niemand gerne freiwillig Macht abgibt, ist davon auszugehen, dass Staaten weiterhin versuchen werden, die Wettbewerber zu unterdrücken. Vor allem auch dann, wenn sich die Konkurrenzsituation verschärft, also zum Beispiel immer mehr Menschen Bitcoin der Fiatwährung vorziehen. Noch sehen aber einige Politiker den Bitcoin als nicht ernst zu nehmende Konkurrenz an.

Das staatliche Geldmonopol mit seinen vielen Problemen wird uns vermutlich noch viele Jahre begleiten.

„Es besteht weniger Grund denn je für die Hoffnung, dass Staaten vertrauenswürdiger werden, solange das Volk keine andere Wahl hat, als dasjenige Geld zu verwenden, das der Staat ihm zur Verfügung stellt.“

Friedrich August von Hayek, Vertreter der Österreichischen Schule und starker Befürworter eines freien Geldmarktes

Die Hoffnung für eine bessere Welt kann jedoch bestehen, da wir noch eine Wahl haben. Darauf kann aufgebaut werden:

Ein kleiner Schritt in Richtung eines freieren Wettbewerbs wären Gesetze, die Transaktionen mit Bitcoin bis zu einer bestimmten Höhe als steuerlich irrelevant deklarieren würden. Es gibt zudem bereits Bestrebungen, zum Beispiel im US-Bundesstaat Texas, Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel einzuführen. Dass sich hierfür hochrangige US-Politiker einsetzen, zeigt, dass es auch einflussreiche Kräfte gibt, denen etwas an einem freieren Geldmarkt zu liegen scheint. Die Bitcoin-Community ist in den USA mittlerweile eine nicht zu unterschätzende Interessengruppe geworden – Tendenz steigend. So kann es auch schon für den Wahlerfolg entscheidend sein, wenn sich Politiker positiv gegenüber Bitcoin positionieren. Das ist tatsächlich auch schon zu beobachten.

Spieltheorie

Oft spricht man in dem Zusammenhang auch von der Spieltheorie. Grob zusammengefasst ist das die Annahme, dass Staaten quasi dazu gezwungen werden Bitcoin zuzulassen, damit sie nicht ins Hintertreffen gegenüber anderen Staaten geraten. Für den Fall, dass sich Bitcoin letztendlich als das Geld der Welt durchsetzt, ist es förderlich so früh wie möglich mit an Bord zu sein. Auch kann die ganze Industrie rund um Bitcoin Arbeitsplätze vor Ort schaffen und die Steuereinnahmen erhöhen. Oder es kann, wie in El Salvador, auch durch den Bitcoin-Tourismus wirtschaftlich profitiert werden. Dadurch könnten sich auch andere Länder dazu genötigt sehen, dem Beispiel zu folgen.

Fazit

Bitcoin ist anderen Formen von Geld deutlich überlegen und würde sich mutmaßlich in einem freien Wettbewerb um Geld mit der Zeit durchsetzen. Dazu muss sich Bitcoin aber weiter als Wertespeicher etablieren und an Verbreitung gewinnen.

Auch wenn es grundsätzlich nicht verboten ist auf alternative Zahlungsmittel zurückzugreifen, setzen die Staaten Anreize ihr Fiatgeld zu benutzen. Ein freier Wettbewerb für Geld ist in weiter Ferne, auch wenn förderliche Entwicklungen zu beobachten sind. Ob die Staaten bei einer weiteren Verbreitung des Bitcoins versuchen den Riegel vorzuschieben, bleibt abzuwarten. Das zu versuchen würde nämlich letzten Endes nur wieder zeigen, dass Bitcoin nicht verboten werden kann.


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