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In den letzten Tagen und Wochen ist der MaraPool, ein Bitcoin-Mining-Pool, der vom börsennotierten Unternehmen Marathon Digital Holdings betrieben wird, stark in die Kritik geraten. Dieser Kritik will das Unternehmen nun mit einer 180°-Wende entgegenwirken und ihre Entscheidungen künftig im Einklang mit dem Willen der Bitcoin-Community und den anderen Mining-Unternehmen treffen.

Der Zensur-Pool

Bereits kurz nach dem Einkauf von ca. 70.000 ASIC Mining-Geräten im Dezember 2020, verkündete das Unternehmen, dass sie ihren mehr als 10 EH/s starken Mining-Pool dafür verwenden werden, ausschließlich Blöcke zu minen, die den Richtlinien des OFAC (Kontrollbehörde des Finanzministeriums der USA) entsprechen. Um dem OFAC gerecht zu werden, zensiert der MaraPool alle Transaktionen von Personen die auf verschiedenen Listen des US-Finanzministeriums auftauchen oder nicht durch KYC eindeutig identifizierbar sind.

Damit einhergehend weigerte sich das Mining-Unternehmen bisher auch ihre Bereitschaft für das Taproot-Update zu signalisieren, da dieses schließlich mehr Privatsphäre in die Transaktionen auf der Bitcoin-Blockchain bringen wird und somit deren angestrebte Zensur deutlich erschwert.

Es dürfte für die meisten Leserinnen und Leser dieses Beitrags nur wenig verwunderlich sein, dass ein derartiges Vorgehen, schnell die Abneigung der Bitcoin-Community auf sich zog. Immerhin sind Freiheit und Offenheit zwei wichtige Kernaspekte des Bitcoin-Ethos. Es wäre eine Sache, gezwungen zu sein, staatlichen Regulierungen Folge zu leisten, aber das freiwillige und aktive Zensieren von Transaktionen, nur, um eventuell den Behörden zu gefallen ist etwas komplett anderes. Der Specter-Entwickler und bekannte Bitcoiner Ben Kaufman, lies seiner Wut bei Twitter freien Lauf. Er schrieb:

„F***t euch Marathon. Im Ernst. Ihr seid eine Schande für die Mining-Industrie und ein Feind des #Bitcoin. Ich hoffe ihr geht pleite.“

Druck aus der Community

Der Druck aus der Community auf Marathon wuchs immer mehr und es kam sogar der Vorschlag auf, dass die Fullnode-Betreiber dem MaraPool die Zensur einfach in gleichem Maße zurückzahlen könnten.
Wenn diese nämlich die vom MaraPool geschürften Bitcoins einfach nicht anerkennen und ebenfalls zensieren würden, wären diese wertlos, da sie vom Netzwerk nicht akzeptiert würden. Dies hätte natürlich extreme finanzielle Einbußen für Marathon Digital Holdings zur Folge und deren Mining-Betrieb könnte nicht mehr aufrechterhalten werden.

Ben Kaufman prophezeite:

„Marathon wird dazu gezwungen sein, sich zu beugen und das Taproot-Update einzuspielen oder sie werden ziemlich schnell ihren Betrieb einstellen müssen. So einfach ist das.“

180°-Wende von Marathon

Nun kam es, wie es kommen musste und Kaufmans Vorhersage wurde zur Realität. Am gestrigen Abend verkündete Fred Thiel, der neue CEO der Marathon Digital Holdings, die Kehrtwende seines Unternehmens. Er gab an, dass der MaraPool künftig keine Transaktionen mehr zensieren werde und außerdem die eigenen Nodes auf die neue Bitcoin-Core Version 0.21.1 upgedatet werden, um die Taproot-Bereitschaft signalisieren zu können. Welche Rolle der neue CEO bei dieser Entscheidung spielte ist noch unklar, jedoch gab er selbst an, ein Unterstützer des Bitcoin-Ethos zu sein.

Thiel erklärte:

„Ich bin jetzt seit knapp 30 Tagen bei Marathon Digital Holdings und während ich mich noch immer in meiner neuen Rolle zurechtfinden muss, möchte ich jeden wissen lassen, dass ich ein Unterstützer und Verfechter der grundlegenden Prinzipien der Bitcoin-Community bin. Allen voran in Bezug auf Dezentralisierung, Inklusion und Zensurfreiheit. Deswegen möchte ich Ihnen einige spannende Änderungen mitteilen, die wir vornehmen werden, um Marathon mit der übrigen Miningindustrie in Einklang zu bringen. Noch in dieser Woche werden wir alle unsere Miner auf die Bitcoin Core Version 0.21.1 updaten – einschließlich der Unterstützung für Taproot. […] Wir werden Transaktionen auf der Bitcoin Blockchain auf die gleiche Weise verifizieren wie alle anderen Miner, die die Standard Nodesoftware verwenden und wir werden keine Transaktionen zensieren.

[…] Ich freue mich darauf ein kooperationsbereites und unterstützendes Mitglied der Community zu sein, um unsere geteilte Vision von Bitcoin als erstem dezentralem Peer-to-Peer-Zahlungsnetzwerk, welches von seinen Nutzern betrieben wird und ohne zentrale Instanz oder Mittelsmänner auskommt, wahr werden zu lassen.“

Der Erfolg der Cyber-Hornissen

Der Microstrategy-CEO Michael Saylor bezeichnete Bitcoin bzw. die Bitcoin-Community vor einiger Zeit als „einen Schwarm von Cyber-Hornissen“ bezeichnet. Diese Cyber-Hornissen bewiesen wieder einmal die Stärke und den Einfluss der Community auf das Netzwerk. Sie gingen abermals siegreich aus dem Kampf für ihre Vision von einem freien Geldsystem hervor, was anschließend natürlich in bester Internet-Manier mit einigen MEMEs gefeiert wurde. Zum Abschluss dieses Beitrags möchten wir euch einige Exemplare natürlich nicht vorenthalten.

Video

Falls dich Romans Gedanken zu diesem Beitrag interessieren, sieh dir das dazugehörige Video von ihm an:


Schön zu hören, dass sich MARA nun dem Willen der Chefprogrammierer beugt. Falls du auch Chefprogrammierer werden möchtest, kannst du dir schonmal die nötige Arbeitskleidung in unserem Blocktrainer-Shop bestellen: