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Wochenrückblick KW 4/21

Inhaltsverzeichnis

Fake News: Double Spend bei BTC?

Mitte der Woche sorgte eine Falschmeldung über eine angebliche Doppelausgabe von Bitcoins für Aufsehen in der Krypto-Welt.

Das Szene-News Portal “Cointelegraph” hatte darüber berichtet, dass das Bitcoin-Netzwerk angeblich den selben Bitcoin in zwei unterschiedlichen Transaktionen verarbeitet habe. Eine der wichtigsten Eigenschaften bei der Erfindung von Bitcoin war jedoch genau die Verhinderung dieses Szenarios, des sogenannten “Double Spendings”. Hätte sich diese Behauptung als wahr herausgestellt, wäre dies ein großes Desaster für die “Mutter aller Kryptowährungen” gewesen.

Tatsächlich musste man kein Experte sein, um zu verstehen, dass die Nachrichtenmeldung voreilig verfasst wurde und der Autor ein Ereignis, welches sich nahezu wöchentlich in der Bitcoin Blockchain abspielt, lediglich falsch interpretiert hatte. Dass das Portal die Meldung bis heute und trotz mehrmaliger Hinweise noch immer online hat, zeugt im Übrigen davon, dass man diese Newsseite besser meiden sollte.

Hier eine kurze, stichpunktartige Erklärung, wie es zu dieser und ähnlichen Situationen kommen kann:

  • Zwei Miner haben nahezu zeitgleich einen unterschiedlichen Block mit selber Blockhöhe gefunden.
  • Für kurze Zeit existierten demnach zwei verschiedene BTC-Blockchains.
  • Auf diese Weise ist es möglich, dass eine Transaktion mit den selben Inputs zeitgleich in zwei verschiedenen Blöcken aufgenommen wird.
  • Die anderen Miner erhalten in unterschiedlichen Geschwindigkeiten die Informationen über die neuen Blöcke und sie bauen ihre Kette auf dem Block weiter, von dem sie zuerst erfahren.
  • Eine wichtige Regel im Bitcoin Protokoll besagt, dass die Kette als allein gültig angesehen wird, in die die meiste Rechenleistung geflossen ist.
  • Nach einiger Zeit, ist eine der beiden Ketten länger als die andere und wird zur gültigen Version der Blockchain.
  • Die Transaktion in der “langen Kette” wird für gültig erklärt und die Transaktion in der “verwaisten Kette” für ungültig.
  • Somit gab es keine Doppelausgabe, da nur eine der beiden Transaktionen Gültigkeit besitzt.

Da viele Personen im Krypto-Space leider nur ein rudimentäres Verständnis der technischen Vorgänge haben, führte die Falschmeldung bei einigen Investoren schnell zu Panikverkäufen, die eigentlich nicht nötig gewesen wären, da das Netzwerk genau so funktionierte wie geplant.

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Quelle: https://pbs.twimg.com/media/EsWj7NuXUAEVJ3b?format=jpg&name=medium

Die kanadische VR/AR Firma NexTech kaufte erst kürzlich etwas mehr als 130 BTC zum Zwecke der Kapitaldiversifikation. Nachdem der NexTech CEO Evan Gappelberg von dem vermeintlichen Double-Spend erfahren hatte, veranlasste er direkt einen Verkauf der Bitcoins. In einer Pressemitteilung verkündete er, dass er einen Vertrauensverlust in das System befürchtete und deswegen die BTC wieder in Cash umwandelte.

In den sozialen Medien wurde sich natürlich schnell darüber lustig gemacht, dass eine Tech-Firma mehrere Millionen in Bitcoins investiert hat, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben, wie das System eigentlich funktioniert.

Viele sprachen auch davon, dass NexTech als die “schwächsten Hände” der BTC-Geschichte in die Annalen eingehen werden.

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Hier ein Beispiel, wie sich Twitter-User über NexTechs Verkauf lustig machten

Déjà-vu: Microstrategy schlägt erneut zu und kündigt Event an

Die Kurskorrektur, die Gerüchten zufolge teilweise auch durch die Fake-News mit befeuert wurde, nutzen die Wiederholungstäter von Microstrategy um CEO Michael Saylor dazu, ihr BTC-Portfolio um weitere 314 BTC auf nun 70784 BTC aufzustocken. Das Unternehmen investierte nochmals 10 Millionen USD zu einem Durchschnittspreis von 31.808 USD pro Bitcoin.

Zusätzlich zu den Nachrichten eines erneuten BTC-Investments kündigte Saylor in einem TV-Interview an, dass sein Unternehmen im Februar eine Online-Konferenz abhalten wird, um andere Firmen darüber aufzuklären, wie man Bitcoin strategisch als Kapitalreserve nutzen kann. Dabei möchte Microstrategy auch die eigenen Taktiken und Strategien mit den teilnehmenden Unternehmen teilen und Hilfestellung für die finanziellen, rechtlichen und buchhalterischen Aspekte liefern.

Bisher haben sich laut Saylors Aussagen bereits tausende Geschäftsführer, Direktoren und Unternehmensberater für die “Bitcoin for Corporations”-Conference angemeldet. Dadurch das Microstrategy auch das eigene “Playbook” veröffentlichen wird, wie man als Unternehmen ein Investment in Bitcoin am geschicktesten realisiert, könnten im Anschluss an diese Konferenz also zahlreiche neue institutionelle Investoren in den Markt eintreten.


Blackrock steigt in den Bitcoin-Markt ein

Aus zwei Anträgen (Antrag 1; Antrag 2), die am 20. Januar bei der amerikanischen Securitites and Exchange Commission (SEC) eingereicht wurden, geht hervor, dass die weltgrößte Vermögensverwaltungsgesellschaft BlackRock Inc. plant, über zwei seiner Fonds sogenannte-Bitcoin Futures zu kaufen. Bei den Fonds handelt es sich um den BlackRock Fund V sowie den BlackRock Global Allocation Fund. In beiden Anträgen wies das Unternehmen, welches insgesamt fast 9 Billionen US-Dollar an Kapital verwaltet, auch auf einige Risiken hin, die mit einem solchen Investment einhergehen würden.

Bereits letzten Monat merkte BlackRock-CEO Larry Fink während einer Podiumsdiskussion an, dass Bitcoin als Anlageklasse immer mehr an Bedeutung und Legitimität gewinnt.

Ein Einstieg von BlackRock in den Bitcoin-Markt, würde die Legitimität für andere Investoren sicherlich noch einmal auf eine ganz andere Ebene heben.


Biden legt Pläne für Wallet-Regulierung erstmal auf Eis

Kurz nach Amtsantritt erklärte der neue US-Präsident Biden, dass vorübergehend alle Regierungsvorschläge der alten Administration auf Eis gelegt werden, bis die neue Regierung diese überprüfen konnte.

Dieser Erlass betrifft auch den umstrittenen Vorschlag des (ehemaligen) Finanzministers Steve Mnuchin, eine Art Wallet-KYC für Kryptowährungen einzuführen, wie es vor kurzem auch in den Niederlanden erlassen wurde.

Diese Regularien sehen es vor, dass Nutzer von Krypto-Börsen, die ihre Bestände in ihr privates Wallet transferieren möchten, detaillierte persönliche Informationen zu Transaktionen, die eine Grenze von 3000 USD übersteigen, liefern müssten.

Viele amerikanische Krypto-Befürworter sind zuversichtlich, dass die Mnuchin-Nachfolgerin Janet Yellen die Pläne stoppen wird. Ob sie damit richtig liegen, wird sich voraussichtlich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.


OKCoin integriert Lightning Netzwerk

Bereits Ende letzten Jahres kündigte die beliebte Exchange “Kraken” an, noch im Frühjahr 2021 das Lightning-Netzwerk für Bitcoin Ein- und Auszahlungen in ihre Börsen-Plattform zu integrieren. Diese Nachricht sorgte für viel positive Stimmung in der Bitcoin-Community. Mit der global agierenden Börse OKCoin kündigte diese Woche eine weitere Exchange die Lightning Integration für das erste Quartal 2021 an. Dadurch können deren Kunden die Abhebegebühren, die Abhebelimits und die für eine Abhebung benötigte Zeit auf ein Minimum reduzieren.

In einem Blogpost schreibt OKCoin:

“Als Teil unserer fortlaufenden Bemühungen, das beste Handelserlebnis für unsere Kunden zu schaffen, freuen wir uns heute sehr, bekannt zu geben, dass OKCoin das Lightning Netzwerk im ersten Quartal 2021 in die OKCoin Börse integrieren wird.”

Hong Fang, der OKCoin-CEO sagte außerdem:

“Das Lightning-Netzwerk erfordert, wie auch Bitcoin, ein Netzwerk von Nodes und die Adoption der Technologie, um das Beste aus seinen Fähigkeiten zu machen. Als Teil unserer Analyse der Technologie haben wir die Stärke und Qualität der einzelnen Nodes bewertet und sind nun der Meinung, dass das Netzwerk mittlerweile stark genug ist, um als Börse mit einem hohen Volumen an Auszahlungen und Einzahlungen pro Tag teilzunehmen. Wir hoffen, dass andere Blockchain-Unternehmen diesem Beispiel folgen werden und die gesamte Branche anheben, indem sie Bitcoin-Zahlungen beschleunigen. Wir freuen uns weiterhin auf die Zusammenarbeit mit dem Lightning Labs-Team, um diese strategisch wichtige Second-Layer-Lösung für mehr Nutzen und breitere Akzeptanz voranzutreiben.”

Hong Fang, CEO OKCoin