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Bitcoin-Verbot nach ETF-Zulassung kein Risiko mehr?

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Die Zulassung der Bitcoin-Spot-ETFs in den USA zu Beginn des Jahres markiert vermutlich den Zeitpunkt des Erwachsenwerdens für das gerade erst 15 Jahre alte Asset. Auch wenn Bitcoin-Enthusiasten nicht darauf angewiesen sind, dass die US-Aufsichtsbehörde der Erfindung digitaler Knappheit Legitimität verleiht, ist die Tragweite des Ritterschlags durch die SEC nicht zu unterschätzen. Für viele Marktteilnehmer ist Bitcoin dadurch nicht mehr nur das schmuddelige und spekulative Internetgeld. Das renommierte Business-Magazin Forbes geht sogar so weit und schreibt, dass die Zulassung „das globale Finanzsystem für immer verändert“, weil sie ein Verbot von Bitcoin „extrem schwierig“ macht.

Ist ein Bitcoin-Verbot möglich?

Menschen, die mit Bitcoin in Berührung kommen, durchlaufen in aller Regel mehrere Stufen: Nachdem sie über die erste Stufe, dass Bitcoin keinen inneren Wert hat und ein Schneeballsystem ist, hinaus sind, kommen sie an dem Punkt an, wo sie denken, dass Bitcoin genial ist, aber Staaten die Revolution unmöglich zulassen werden. Dieser Meinung war im Januar 2021 auch Ray Dalio, einer der einflussreichsten Investoren aller Zeiten und Gründer des größten Hedgefonds der Welt.

Ich glaube, dass Bitcoin eine großartige Erfindung ist. Eine neue Art von Geld über ein System zu erfinden, das in einen Computer programmiert ist, das seit etwa 10 Jahren funktioniert und sich als Geldart und Vermögensspeicher schnell durchsetzt, ist eine erstaunliche Leistung.

[…] ich kann mir nur schwer vorstellen, dass [die Regierung] es zulassen würde, dass Bitcoin (oder Gold) eine offensichtlich bessere Wahl ist als das Geld und der Kredit, den sie produzieren. Ich vermute, dass das größte Risiko von Bitcoin darin besteht, erfolgreich zu sein, denn wenn es erfolgreich ist, wird die Regierung versuchen, es zu vernichten, und sie hat eine Menge Macht, um damit erfolgreich zu sein.

Ray Dalio im Aufsatz „What I think of Bitcoin“

Technisch gesehen ist es gar nicht möglich, Bitcoin zu verbieten oder zu vernichten, da es nur aus Informationen besteht, die auf ein globales, dezentrales Computernetzwerk verteilt sind. Dennoch hatten einige Marktbeobachter die Befürchtung, dass die Hegemonialmacht USA den Besitz von Bitcoin unter Strafe stellen oder die Börsen einstampfen werden, auf denen Bitcoin zu kaufen ist. Undenkbar ist das nicht, da die USA auch den Besitz von Gold von 1933 bis 1974 mit der Executive Order 6102 verboten hatten. Auch wenn das die Kreation von Satoshi Nakamoto nicht vernichten würde, wäre es für Preis und Adoption ein riesiger Dämpfer.

Jetzt, wo die USA sich immer mehr für Bitcoin öffnen und große, regierungsnahe Vermögensverwalter wie BlackRock direkt von Bitcoin profitieren, ist ein Verbot quasi undenkbar. Zu diesem Entschluss kommt Avik Roy, Forbes-Autor und leitender Berater des Bitcoin Policy Institutes.

Bitcoin-Bann nach ETF-Zulassung extrem schwierig

In dem in dieser Woche erschienen Artikel „Die Bitcoin-ETF-Genehmigungen der SEC haben das globale Währungssystem für immer verändert“ erklärt der politisch gut vernetzte Kommentator, warum Bitcoin jetzt freie Bahn hat:

Die weitreichendste Konsequenz der ETF-getriebenen Institutionalisierung von Bitcoin ist, dass es für die USA extrem schwierig werden wird, den digitalen Vermögenswert zu verbieten, was Bitcoin in die Lage versetzt, die Evolution der grundlegenden Funktionsweise von Geld dauerhaft voranzutreiben.

Avik Roy im Forbes-Artikel

Laut Roy hat die Zulassung „die Interessen in den US-Finanzmärkten, die Rolle von Bitcoin zu erhalten und auszubauen, massiv vergrößert.“ Roy erklärt, dass dadurch jetzt auch die Big Player Lobbyarbeit für Bitcoin betreiben werden.

Wenn Sie ein Mitglied des Kongresses oder eine ehrgeizige Aufsichtsbehörde sind, die Bitcoin nicht mögen und einige der oben beschriebenen restriktiven Maßnahmen ergreifen wollen, werden Sie nicht nur von „hodlnden Plebs“ hören, sondern von großen Finanzakteuren, die – ob sie es wollen oder nicht – erheblichen Einfluss in Washington haben.

Allein diese Tatsache macht es den politischen Entscheidungsträgern sehr viel schwerer, die Einführung von Bitcoin aktiv zu verhindern. Als jemand, der ständig mit Washington zu tun hat, kann ich die herkömmliche Weisheit bestätigen, dass Sonderinteressen eine übergroße Rolle bei der politischen Entscheidungsfindung spielen. Lobbyisten sind besonders geschickt darin, sich gegen neue politische Maßnahmen zu wehren, die sich negativ auf die Interessen ihrer Kunden auswirken.

Avik Roy im Forbes-Artikel

Auch wenn es noch negative Stimmen gibt, wie die von US-Senatorin Warren oder dem Chef der US-Rohstoffbehörde (CFTC), Rostin Behnam, die eine stärkere Regulierung von Bitcoin fordern, sollten diese nun von einflussreicheren Playern übertönt werden.

BlackRock, der größte Vermögensverwalter der Welt, hat am vergangenen Freitag die Marke von zwei Milliarden US-Dollar an Bitcoin in ihrem ETF geknackt. Der ETF von der Nummer Drei, Fidelity, ist BlackRock dicht auf den Fersen. Avik Roy erklärt, dass das selbst für Dickschiffe wie BackRock „real money“, also richtig viel Geld ist und sie sich dadurch für eine wohlwollende Regulierung einsetzen werden.

Was ist, wenn Bitcoin eine Gefahr für den US-Dollar wird?

Roy ist zudem überzeugt, dass, selbst wenn Bitcoin so groß wird, dass es für den US-Dollar eine ernst zu nehmende Konkurrenz wird, ein Verbot nicht mehr durchsetzbar wäre.

Was aber, wenn die Satoshi-Bullen Recht haben und der Bitcoin eine Größenordnung erreicht, bei der er als Wertaufbewahrungsmittel wirklich mit dem Dollar konkurrieren kann? Könnten die USA dann einschreiten und hart durchgreifen?

Sie könnten es versuchen. Aber dann wäre es eigentlich schon zu spät.

Avik Roy im Forbes-Artikel

Um die Ansicht zu untermauern, führt er das Beispiel an, dass obwohl es in Argentinien verboten war, im Jahr mehr als 200 US-Dollar in Peso in die Weltleitwährung zu tauschen, die Einwohner 10 % der zirkulierenden US-Dollar-Menge halten. Ähnliches ist in Nigeria zu beobachten. Dort wurde die Nutzung von Bitcoin & Co. extremst eingeschränkt, sodass Banken Konten schließen mussten, die mit Digitalwährungen in Berührung kamen. Das Ergebnis: Das westafrikanische Land weist die höchste Adoptionsrate weltweit auf.

Anteil der Befragten, die angaben, Kryptowährungen gehalten oder genutzt zu haben, in 56 Ländern und Territorien weltweit von 2019 bis 2023 – Quelle: Statista

Avik Roy erklärt, dass ein Bitcoin-Bann seitens der USA ebenfalls den gegenteiligen Effekt hätte:

Ein hartes Vorgehen der USA gegen Bitcoin würde dann wahrscheinlich nach hinten losgehen, genau wie die argentinischen Kapitalkontrollen jetzt, denn das harte Durchgreifen würde den Weltmärkten signalisieren, dass die USA kein Vertrauen mehr in die inhärente Überlegenheit des Dollars haben.

Avik Roy im Forbes-Artikel

Das Vertrauen in den US-Dollar bröckelt jetzt schon. Ein großer Faktor dabei sind die ausufernden Staatsausgaben und -schulden, die auf Dauer nur durch eine immer weitere Verwässerung des Geldwertes seitens der US-Zentralbank getragen werden können. Allein im letzten Jahr sind die US-Staatsschulden um 2,6 Billionen auf 34 Billionen US-Dollar angestiegen.

US-Staatschulden in Billionen US-Dollar – Quelle: Wolfstreet / US Treasury Tepartment

Wie die USA dem Vertrauensverlust der Landeswährung entgegenwirken könnten, wäre lediglich eine bessere Haushaltspolitik, erklärt Roy. Bitcoin als Versicherung dagegen wird laut ihm garantiert erst einmal da bleiben.

Im besten Fall gehen die USA ihre Haushaltsprobleme an – vor allem die ausufernden Ausgaben für die Gesundheitsversorgung – und bringen die Staatsverschuldung auf einen nachhaltigen Pfad. Doch bis es so weit ist, können die Amerikaner Bitcoin als Versicherungspolice gegen einen durch die explodierenden Staatsschulden geschwächten US-Dollar kaufen. Die SEC hat soeben dafür gesorgt, dass diese Versicherungspolice für eine sehr lange Zeit bestehen wird.

Avik Roy im Forbes-Artikel

Keine Gefahren mehr für Bitcoin?

Der wohl größte Risikofaktor für die weitere Verbreitung von Bitcoin ist seit der ETF-Zulassung wohl erst einmal aus dem Weg geräumt. Je stärker Bitcoin in die US-Finanzmärkte vorprescht, desto schwieriger wird es wieder den Riegel vorzuschieben. Selbiges gilt für die Bitcoin-Mining-Industrie in den USA, die immer wichtiger für die Stabilisierung der Stromnetze, die Wirtschaft sowie die Arbeitsplätze der Amerikaner wird.

Tag für Tag werden die Risiken für Bitcoin kleiner, was zu einem besseren Chance-Risiko-Verhältnis und somit zu einer positiveren Aussicht für den Preis führt. Und dass die Menschen Bitcoin nicht gebrauchen und nachfragen, ist angesichts der unausweichlich voranschreitenden Entwertung des Fiatgeldes unvorstellbar.

Dennoch, die Neuauflage der Executive Order 6102 für Bitcoin, also ein Verbot, ist nicht zu 100 % auszuschließen. Laut dem bekannten Bitcoin-Analyst Dylan LeClair ist sie wahrscheinlicher, als dass die zugelassenen ETFs nicht gedeckt sind und so den Preis nach unten ziehen.

Ich glaube nicht an die Verschwörung, in der [BlackRock-CEO] Larry Fink Papier ausgibt und keine Bitcoin kauft. Ich denke, dass der realistischste Fall eine 6102 ist – und ich denke nicht, dass das sehr wahrscheinlich ist, weil die US ein angemessenes Gerichtssystem und „Checks and Balances“ haben. Ich würde sagen, dass die Wahrscheinlichkeit nicht null ist, sie ist niedrig, aber sie ist nicht null. Deshalb werde ich keinen ETF kaufen, ich werde einfach Bitcoin kaufen.

Dylan LeClair in einem Interview

Dadurch, dass der Großteil der ETF-Bestände, wie auch die Bitcoin von Unternehmen wie MicroStrategy, vom US-amerikanischen Krypto-Unternehmen Coinbase verwahrt werden, hätten es die USA jetzt jedoch leichter, im Falle einer 6102, einen großen Teil der zirkulierenden Bitcoin an sich zu reißen. Dies wäre deutlich schwieriger umzusetzen, wenn mehr Menschen Bitcoin selbst verwahren. Dass das so kommt, ist aus den genannten Gründen zwar unwahrscheinlich, vor einer Enteignung schützt es aber letztlich nur, seine eigene Bank zu sein.

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