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Bitcoin Mining: Die Nachhaltigkeit im Ländervergleich

Am von Bitcoin Länder Vergleich

Immer wieder liest man von Bitcoin-Kritikern, die mit plakativen Vergleichen darum bemüht sind die größte und wertvollste Kryptowährung in ein schlechtes Licht zu rücken. Den vermeintlichen Status als „Klimakiller“ und „Umweltsau“ präsentieren die Bitcoin-Gegner gerne anhand von Aussagen wie „das Bitcoin-Mining verbraucht jährlich mehr Storm als die Niederlande“.

Dabei wird aber weder eine Kosten-/Nutzen-Rechnung aufgestellt, noch wird in Betracht gezogen, aus welchen Quellen der Strom stammt und wie sich die komplette Industrie entwickelt. In diesem Beitrag wollen wir uns einmal genauer ansehen, wie es denn eigentlich um das Bitcoin-Mining im Ländervergleich so bestellt ist.

Mehr Strom als die Niederlande

Die Aussage, dass das Bitcoin-Mining pro Jahr mehr Strom verbraucht als die Niederlande oder andere Länder dieser Größenordnung ist nicht falsch oder unwahr. Es ist in der Tat so, dass das Bitcoin-Netzwerk durch das Mining jährlich etwas mehr als 180 TWh Strom verbraucht.

Was man allerdings hierbei in Betracht ziehen sollte, ist, dass durch das Mining mittlerweile auch Werte abgesichert werden, die in der Größenordnung von kleinen Ländern liegen oder diese sogar übersteigen. Die Marktkapitalisierung des Bitcoin-Netzwerks liegt derzeit schon deutlich oberhalb der magischen Grenze von einer Billion US-Dollar. Vergleicht man dies mit den Bruttoinlandsprodukten der Niederlande (~907 Milliarden USD), der Türkei (~760 Milliarden USD) oder der Schweiz (~705 Milliarden USD) kann man erkennen, dass das Bitcoin-Netzwerk kein kleines, nutzloses und unbedeutendes Internet-Spielgeld für Nerds mehr ist. Es ist ein global gehandeltes, freies und nicht zensierbares Geld, welches für viele Menschen auf diesem Planeten von immensem Wert ist. Vor kurzem haben wir in einem Beitrag hier bei Blocktrainer.de darüber berichtet, dass sich die Welt derzeit im Umbruch befindet und Bitcoin z.B. für Menschen in autoritären Staaten ein Werkzeug zum Erhalt der eigenen Freiheit ist. Ein plakativer Vergleich ohne eine Gegenüberstellung des Nutzens macht also keinen Sinn.

Bitcoin verbraucht zwar mehr Strom als einige kleine Länder, sichert aber im Gegenzug auch Werte ab, die größer sind als das Bruttoinlandsprodukt dieser Länder.

Der Strommix im Ländervergleich

Neben dem Nutzen, sollte (wie bereits erwähnt) ebenfalls mit einbezogen werden, aus welchen Quellen der verwendete Strom eigentlich stammt. Es ist nicht zu bestreiten, dass auch für das Bitcoin-Mining „dreckige“ Energiequellen wie z.B. Braunkohle verwendet werden. Der Anteil an „sauberen“, sprich regenerativen und CO2-neutralen Energiequellen, die für das Mining herangezogen werden, steigt jedoch stetig.

Vor allem durch die Abwanderung der Miner aus China gen Westen trug in den vergangenen Wochen und Monaten einen großen Teil dazu bei, dass die Rechenleistung des Netzwerks mittlerweile in Ländern angesiedelt ist, in denen das Mining aus weitestgehend grünen Quellen betrieben wird. So ist das Bitcoin-Mining mittlerweile zu einem der saubersten Industriezweige geworden und vergleicht man den Bestandteil der regenerativen Energiequellen am gesamten Strommix, steht Bitcoin weltweit gesehen ebenfalls an erster Stelle. Laut einer Untersuchung des Bitcoin Mining Councils aus dem dritten Quartal 2021 bestehen ca. 57,7% des globalen Stromverbrauchs des Bitcoin-Netzwerks aus grünen Energiequellen.

Zum Vergleich: Der weltweite Durchschnitt liegt bei nur 21,7% !

„Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, dass die Mitglieder des BMC und die Teilnehmer an der Umfrage derzeit Strom mit einem erneuerbaren Strommix von 65,9 % nutzen. Auf der Grundlage dieser Daten wird geschätzt, dass der erneuerbare Strommix der globalen Mining-Industrie im dritten Quartal 2021 auf ca. 57,7 % gestiegen ist, was einem Anstieg von 3 % gegenüber dem zweiten Quartal 2021 entspricht und die Branche zu einer der nachhaltigsten weltweit macht.“

– Bitcoin Mining Council

Auch im Vergleich mit den großen Industriestaaten dieser Erde gibt das Bitcoin-Mining eine sehr gute Figur ab.

Und obwohl das Bitcoin-Mining bereits eine der saubersten Industriebranchen weltweit ist, entwickelt es sich ständig weiter. Immer mehr Mining-Unternehmen verpflichten sich dazu, einen möglichst großen Anteil an regenerativen Energiequellen zu verwenden. Einige Firmen forschen daran, den Prozess effizienter zu machen und Lösungen bereitzustellen, um bisher noch wenig genutzte oder nicht erschlossene grüne Energiequellen nutzbar zu machen.

Langfristig wird sich der „nachhaltige Anteil“ am Strommix des globalen Bitcoin Minings sicherlich gen 90 – 100% bewegen. Ob dies in anderen Industriezweigen auch so der Fall sein wird, darf stark angezweifelt werden.

Als Kritiker sollte man die plakativen Ländervergleiche auf jeden Fall besser sein lassen. Denn bei genauerem Hinsehen heißt der Vergleichssieger: „Das Bitcoin-Mining“.