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Das verfügbare Bitcoin-Angebot schwindet! Kommt nun der Bullenmarkt?

Am von BTC Supply

Aus dem wöchentlichen Bericht vom Blockchain-Analyse-Unternehmen Glassnode geht hervor, dass das verfügbare Bitcoin-Angebot immer weiter zurückgeht. Gleichzeitig wandern viele Bitcoins in die Taschen langfristiger Hodler. Könnte dies einen bevorstehenden Bullenmarkt ankündigen?

Bitcoin Bestand der kurzfristigen Halter sinkt

Zunächst blicken wir auf den Bitcoin Bestand der kurzfristigen Halter (engl. Short-Term-Holder). Glassnode klassifiziert einen Short-Term-Holder als eine Entität, die ihre Bitcoin weniger als 155 Tage hält. Übersteigen die Bestände die Halte-Grenze von 155 Tagen wird aus dem kurzfristigen Halter ein langfristiger Halter (engl. Long-Term-Holder), welche eine geringere Wahrscheinlichkeit aufweisen ihre Bitcoins wieder zu verkaufen. Ein hoher Bitcoin Bestand der langfristigen Halter ist ein positives Signal für den Markt, da der potenzielle Verkaufsdruck sinkt.

Ein niedriger Bitcoin Bestand der Short-Term-Holder ist charakteristisch für das Ende eines Bärenzyklus. Die „schwachen Hände“ haben ihre Bitcoin an die Long-Term-Holder verkauft. Aktuell sind die Bestände der Short-Term-Holder auf einem Allzeittief. Allerdings werden 82 % dieser Coins (2,51 Millionen BTC) derzeit mit Verlust gehalten und sind damit der wahrscheinlichste Grund für den derzeitigen Verkaufsdruck.

82% des kurzfristigen Angebots befinden sich im Verlust. Quelle: Glassnode

Gleichzeitig steigt die Haltedauer der Bitcoin Bestände der Long-Term-Holder. 62% des gesamten Bitcoin Angebots wurde in den letzten 12 Monaten nicht bewegt. Dieser Wert befindet sich somit kurz vor einem Allzeithoch. Ein Bitcoin Bullenmarkt zeichnet sich dadurch aus, dass die Long-Term-Holder ihre BTC verkaufen und damit den Beginn des Bärenmarktes einläuten. Dieser Effekt war im Mai zu beobachten, nachdem China das Mining Verbot durchgesetzt hatte.

Bitcoin Bestände, die zuletzt vor mehr als einem Jahr aktiv waren. Quelle: Glassnode

Coinbase verzeichnet starke Abflüsse

Die Handelsplattform Coinbase verzeichnete in den letzten Tagen starke Abflüsse ihrer Bitcoin Reserven. Insgesamt wurden 31.130 BTC von Coinbase abgezogen. Dies war der größte Abfluss seit dem 28. Juli 2017. Der Abfluss der BTC von Handelsplattformen wird als ein positiver Indikator betrachtet, denn schließlich stehen mit der Abnahme der dortigen Reserven weniger Bitcoin zum Verkauf bereit.

Die von Coinbase gehaltenen Bitcoin Reserven verringerten sich im Laufe der letzten Monate auf 649.500 BTC und ist damit wieder auf demselben Niveau, das zuletzt auf dem Höhepunkt des Bullenmarkts des Jahres 2017 erreicht wurde. Die von Coinbase gehaltenen Reserven sind nun gegenüber dem im April 2020 erreichten Allzeithoch um 375.500 BTC (36,6 %) zurückgegangen.

Bitcoin Reserven von Coinbase gehen weiter zurück. Quelle: Glassnode

Illiquides Angebot steigt

Eine weitere Metrik zur Bestimmung der Verknappung des Angebots, sind die Liquid-Metriken von Glassnode. Hierfür teilt das Unternehmen die Bitcoin Bestände in drei Kategorien ein:

  1. Sehr liquides Angebot (engl. Highly Liquid Supply): Der Bitcoin Bestand von Entitäten, die weniger als 25% ihrer Bitcoins, die sie einnehmen, selbst halten.
  2. Liquides Angebot (engl. Liquid Supply): Der Bitcoin Bestand von Entitäten, die zwischen 25% und 75% ihrer Bitcoins, die sie einnehmen, selbst halten.
  3. Illiquides Angebot (engl. Illiquid Supply): Der Bitcoin Bestand von Entitäten, die mehr als 75% ihrer Bitcoins, die sie einnehmen, selbst verwahren.

Die Idee hinter dieser Einteilung ist, den unterschiedlichen Verkaufsdruck zu bestimmen. Bitcoins, die z. B. als Sicherheit für Positionen auf dem Derivatemarkt dienen, werden unter dem Highly Liquid Supply kategorisiert und haben ein vielfach höheres Risiko verkauft zu werden.

Um den Anteil des illiquiden Angebots am gesamten Angebot zu messen, wird der Illiquid Supply durch den Liquid Supply und Highly Liquid Supply geteilt. Dieser Wert wird dann als Illiquid Supply Shock Ratio bezeichnet. Eine hohe Illiquid Supply Shock Ratio bedeutet, dass viele Bitcoins von Entitäten verwahrt werden, die eine geringere Wahrscheinlichkeit besitzen, in nächster Zeit ihre Bitcoins wieder zu verkaufen.

In den letzten Wochen stieg die Illiquid Supply Shock Ratio stark an und erreichte den Wert 3,2, was bedeutet, dass der illiquide Bestand 3,2-mal größer ist als der liquide und sehr liquide gehaltene Bitcoin Bestand zusammen.

Der Illiquid Supply Shock Ratio steht fast bei einem Allzeithoch. Quelle: Glassnode

Fazit

Die Daten von Glassnode zeigen, dass sich die Bitcoin Bestände in die Hände langfristiger Hodler verteilen. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass diese Metriken nur Indikatoren bleiben. Gleichzeitig repräsentiert die Änderung des Bitcoin-Bestandes nur die Angebotsseite, denn die Nachfrageseite wird nicht berücksichtigt. Der Grund für die lange Seitwärtsphase von Bitcoin dürften primär die makroökonomischen Unsicherheiten sein, die die Nachfrageseite stark beeinflussen. Sollte sich diese aber in ferner Zukunft wieder normalisieren, deuten die Angebots-Indikatoren auf eine positive Zukunft für den Bitcoin hin.