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Japans größtes Energieunternehmen steigt in das Mining-Geschäft ein!

Am von TEPCO

Das Tokyo Electric Power Grid (TEPCO), das größte Stromversorgungsunternehmen Japans, steht laut einem CoinDesk-Artikel kurz vor dem Einstieg in den Mining-Markt. In einer Mitteilung gab TEPCO die Zusammenarbeit mit dem lokalen Mining-Hardwarehersteller TRIPLE-1 bekannt. Mit einer Marktkapitalisierung von etwa 820 Milliarden Yen (6 Milliarden US-Dollar) ist TEPCO das größte Energieunternehmen Japans.

TEPCO gibt Partnerschaft mit TRIPLE-1 bekannt

TEPCO hatte in den vergangenen Jahren einen starken Imageschaden erlitten. Das Unternehmen war für das Reaktorunglück im Jahr 2011 nach dem Erdbeben in Fukushima verantwortlich, bei dem die Kühlsysteme der Atomkraftwerke stark beschädigt wurden und drei der Reaktoren schmolzen. Das Energieunternehmen gab später zu, dass es versäumt hatte, strengere Maßnahmen zu ergreifen, um eine solche Katastrophe zu verhindern.

TEPCO leidet noch heute unter diesem Vorfall. Aufgrund der hohen Ausgleichszahlungen sanken die Nettogewinne des Unternehmens in diesem Jahr um 96,9%. Dies könnte ein Grund sein, weshalb das Energieunternehmen nun nach neuen Möglichkeiten sucht, den überschüssigen Strom über seine Tochtergesellschaft Agile Energy X zu monetarisieren und damit einen Gewinn aus dem Bitcoin-Mining zu erzielen.

Laut einer Mitteilung von TEPCO unterzeichnete Agile Energy X am 11. November eine Partnerschaft mit TRIPLE-1, einem lokalen Hersteller von Mining-Hardware. Die Partnerschaft zielt laut der Mitteilung darauf ab, „verteilte Rechenzentren in ganz Japan einzurichten, welche mit überschüssigem Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden sollen.“

Ein erstes Pilotprojekt der Unternehmen fiel bereits positiv aus. „Wir haben mit ersten Tests begonnen, um die Auswirkungen auf das Stromnetz zu untersuchen, wenn Geräte mit einer Leistung in der Größenordnung von 1.500 kW betrieben werden und konnten beobachten, dass die Geräte ohne Auswirkungen auf das Stromnetz arbeiten können.“ In der Mitteilung wurde ein Foto angefügt, welche die ASIC-Miner von TRIPLE-1 zeigten.

Das Pilotprojekt von TEPCO und TRIPLE-1

Energieunternehmen und die Mining-Industrie

TECPO ist nicht das erste Unternehmen, welches überflüssige Energiequellen für das Bitcoin-Mining verwendet. Der amerikanische Ölgigant ExxonMobil startete bereits im letzten Jahr ein Pilotprojekt, bei dem das freigesetzte Gas bei der Ölgewinnung zur Stromgenerierung für das Bitcoin-Mining verwendet werden soll, anstatt wie üblicherweise abgefackelt zu werden. Ein ähnliches Konzept gab der argentinische Energieversorger YPF bekannt. Dort soll der Strom für das Mining aus Abgasen erzeugt werden, die als Nebenprodukt bei der Ölproduktion anfallen und aufgrund von fehlender Infrastruktur nicht sinnvoll verwendet oder abtransportiert werden können.

Bitcoin-Miner besitzen aufgrund des Wettbewerbs auf dem Mining-Markt einen ökonomischen Anreiz, die kostengünstigsten Energiequellen zu beziehen. Die Verwendung von überschüssigen Energiequellen, welche keinen anderen Abnehmer finden, sind für die Miner die billigste Möglichkeit Strom für das Bitcoin-Mining zu erzeugen. Für die Unternehmen auf dem Energiemarkt kann sich daraus ein profitables Nebengeschäft ergeben. Energieversorger, welche in ihrem Geschäftsprozess überschüssige Energie erzeugen, können diese für das Bitcoin-Mining verwenden, anstatt die Energie wieder an die Umwelt abzugeben. Aufgrund der Ortsunabhängigkeit des Bitcoin-Minings kann auf diese Weise auch an den entlegensten Orten der überschüssige Strom monetarisiert und damit ein zusätzlicher Gewinn erzielt werden.


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