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Erster Block gefunden: OCEAN-Pool zensiert bereits Transaktionen!

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Gerade einmal zwei Tage nach dem Start des neuen Mining-Pools OCEAN hat dieser heute bereits den ersten gültigen Bitcoin-Block gefunden, und das mit einer verhältnismäßig geringen Hashrate von knapp 300 PH/s, also ungefähr 0,06% der gesamten Rechenleistung im Bitcoin-Netzwerk. Doch der OCEAN-Pool, der sich zum Start noch Transparenz und Zensurresistenz auf die Fahne geschrieben hat, steht bereits vor seiner ersten großen Kontroverse. Denn im gefunden Block sowie in zahlreichen zuvor veröffentlichten Block-Kandidaten fehlen nachweislich Bitcoin-Transaktionen, die eigentlich enthalten sein sollten.

Auf der Plattform 𝕏 (ehem. Twitter) war die Diskussion bereits gestern in vollem Gange und einige Nutzer sahen sich mit Blockierungen und Ausblendung von Kommentaren durch Verantwortliche konfrontiert, unter anderem von Luke Dashjr, einem der Mitgründer von OCEAN. Werfen wir also einen kurzen Blick auf die bisherigen Ereignisse und klären, ob tatsächlich schon die ersten Transaktionen „über Bord geworfen wurden“.

Mit den Auszahlungen an Pool-Teilnehmer, die eigentlich direkt in der Coinbase-Transaktion enthalten sein sollten, gab es bereits Probleme. Hier handelt es sich jedoch um einen harmlosen Fehler, der künftig behoben werden soll. Die nachträgliche Auszahlung für den gefundenen Block soll nach Ablauf der in den Bitcoin-Regeln festgelegten Abklingzeit von 100 Blöcken erfolgen.

Jap, wir haben bereits einen Block gefunden.

Die Auszahlungs-Transaktion war nicht korrekt – alle Bitcoin werden natürlich dorthin gehen, wo sie hingehören, nach der Abklingzeit von ~100 Blöcken. Webseite ist fehlerhaft/wird so schnell wie möglich aktualisiert.

Das ist extremes Glück und all die frühen Nutzer von OCEAN haben gerade ein Vermögen gemacht.

@ocean_mining auf 𝕏

Bitcoin Knots

Der OCEAN-Pool scheint für das Erstellen von Block-Kandidaten, also den mit Transaktionen gefüllten Blöcken, an denen die Miner arbeiten sollen, den alternativen Bitcoin Knots Client zu nutzen, statt der üblichen und verbreiteten Referenzimplementation Bitcoin Core. Knots wird primär von Luke Dashjr betreut und bringt unter anderem bewusste Anpassungen von Standardeinstellungen im Vergleich zu einer Core-Node mit sich.

Unter anderem eine Einschränkung für sogenannte OP_RETURN Outputs. Normalerweise erlaubt dieser Befehl beliebige Daten bis zu einer Größe von 80 Byte in einen Bitcoin-Output zu schreiben, z.B. um das Datum einer Hochzeit zu verewigen. Knots halbiert diese Standardeinstellung auf 40 Byte, weshalb Transaktion, die einen OP_RETURN Output mit mehr als 40 Byte Daten nutzen, automatisch aussortiert werden, also im Kontext des Pools nicht im Block-Kandidaten landen, obwohl sie formal eigentlich gültig wären.

Schaut man sich daher den gefundenen Block auf miningpool.observer an, einem Analyse-Tool von 0xB10C, werden insgesamt 93 Transaktionen als fehlend markiert. Ein paar davon wurden zwar recht kurzfristig im Netzwerk veröffentlicht, doch beim Großteil der Transaktionen gibt es keine Ausreden: Die Transaktionen wurden bewusst gefiltert, oder mit anderen Worten: Sie wurden zensiert.

Verhältnis von Transaktionsgewicht zur -gebühr. Links markiert die „fehlenden Transaktionen“. | Quelle: miningpool.observer

Nicht nur ist dies für ein Projekt, das sich erst als das genaue Gegenteil von Zensur vermarktet hatte, ziemlich peinlich, sondern gleichzeitig verlieren die Teilnehmer im Pool somit auch potenzielle Transaktionsgebühren.

Nur ein Versehen, oder?

Um es kurzzufassen: Nein, es handelt sich bei der Filterung der OP_RETURN Transaktionen nicht um einen Ausrutscher, sondern um eine bewusste Einstellung. Zum einen wurde diese in Bitcoin Knots von Luke Dashjr selbst explizit festgelegt, zum anderen bestätigt sich eine grundsätzlich ablehnende Haltung gegenüber Inscriptions und OP_RETURN Transaktionen durch Aussagen von Involvierten auf 𝕏.

Des Weiteren sind sogar zusätzliche Filtermaßnahmen bezüglich Inscriptions in Planung, die bisher noch ungehindert in Block-Kandidaten von OCEAN aufgenommen wurden. Luke Dashjr spricht davon, es sei „skandalös“, dass man einen Block „voller Spam“ gemined hätte und man arbeite bereits daran, dies zu „beheben“. Mit anderen Worten: Zukünftig werden wohl auch Inscriptions, inklusive der potenziell hohen Transaktionsgebühren, von OCEAN gefiltert werden.

Fazit

Fairerweise sollte angemerkt werden, dass OCEAN mit ihrer „nächsten Phase“ sogar einen Anreiz schaffen möchte, dass Teilnehmer im Pool ihre Block-Kandidaten selbst erstellen, um sich beispielsweise von etwaigen Filtermaßnahmen der Pool-Leitung unabhängig zu machen. Dies soll durch eine Halbierung der Gebühren von 2% auf 1% geschehen, sobald Block-Kandidaten selbst mit der eigenen Bitcoin-Node gebaut werden.

Dennoch wirft die Diskussion der letzten Tage, der Umgang mit Kritikern auf 𝕏, sowie der nachweisliche Ausschluss von gezielten Bitcoin-Transaktionen im ersten gefunden Block ein schlechtes Licht auf die groß angepriesenen Versprechen der „Zensurresistenz“ und „Transparenz“. Ob man nun Transaktionen mit OFAC-sanktionierten Adressen filtert, oder Transaktionen, die zu viele „unnötige“ Daten enthalten, spielt eigentlich keine Rolle: Es ist und bleibt ein subjektiver Ausschluss von gültigen Bitcoin-Transaktionen, was schlussendlich mit nichts Geringerem als Zensur gleichzusetzen ist. Doch wie bei jedem Mining-Pool gilt auch hier: Wer mit Entscheidungen durch die zentrale Leitung nicht einverstanden ist, kann den Pool jederzeit wieder verlassen.


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