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Nach Bitcoin Kurseinbruch: Entlassungswelle bei Brokern und Börsen beginnt

Am von Entlassungen

Bereits nach dem Ende des letzten großen Bullenmarktes im Frühjahr 2018, war bei vielen Dienstleistern im Bereich der Kryptowährungen eine große Entlassungswelle zu beobachten. Aufgrund der rapide sinkenden Einnahmen waren damals viele Unternehmen, die nicht nachhaltig gewirtschaftet haben und zu schnell gewachsen sind, gezwungen große Teile der Belegschaft zu entlassen. Nachdem seit November des vergangenen Jahres die Preise am Krypto-Markt stetig sanken und besonders in den vergangenen Tagen und Wochen ein regelrechter „Crash“ zu verzeichnen war, machen erste Meldungen von einigen Services die Runde, die bereits Konsequenzen ziehen und zahlreiche Mitarbeiter entlassen.

Crypto.com streicht 260 Stellen

Bisher die meisten Entlassungen hat die Börse Crypto.com angekündigt. Insgesamt 260 Stellen und damit etwa 5% der gesamten Belegschaft streicht das Unternehmen ersatzlos. Der CEO Kris Marszalek erklärte via Twitter:

„Einige von euch sind seit 2016/2017 bei uns und haben gesehen, wie wir uns stetig und mit Überzeugung während des [Krypto-]Winters 2018/2019 weiterentwickelt haben. Diese Überzeugung, dieser Fokus auf den Aufbau während des Bärenmarktes (und das, obwohl die Krypto-Pessimisten voll in Fahrt waren) war es, was uns zu einem der am schnellsten wachsenden Unternehmen im Jahr 2021 machte, das den Meilenstein von 50 Millionen Nutzern erreichte. Und das ist genau das, was wir auch dieses Mal machen werden.

Unser Ansatz ist es, uns auf die Umsetzung unserer Roadmap zu konzentrieren und dabei die Rentabilität zu optimieren.
Das bedeutet, dass wir schwierige und notwendige Entscheidungen treffen müssen, um langfristig ein kontinuierliches und nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten, indem wir gezielt etwa 260 Stellen oder 5 % unserer Belegschaft abbauen.
Wir werden weiterhin prüfen, wie wir unsere Ressourcen am besten optimieren können, um uns in der Abschwungphase als starkes Unternehmen zu positionieren und im nächsten Bullenmarkt zu den größten Gewinnern zu gehören.“

– Kris Marszalek, CEO Crypto.com

Im Hinblick auf die vielen aggressiven und kostspieligen Marketingmaßnahmen des Unternehmens zieht dieses nach Bekanntgabe der Entlassungen nun besonders stark Kritik auf sich. In den vergangenen Monaten fiel Crypto.com immer wieder durch Marketing-Deals in mehrstelliger Millionenhöhe auf, die wohl keinesfalls rentabel gewesen sein konnten. Das Unternehmen tritt unter anderem als Sponsor der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft in Katar auf, lies das eigene Logo auf den Formel-1-Wagen vom deutschen Rennfahrer Sebastian Vettel drucken und engagierte den bekannten Schauspieler Matt Damon als Markenbotschafter und Werbefigur.

Viele Beobachter stellten bereits in der Vergangenheit infrage, ob das Unternehmen tatsächlich auf nachhaltiges Wirtschaften bedacht sei, oder nur Wachstum um jeden Preis wolle. Inzwischen scheint sich das Letztere bestätigt zu haben und den Preis zahlen leider die Angestellten, deren Jobs nun wegfallen.

NURI entlässt fast ein Viertel der Belegschaft

Auch der Neo-Broker Nuri gab in einem offenen Brief bekannt, dass aufgrund der derzeit angespannten und sich verändernden Marktlage ein Strategiewechsel des Unternehmens erfolgen wird. Dazu zählt auch die Entlassung von mehreren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Laut Informationen des Handelsblatts müssen 45 der insgesamt 200 Angestellten Nuri verlassen.

Auch Nuri setzte im Zuge des zurückliegenden Bullenmarktes stark auf Wachstum und musste jetzt erkennen, dass sich dies nicht mehr mit der aktuellen Marktlage vereinbaren lässt.

„Unsere bisherige Strategie und Planung war auf hohes Nutzerwachstum und Aktivität ausgelegt, da dies in der Vergangenheit die Parameter für StartStart-ups waren. […] Wie bereits erwähnt, führen die makroökonomischen Entwicklungen jedoch zu mehr Unsicherheit an den Finanzmärkten, insbesondere im Venture-Capital-Bereich, sodass unsere geplante Strategie nicht mehr mit den sich massiv ändernden Markterwartungen übereinstimmt.“

– Kristina Walcker-Mayer, CEO Nuri

Um diese neuen Herausforderungen zu bewältigen, setzt Nuri für die folgende Zeit auf ein kleineres Team, um schneller wieder profitabel zu sein.

„Um Nuri so erfolgreich wie möglich auf die neue Realität vorzubereiten, mussten wir die Verantwortung übernehmen und schnell handeln, anstatt zu warten. In den vergangenen Wochen mussten wir einige wichtige, aber auch oft recht unbequeme Entscheidungen treffen. Die traurigste Entscheidung ist die Reduzierung unserer Belegschaft und damit die Trennung von einigen unserer Teammitglieder.“

– Kristina Walcker-Mayer, CEO Nuri

Nach eigenen Angaben haben die Entlassungen jedoch keine Auswirkungen auf die angebotenen Produkte oder Services bei Nuri.

Winklevoss-Zwillinge trennen sich von 10% der Angestellten

Die beiden „Facebook-Zwillinge“ und „Bitcoin-Milliardäre“ Tyler und Cameron Winklevoss sind die Gründer und Betreiber der vor allem in den USA beliebten Krypto-Börse Gemini. In einer Nachricht an die Belegschaft, welche auch auf dem Blog der Handelsplattform öffentlich gemacht wurde, gaben die beiden bekannt, sich von insgesamt 10% der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu trennen. Auch die Zwillinge nannten die aktuell schwierige Marktlage und den folgenden „Krypto-Winter“ als Hauptgrund für diese Entscheidung.

„Zu diesem Zweck haben wir die Teamleiter gebeten sicherzustellen, dass sie sich nur auf Produkte konzentrieren, die für unsere Mission von entscheidender Bedeutung sind, und zu beurteilen, ob ihre Teams für die aktuellen, turbulenten Marktbedingungen, die wahrscheinlich noch einige Zeit anhalten werden, die richtige Größe haben. Nach langem Nachdenken und Abwägen haben wir die schwierige, aber notwendige Entscheidung getroffen, uns von etwa 10 % unserer Belegschaft zu trennen.“

Tyler und Cameron Winklevoss, Gemini

Coinbase sagt neuen Mitarbeitern wieder ab

Die börsennotierte Handelsplattform Coinbase hat zwar noch keine Entlassungen angekündigt, aber zumindest Einstellungsstopps für neue und bestehende Stellen massiv ausgeweitet. Ferner wurde künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die für Stellenangebote bereits zugesagt hatten, wieder abgesagt. Dies gab das Unternehmen in einem Blogpost auf der eigenen Webseite bekannt.

Der Einstellungsstopp wird laut L. J. Brock, dem CPO bei Coinbase, auf unbestimmte Zeit aufrechterhalten werden. In Diskussionen im Hinblick auf die eigenen Geschäftsziele im aktuellen Makroumfeld sei deutlich geworden, dass strengere Maßnahmen notwendig seien, um das Wachstum der Mitarbeiterzahl zu verlangsamen, so der Manager. Dazu gehört auch die Entscheidung, bereits ausgesprochene Stellenangebote wieder zurückzunehmen.

„Wir werden auch eine Reihe von ausstehenden Angeboten für Personen, die noch nicht begonnen haben, zurückziehen. Diese Entscheidung treffen wir nicht leichtfertig, sondern sie ist notwendig, um sicherzustellen, dass wir nur in den Bereichen mit der höchsten Priorität wachsen.“

L. J. Brock, CPO Coinbase

Ob Coinbase durch diesen Schritt drohende Kündigungen abwenden kann, ist jedoch fraglich. Einige Experten vermuten, dass es (je nach Dauer des Bärenmarktes) in den folgenden Monaten dennoch zu Entlassungen kommen könnte. Das Unternehmen befindet sich derzeit massiv unter Druck, da im Zuge der einbrechenden Krypto-Kurse und damit Einnahmen von Coinbase, auch deren Aktienkurs sehr stark an Wert verloren hat.

Ferner steht die Firma immer wieder in der Kritik sowohl von Kunden- als auch von Mitarbeiterseite. Vor Kurzem starteten einige Teile der Belegschaft eine Petition gegen drei Vorstandsmitglieder des Unternehmens. Der Coinbase-CEO Brian Armstrong, bezeichnete dieses Vorgehen als „auf mehreren Ebenen dumm“ und forderte unzufriedene Mitarbeiter auf, zu kündigen und sich ein anderes Unternehmen zu suchen, bei dem sie glücklicher wären. Dies wäre natürlich auch ein einfacher Weg für ihn, um Angestellte loszuwerden.

Nachtrag: Mittlerweile wurde die Meldung öffentlich, dass auch Coinbase 18% der Belegschaft, in Summe ca. 1100 Mitarbeiter entlassen wird. Mehr dazu gibt es hier.

BlockFi entlässt 20% der Mitarbeiter

Auch BlockFi, ein Anbieter für Krypto-Sparkonten, Lending und mit Bitcoin besicherten Krediten, kündigte gestern an, ein Fünftel der Belegschaft zu entlassen. In einer Nachricht der Gründer heißt es:

„Wir befinden uns heute in der schmerzlichen Situation, dass wir unsere Belegschaft reduzieren müssen. Dies ist keine Entscheidung, die wir leichtfertig treffen und ehrlich gesagt ist sie eine, die uns große Traurigkeit bereitet. Wir reduzieren unsere Mitarbeiterzahl um etwa 20 % und der Stellenabbau betrifft jedes Team im Unternehmen. Diese Entscheidung wurde durch Marktbedingungen vorangetrieben, die sich negativ auf unsere Wachstumsrate ausgewirkt haben, sowie auf eine rigorose Überprüfung unserer strategischen Prioritäten. „

– BlockFi

Fazit

Die aktuellen Nachrichten über Stellenstreichungen dürften vermutlich nicht die letzten gewesen sein. Je nachdem, wie lange der Abwärtstrend und der danach vermutlich folgende „Krypto-Winter“ anhalten wird, werden weitere Unternehmen gezwungen sein, Mitarbeiter zu entlassen. Auch hierzulande eher unbekannte Dienstleister in Afrika und Asien, wie beispielsweise die Krypto-Börse „Rain Financial“, kündigten bereits Stellenabbau an.

Viele Unternehmen im Krypto-Markt agieren leider oft wenig nachhaltig und bekommen nun die Konsequenzen zu spüren. Schade ist nur, dass meist die einfachen Angestellten, Rechnung für Entscheidungen des Managements tragen und sich nun eine neue Beschäftigung suchen müssen.


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