US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump akzeptiert seit gestern Bitcoin und andere Kryptowährungen für Wahlkampfspenden. Seiner zwei Wochen alten Ankündigung, dies möglich zu machen, hat der Ex-Präsident nun Taten folgen lassen.

Erster Spitzenkandidat, der Spenden in Bitcoin akzeptiert

Auf der Website von Donald Trump können seine Unterstützer ihn nun über verschiedenste Kryptowährungen Spenden für seinen Wahlkampf zukommen lassen. Dies markiert laut der Pressemitteilung einen Meilenstein in der Wahlkampffinanzierung, da Trump der erste Spitzenkandidat ist, der diesen Schritt gegangen ist.

Heute hat die Kampagne von Präsident Trump eine Fundraising-Seite gestartet, die es jedem nach Bundesrecht zulässigen Spender ermöglicht – durch die gemeinsamen Fundraising-Komitees – mit Kryptowährungen zu spenden, die über das Commerce-Produkt von Coinbase akzeptiert werden.

Diese Ergänzung zu Präsident Trumps bereits bahnbrechender digitaler Fundraising-Operation markiert das erste Mal, dass ein Präsidentschaftskandidat einer großen Partei Kryptowährungen für Spenden akzeptiert. Beitragsgrenzen und Offenlegungspflichten für Krypto-Spenden werden den Vorschriften der Federal Election Commission folgen.
Aus der Pressemitteilung

Wie aus der Mitteilung hervorgeht, wird Trump die große US-amerikanische Kryptobörse Coinbase nutzen, um die Spenden ordnungsgemäß erhalten zu können. Da für Wahlkämpfe in den USA keine anonymen Spenden akzeptiert werden dürfen, hätte Trumps Team keine selbstverwaltete Bitcoin-Adresse angeben können. Zudem sollte klar sein, dass Trump die Zuwendungen über digitale Assets direkt in US-Dollar tauschen wird und dies eher als eine Marketing-Aktion zu verstehen ist.

Trump macht Wahlkampf mit Kryptowährungen

Bereits Anfang des Monats kursierten Videos von einem Treffen von Trump mit den Käufern seiner NFT-Kollektion, in der sich der Ex-Präsident überraschend offen für Kryptowährungen zeigte und Präsident Biden für seinen Anti-Krypto-Kurs kritisierte – Blocktrainer.de berichtete. Im Rahmen der Veranstaltung verkündete Trump bereits, dass falls man ihm noch keine Wahlkampfspenden via Kryptowährungen zukommen lassen kann, er sicherstellt, dass dies möglich wird. Dieses Versprechen hielt der 77-Jährige ein.

Auf der Seite zu der neuen Krypto-Spenden-Funktion – die nur den Zugriff von US-amerikanischen IP-Adressen gewährt – macht Trump erneut deutlich, dass er als Präsident neue Technologien unterstützen würde.

DONALD J. TRUMP

Akzeptiert jetzt Krypto

Um den Erfolg von Präsident Trump als Verfechter amerikanischer Freiheit und Innovation zu demonstrieren, bieten wir Ihnen stolz die Möglichkeit, mit Kryptowährung zur Kampagne beizutragen. Die Rettung unserer Nation vor Bidens Misserfolgen erfordert Ihre Unterstützung. Während Biden Vorschriften und Bürokratie über uns alle häuft, ist Präsident Trump bereit, neue Technologien zu begrüßen, die Amerika wieder großartig machen werden.
Von der Website

Dass der Spitzenkandidat in seinem Wahlkampf jetzt vermehrt auf Bitcoin und Co. setzen wird, um so seinen Kontrahenten Biden Wählerstimmen abzugraben, geht auch aus der Pressemitteilung zu der neuen Spendenoption hervor.

Bidens Stellvertreterin Elizabeth Warren sagte im Rahmen eines Angriffs auf Kryptowährungen, dass sie eine "Anti-Krypto-Armee" aufbaue, um das Recht der Amerikaner, ihre eigenen finanziellen Entscheidungen zu treffen, zu beschränken. MAGA-Unterstützer, die jetzt eine neue Kryptowährungsoption haben, werden eine Krypto-Armee aufbauen, die die Kampagne am 5. November zum Sieg führt!
Aus der Pressemitteilung

Trump plötzlich pro Bitcoin?

Im Sommer 2021 betonte Trump noch, dass Bitcoin aus seiner Sicht nach einem Betrug aussieht. Generell hat sich der Republikaner auch immer wieder als ein großer Befürworter eines starken US-Dollar geoutet.

Doch der Ex-Präsident zeigt sich nach außen jetzt als “Krypto-Präsident”, der eine “Krypto-Armee” aufbauen will. Ob dahinter auch Überzeugung steckt oder den 77-Jährigen in dieser Hinsicht lediglich der Opportunismus treibt, ist schwer zu beurteilen. Für seinen Wahlkampf arbeitet Trump bereits mit Bitcoin Magazine, einem großen Bitcoin-Medium aus den USA, zusammen. Dies teilte der CEO David Bailey auf der Plattform 𝕏 mit.

Im vergangenen Monat haben wir mit der Wahlkampagne von Trump zusammengearbeitet, um ihre politische Agenda für Bitcoin und Kryptowährungen zu entwickeln. Wir haben eine umfassende Executive Order vorgeschlagen, die Präsident Trump am ersten Tag unterzeichnen soll. Ich werde die Details bald mitteilen.
David Bailey, CEO von Bitcoin Magazine

Eine zusätzliche Information teilte Bailey bereits heute Nacht mit. Laut ihm möchte Trump die Marktkapitalisierung von Bitcoin um Billionen US-Dollar steigen lassen – das soll der Ex-Präsident Bailey am Montag dieser Woche mitgeteilt haben.

Bei einem Asset, das rund 1,4 Billionen US-Dollar wert ist, würde das eine Vervielfachung des Preises bedeuten.

Trump hat mir gestern gesagt, dass er die Marktkapitalisierung von Bitcoin um Billionen erhöhen wird. Ich schwöre es Ihnen. Er ist auf den Zug aufgesprungen.
David Bailey

Den Tweet löschte der CEO von Bitcoin Magazine jedoch wenige Minuten nach der Veröffentlichung wieder.

Wird Bitcoin wahlkampfentscheidend?

Während Trump sich offen für Bitcoin und Kryptowährungen positioniert, sorgt Präsident Biden für großen Unmut mit seiner Anti-Haltung gegenüber der Assetklasse. Gegen eine Resolution, welche für eine Bitcoin-freundlichere Regulierung für US-Banken sorgen würde, kündigte Biden beispielsweise an, Veto einzulegen. Dies ist insofern ein Spiel mit dem Feuer für den Präsidenten, da selbst einige Demokraten im US-Senat für die Resolution stimmten – Blocktrainer.de berichtete. Der politische Gegenwind innerhalb der eigenen Partei nimmt entsprechend bereits zu.

Laut einem 𝕏-User, der sich laut eigenen Angaben für SMS-Nachrichten des Wahlkampfteams von Biden angemeldet hat, soll dieser derzeit gegen Trump Stimmung machen, indem er ihn bezichtigt, von Führungskräften aus der Krypto-Industrie Unterstützung zu erhalten.

Leute, die Lage könnte nicht ernster sein. Kryptowährungs-Führungskräfte und Ölbarone kommen für Trump aus der Deckung. [...] Aktuell überholt uns Trump. Er hat im April insgesamt 76 Millionen US-Dollar eingesammelt.
Aus der angeblichen SMS-Nachricht von Biden

In den Umfragen liegt Trump aktuell mit 1,3 Prozentpunkten vor Joe Biden. Der Ex-Präsident kommt auf 41,3 Prozent, während für die Wiederwahl des derzeitigen Präsidenten derzeit lediglich 40 Prozent stimmen würden. Wie die US-Präsidentschaftswahl im November ausgehen und welche Rolle Bitcoin noch im Wahlkampf einnehmen wird, dürfte spannend zu beobachten sein.