Skip to main content

Barry Silbert tritt aus dem Vorstand bei Grayscale zurück – Bedingung für den Bitcoin-ETF?

Am von

currency_bitcoinBitcoin kaufen double_arrow favoriteUnterstütze uns double_arrow

Barry Silbert, der CEO der Digital Currency Group (DCG), gilt als eine der mächtigsten Personen in der Krypto-Branche. Zu dem von ihm geleiteten Konzern gehören unter anderem bekannte Firmen wie das Nachrichtenportal Coindesk, der bekannte Miningpool Foundry, der größte kryptospezifische Vermögensverwalter Grayscale, aber auch der mittlerweile insolvente Lending-Service Genesis.

Aus einer Einreichung bei der SEC geht nun hervor, dass der Unternehmer seinen Platz im Vorstand bei Grayscale zum 1. Januar 2024 räumen wird. Gerüchten zufolge als Teil eines Deals mit der SEC, um bessere Chancen für die Genehmigung des Antrags zur Umwandlung des eigenen Trusts in einen Spot Bitcoin-ETF zu erzielen.

Am 26. Dezember 2023 gab Grayscale Investments, LLC, der Sponsor von Grayscale Bitcoin Trust (BTC), bekannt, dass Barry E. Silbert und Mark Murphy das verbleibende Mitglied des Sponsors über ihren Rücktritt aus dem Vorstand mit Wirkung zum 1. Januar 2024 informiert haben und dass das einzige Mitglied Mark Shifke, Matthew Kummell und Edward McGee mit Wirkung zum 1. Januar 2024 in den Vorstand berufen hat.

Herr Shifke tritt die Nachfolge von Herrn Silbert als Vorsitzender des Board of Directors an. Mit Wirkung vom 1. Januar 2024 besteht der Vorstand aus Herrn Shifke, Herrn Kummell, Michael Sonnenshein und Herrn McGee, die auch die Befugnisse behalten, die ihnen als leitende Angestellte im Rahmen des Gesellschaftsvertrags mit beschränkter Haftung des Sponsors gewährt werden.

Auszug aus der Einreichung bei der SEC

Wie Blocktrainer.de bereits im Oktober berichtete, laufen derzeit Ermittlungen der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft gegen Silbert und seine Unternehmen DCG und Genesis sowie die Kryptobörse Gemini, insbesondere im Zusammenhang mit Anlagebetrug. Dies sind natürlich nicht die besten Voraussetzungen für eine Genehmigung des eigenen ETF-Antrags.

Lese-Tipp | Klagen gegen Krypto-Unternehmen: DCG, Gemini und Genesis im Visier der Staatsanwaltschaft!

Die Hintergründe des Rücktritts


Im Zentrum der Debatte um Silberts Rücktritt steht deshalb die Vermutung, dass es entweder Teil einer strategischen Neupositionierung im Hinblick auf die ETF-Genehmigung durch die US-Börsenaufsicht SEC, oder sogar Bedingung eines Deals mit der Behörde sein könnte.

Und da ist er, dieser Rücktritt ist mit Sicherheit eine Vereinbarung mit Barry, damit Grayscale in die Reihen zu den ETFs aufgenommen werden kann.

Adam Cochran, Partner bei Cinneamhain Ventures und Krypto-Influencer

Grayscale hat schon seit Langem versucht, den eigenen Bitcoin Trust (GBTC) in einen Spot-ETF umzuwandeln. Bisher ohne Erfolg. Mit dem Eintritt einiger weiterer großer Player, wie zum Beispiel BlackRock, verbesserte sich das Blatt für die Antragsteller schlagartig. Dass außerdem das US-Berufungsgericht im District of Columbia die frühere Ablehnung der SEC infrage gestellt und eine neue Überprüfung angeordnet hat, war ein weiterer wichtiger Trumpf auf dem Weg zur Zulassung der ETFs. Und dennoch ist eine Genehmigung noch lange nicht in Stein gemeißelt.

Ob der Rücktritt wirklich damit zusammenhängt, ist nicht ganz klar, da seitens Silbert oder Grayscale bisher keine Aussagen dazu getätigt wurden. Naheliegend ist diese Theorie jedenfalls.

Überarbeitung des ETF-Antrags

Interessanterweise wurde im Zusammenhang mit der Verkündung von Silberts Rücktritt auch der eigene ETF-Antrag (S-3) von Grayscale überarbeitet. Diese Überarbeitung ist wohl eine Reaktion auf jüngste Gespräche mit der SEC und ein Versuch, den regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden. Ein zentraler Aspekt der Überarbeitung ist die Verbesserung der Transparenz und Sicherheit für die Anleger. Grayscale muss überzeugend darlegen, wie sie die Bedenken der SEC hinsichtlich Marktmanipulation und Liquidität adressieren und gleichzeitig die Integrität und Stabilität des Fonds gewährleisten können.

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Überarbeitung des Antrags ist die Abwicklung des Creation-Redemption-Prozesses über das sogenannte „In-Cash“-Verfahren. Über die Hintergründe dazu hat Blocktrainer.de in den vergangenen Tagen ebenfalls mehrfach berichtet. Insidern zufolge signalisierte die SEC nämlich inoffiziell bereits grünes Licht für die ETF-Anträge, sofern diese via „In-Cash“ und nicht „In-Kind“ abgewickelt werden. Diesem Wunsch scheint sich Grayscale nun gebeugt und die entsprechenden Stellen im Antrag angepasst zu haben.

Lese-Tipp | Bitcoin ETF-Zulassung: SEC signalisiert grünes Licht, berichtet FOX

Fazit

Barry Silberts Rücktritt und die laufenden Ermittlungen gegen seine Unternehmen werfen einige wichtige Fragen auf. Sind die laufenden Ermittlungen der Grund für den Rücktritt? War dieser aus freien Stücken motiviert? War er Teil eines Deals mit der SEC? Und falls, ja, warum?

Ob wir zeitnah Antworten auf diese Fragen bekommen werden, steht noch aus. Spätestens im Hinblick auf die Fristen Anfang Januar, zu denen die SEC eine Entscheidung zu den ETF-Anträgen fällen muss, wird gegebenenfalls einiges klarer werden.