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SEC-Chef Gensler äußert sich zu möglicher Bitcoin-ETF Genehmigung im Januar

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In einem gestern geführten Interview mit CNBC hat Gary Gensler, der Vorsitzende der US-Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (SEC), einige vage und doch wichtige Einblicke in die laufenden Überlegungen der Behörde bezüglich der Zulassung von Spot Bitcoin-ETFs gegeben.

Gensler erklärte, dass die SEC derzeit „zwischen acht und einem Dutzend Anträge“ (genau genommen sind es exakt 12) für solche börsengehandelten Bitcoin-Fonds prüft. Er betonte dabei seine Rolle als SEC-Chef, und erklärte eigentlich, dass er sich nicht vorab genauer dazu äußern möchte.

Ich bin der Vorsitzende einer Kommission. Es ist nicht meine Aufgabe, irgendetwas vorwegzunehmen.

Gary Gensler, SEC

Gerichte lassen Haltung überdenken

Die SEC hat in der Vergangenheit bereits mehrere Anträge für Spot Bitcoin-ETFs abgelehnt und die Entscheidungen zu den jüngsten Anträgen stets aufgeschoben. Gensler wies jedoch darauf hin, dass kürzliche Gerichtsentscheidungen die Behörde zu einem „neuen Blick“ auf diese Anträge veranlasst haben. Insbesondere bezog er sich auf die Entscheidung des Gerichts im District of Columbia, das die SEC anwies, den Antrag von Grayscale Investments erneut zu überprüfen und die Behörde dazu veranlasst hat, ihre bisherige Haltung zu überdenken.

Dieses Urteil, das am 23. Oktober erging, folgte einem früheren Urteil des Gerichts vom 29. August. Das Gericht stellte fest, dass der Antrag von Grayscale Ähnlichkeiten mit bereits genehmigten Bitcoin-Futures-ETFs aufwies und daher als genehmigungswürdig erschien.

Wie Sie vielleicht wissen, haben wir in der Vergangenheit eine Reihe dieser Anträge abgelehnt, aber die Gerichte hier im District of Columbia haben sich dazu geäußert, und deshalb sehen wir uns die Sache auf der Grundlage dieser Gerichtsentscheidungen noch einmal an.

Gary Gensler

Unkonkrete Aussagen

Gensler äußerte sich allerdings nicht konkret zu den Aussichten einer Genehmigung, was abermals Raum für Spekulationen lässt. Abgesehen davon, dass man sich die Anträge erneut ansehe, sagte er lediglich: „Das geht gerade durch den Prozess“. Diese vagen Andeutungen haben am Krypto-Markt zu einer Mischung aus Hoffnung und Skepsis geführt. Der Jahreswechsel wird wohl mit Spannung erwartet, denn das Fenster für eine Genehmigung liegt zwischen dem 05. und 10. Januar 2024. Ob und wann eine Genehmigung erteilt wird, bleibt jedoch ungewiss.

Die Moderatorin Sara Eisen brachte die allgemeine Marktstimmung auf den Punkt, indem sie bemerkte: „Der Markt ist sehr gespannt darauf!“.

Lese-Tipp | SEC sucht Feedback zu Bitcoin-ETFs – Ein weiterer Schritt in Richtung Genehmigung?

Viel Betrug

Der SEC-Vorsitzende wies jedoch auch zu wiederholten Male darauf hin, dass im allgemeinen Kryptobereich – nicht speziell bei Bitcoin – häufig die Einhaltung der Wertpapiergesetze vernachlässigt wird. Er betonte, dass es im Krypto-Markt außerdem noch immer zu viel Betrug und zu viele bösartige Akteure gebe. Zudem merkte er an, dass viele Krypto-Projekte nicht die grundlegenden Informationen bereitstellen, die Anleger benötigen, und dass Krypto-Börsen Praktiken anwenden, die in anderen Bereichen des Finanzsystems nicht erlaubt sind.

Es gibt eine Menge Verstöße, nicht nur gegen die Wertpapiergesetze, sondern auch gegen andere Gesetze, die sich mit Geldwäsche und dem Schutz der Öffentlichkeit vor betrügerischen Machenschaften befassen. Deshalb möchte ich anmerken, dass es in diesem Bereich noch immer keine umfassenden Informationen über viele dieser Projekte gibt.

Wir haben festgestellt, dass es sich hier wirklich um den Wilden Westen handelt, und zwar rund um den Globus. Ich möchte nochmals betonen, dass dies nur ein kleiner Teil unserer US-Kapitalmärkte ist. Aber es kann das Vertrauen untergraben, wenn so viele Menschen geschädigt wurden und alles, was sie tun können, ist, sich bei einem Konkursgericht in die Schlange zu stellen.

Gary Gensler

Sollten er und seine Kollegen bei der SEC nicht anerkennen, dass Bitcoin mittlerweile kein Teil dieses wilden Westens mehr ist, könnte diese Ansicht zumindest gegen eine baldige Genehmigung der ETF-Anträge sprechen. Allerdings können genau diese auch dazu beitragen, mehr Struktur und Regulierung in den Markt zu bringen. Wie zuvor erwähnt, wird der Januar definitiv ein spannender Monat werden.

Video

Hier ein Ausschnitt aus dem Interview.