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Binance Zukunft Probleme

Die Zukunft von Binance – Unsere Einschätzung

In den letzten Tagen und Wochen gab es viel Wirbel um Binance, die größte aller Krypto-Börsen in Bezug auf die Anzahl der angemeldeten Nutzer und das tägliche Handelsvolumen. Da sich Binance bisher (Firmensitz auf Malta) in regulatorischen Grauzonen bewegte wurde das weltweit agierende Unternehmen nun von verschiedenen Aufsichtsbehörden, wie beispielsweise der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder der Financial Conduct Authority (FCA) genauer unter die Lupe genommen. Moniert werden vor allen Dingen fehlende Lizenzen für verschiedene Produkte und Services, die das Unternehmen anbietet sowie, starke Abweichungen von gängigen regulatorischen Praktiken.

Regulatorische Grauzone

Binance hielt sich weder an übliche Ein- bzw. Auszahlungslimits für Nutzer, die keinen Know-Your-Customer-Prozess durchlaufen haben, noch an Bestimmungen zur Regulierung von „wertpapierähnlichen Assets“. Dass diese Vorgehensweise den zuständigen Behörden ein Dorn im Auge ist, ist nur wenig verwunderlich. Immerhin konnte man ohne einen Verifizierungsprozess bis zu zwei BTC auszahlen lassen, was wohl gegen so ziemlich jede Geldwäscherichtlinie in fast allen Ländern dieser Welt sprechen dürfte.

Verifizierungslevel Binance
Mit einfacher Level-1 Anmeldung (ohne KYC) betrug das tägliche Abhebelimit 2 BTC.

Aus diesem Grund überschlugen sich in den vergangenen Wochen die Meldungen, zur beliebten Börse und die etwaigen Strafen, die sie zu erwarten hätten. Es wurde viel darüber spekuliert, ob es überhaupt zu Bestrafungen kommt und wie diese dann aussehen würden. Wird es auf eine einfache Geldstrafe hinauslaufen, die Binance wohl mit Leichtigkeit bezahlen könnte? Oder wird die Exchange ihren Betrieb gar einstellen müssen? Wird sich die Börse einfach dem Druck der Regulatoren beugen, einige Anpassungen vornehmen und ungestraft davon kommen? Die Wahrheit wird wohl irgendwo in der Mitte liegen und je nach Jurisdiktion anders gehandhabt werden.

Binance muss dicht machen

Einige Länder, wie z.B. der südostasiatische Staat Malaysia haben bereits auf die harte Tour reagiert und ein Geschäftsverbot für Binance ausgesprochen. Ab dem 26.7.2021 haben die malaysischen Behörden den Verantwortlichen bei Binance 14 Tage Zeit eingeräumt, um sowohl die Webseite als auch die mobilen Apps unzugänglich zu machen. Außerdem wurde angeordnet, dass die Börse sofort alle Medien- und Marketingaktivitäten einstellt die an malaysische Investoren gerichtet sind. Einschließlich der Verbreitung, Veröffentlichung oder Versendung von Werbung und/oder anderem Marketingmaterial, sei es per E-Mail oder anderweitig. Sogar die Aufnahme von Malaysischen Staatsbürgern in die offizielle Telegram Gruppe ist untersagt und muss von Binance verhindert werden.

Malaysische Kunden wurden unterdessen angewiesen umgehend ihr gesamtes Guthaben von der Börse abzuziehen und sämtliche Handelsaktivitäten einzustellen. Was mit denjenigen Geldern passiert, die nicht rechtzeitig abgehoben werden ist leider nicht genauer bekannt. Ob diese gelöscht oder eingefroren werden oder später auch aus anderen Ländern ausbezahlt werden können wurde bisher noch nicht geklärt.

Druck in Europa – Starke Änderungen

Die europäischen Behörden gehen mit Binance nicht ganz so hart ins Gericht, wie die Securities Commission aus Malaysia. Nichtsdestotrotz wurde seitens der BaFin, der FCA und Co. ein enormer regulatorischer Druck auf den CEO Changpeng Zhao („CZ“) und andere Verantwortliche des Krypto-Unternehmens ausgeübt.

Damit Binance in Deutschland bzw. Europa fortführen darf, gab es einige Änderungen, die vorgenommen werden mussten, um einen gewissen Verbraucherschutzstandard sowie die Einhaltung von KYC- und AML-Richtlinien garantieren zu können.

Chanpeng Zhao auf Treppe
Changpeng Zhao, CEO Binance
Quelle: Forbes.com

Neue Limits

Zu diesen Änderungen gehörten allen voran die Anpassung der Auszahlungslimits für nicht verifizierte Kunden des Unternehmens. Während diese bis vor wenigen Tagen noch bei täglich zwei BTC (was zeitweise einen Gegenwert von über 100.000€ bedeutete) wurde dieses nun vergangene Woche auf 0,06 BTC gesenkt. Dies entspricht zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels etwa 2000€.

Maximum für Hebel-Token

Des Weiteren richtete Binance einen Maximalbetrag für die Verwendung von sogenannten „Hebel-Token“ ein. Diese Hebeltoken (Leveraged Tokens) sind für kurzfristige Wetten auf Marktbewegungen konzipiert und „hebeln“ (=verstärken) die Präferenz für das gewünschte Momentum. Kurz gesagt: Diese Token vervielfachen sowohl die Gewinne, als auch die Verluste, des entsprechenden Kurswerts. Beispielsweise würde ein Token, der 5x-gehebelt den Bitcoin-Kurs repräsentiert, bei einer BTC-Kurssteigerung um 1000€, um jeweils das fünffache steigen. Das gleiche gilt aber natürlich auch für die Gegenrichtung.

Hebel-Token sind ein sehr gefährliches Instrument für laienhafte Trader und entsprechend besorgt waren die Regulierungsbehörden um deren Verwendung. Aus diesem Grund musste Binance nun ein maximales Limit für Handelspositionen mit Hebeltoken einführen. Ab dem 05.08.2021 liegt dieses bei einem Gegenwert von 2500 US-Dollar.

Keine Futures und Derivate mehr

In Deutschland, Italien und den Niederlanden waren den Aufsichtsbehörden diese Schritte jedoch noch nicht genug, da sie in vielen von Binance angebotenen Services und Produkten noch immer große Gefahren für deren Kunden sahen.

Besonders im weitestgehend unregulierten Handel von Terminkontrakten und Derivaten sahen BaFin und Co. ein Problem, weswegen diese in den drei genannten Ländern zum 30.07.2021 mit sofortiger Wirkung eingestellt wurden.

Deutsche, italienische und niederländische Kunden mit bestehenden Positionen haben 90 Tage Zeit um diese zu schließen.

In anderen Ländern sollen außerdem die Hebel-Optionen für den Futures-Handel auf maximal 20x reduziert werden.

Anstellung von Experten & Steuertool

Neben all den Änderungen an Produkten und Services, stehen auch interne Veränderungen an, um das Unternehmen regulatorisch sauberer aufzustellen. CZ erklärte gegenüber Forbes, dass neben der Einführung eines neuen Tools zur Erstellung von Steuerreporten auch aktiv an der Anstellung von Experten aus den Bereichen Regulierung und Compliance gearbeitet wird.

„Wir stellen aktiv Führungskräfte mit Erfahrung im Bereich Regulierung und Compliance ein. Binance ist bereit, Regulierungsbehörden aus der ganzen Welt zu unterstützen und gemeinsam den optimalen Weg zu finden, um ein faires Spielfeld zu schaffen – Verbraucherschutz ist uns allen wichtig. Wir wollen ein nachhaltiges Ökosystem rund um die Blockchain-Technologie schaffen.“

Changpeng Zhao, CEO Binance

Unsere Einschätzung für die Zukunft

Einer der am häufigsten seitens des Blocktrainer-Teams genannten Kritikpunkte an Binance, war stets die fehlende regulatorische Korrektheit beziehungsweise die fehlenden Lizenzen zur rechtssicheren Ausübung ihres Kerngeschäfts. Wir haben häufiger davor gewarnt, dass es früher oder später zu genau diesem Punkt kommen könnte, an dem z.B. die Bürgerinnen und Bürger Malaysias gerade sind. Dass staatliche Behörden eher früher als später gegen Binance und seine (illegalen?) Grauzonen-Praktiken vorgehen wird, war mehr oder minder klar.

Jetzt gilt es jedoch zu beobachten, wie sich das Unternehmen verhalten wird, wie die Zusammenarbeit mit den Regulierungsbehörden stattfinden wird und was das für die Zukunft der beliebten Börse bedeuten wird.

Viele Warnungen

Das Blocktrainer-Team sieht in der aktuellen Situation tatsächlich mehr eine Chance als ein Risiko für Binance und viele ihrer Kunden bzw. Nutzer. Man kann bereits erkennen, dass die Exchange durchaus dazu bereit ist, mit den Behörden zusammenzuarbeiten und deren Auflagen so gut es geht zu erfüllen. Ein Komplettverbot ähnlich wie in Malaysia sehen wir derzeit nicht, solang Binance das Spiel von Bafin und Co. mitspielt.

Dass Produkte, wie Hebel-Token und gehebelte Derivate stärker reguliert oder gar verboten werden, sehen wir im Hinblick auf den hohen Anteil an „Amateurtradern“ im Markt, tatsächlich auch eher positiv. Wir warnen bereits seit vielen Jahren vor derartigen Produkten und Verfahrensweisen und empfehlen unseren Leserinnen und Lesern, beziehungsweise Zuschauerinnen und Zuschauern, die Finger davon zu lassen, sofern man nicht zu 100% wissen was sie tun.

Binance hat mehr als genug Kapital, um sich an regulatorische Vorschriften zu halten und Experten zu bezahlen, die bei diversen Prozessen und deren Umsetzung behilflich sein können. Wenn es der Börse gelingt, den jahrelang innerhalb der Grauzone aufgebauten Kundenstamm hinüber in regulatorisch sichere Fahrwasser zu schiffen, dann prophezeien wir dem Unternehmen eine durchaus rosige Zukunft.

Sofern sie über die notwendigen Lizenzen verfügen, um den Betrieb auch längerfristig gewährleisten zu können und sofern sie künftig nicht mehr jeden Betrugscoin anbieten und Laien dazu verleitet werden ihr hart erarbeitetes Geld mit gehebelten Tokens zu verbrennen, dann könnte Binance künftig tatsächlich für viele Nutzer durchaus zum empfehlen sein.

Kommen jetzt die Institutionellen?

Ein regulatorisch korrekt positioniertes Binance könnte den großen Konkurrenten Kraken und Coinbase außerdem auch bei der Akquise von institutionellen Investoren den Rang ablaufen oder zumindest ernsthaft Konkurrenz machen. Bisher war Binance an dieser Front nämlich kaum aktiv, da sich die großen Hedgefonds und Kapitalgesellschaften natürlich eher an lizenzierte Unternehmen gewendet haben. Sollte es Binance gelingen den Spagat zwischen den Retail-Kunden bzw. Kleinanlegern und den den großen institutionellen Kunden zu machen, könnte es deren Geschäft weiter ankurbeln und die Geschäfte, die ihnen durch die Abschaffung von Futures und Derivaten entgehen um ein vielfaches wett zu machen.

Wir werden Binance auf jeden Fall im Auge behalten. Im Moment sieht es jedenfalls stark danach aus, als dass man Binance durchaus guten Gewissens weiterempfehlen kann.


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