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Michael Saylor in der Kritik: Funktioniert die Bitcoin-Revolution nur durch die Hintertür?

Am von
Bitcoin Backdoor

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Michael Saylor, der Gründer von MicroStrategy, hat sich in den letzten Jahren als eine der prominentesten Stimmen in der Bitcoin-Community etabliert. Einige Äußerungen in einem bereits drei Jahre alten Interview mit der BTC Times haben jedoch jüngst wieder für Aufsehen und Kritik innerhalb der Bitcoin Community gesorgt, insbesondere sein damaliger Appell: „Hört auf, über regulatorische Arbitrage zu reden. Zensurresistenz, Privatsphäre und Steuerhinterziehung sind schlechte Ideen. Wir hassen das. Leute mit Milliarden von Dollar wollen nicht in Krypto-Netzwerke investieren, die Anarchisten unterstützen“.

Für viele Anhänger der ersten Stunde, den sogenannten Cypherpunks, stand und steht Bitcoin für genau diese Werte: Widerstand gegen Zensur, Datenschutz und eine Alternative zum traditionellen Finanzsystem. Saylors Worte klingen daher wie ein Verrat an diesen Idealen. Doch ein genauerer Blick auf seine Argumentation zeigt, dass er nicht unbedingt falsch liegt, respektive lag, man ihn jedoch schnell und leicht falsch verstehen kann, wenn man es darauf anlegt.

Revolution durch die Hintertür

Saylor argumentiert, dass eine Revolution des Finanzmarktes nicht durch lautes Schreien nach Anarchie erreicht wird, sondern durch schrittweise Integration in das bestehende System. Er betont, dass Bitcoin nicht nur als Währung, sondern auch als Vermögenswert (Asset) betrachtet werden sollte. Wenn Bitcoin erst einmal als Asset akzeptiert ist, wäre es nur ein kleiner Schritt, es auch als Währung zu nutzen.

„Bitcoin kann ein monetäres Netzwerk und ein Instrument der wirtschaftlichen Selbstbestimmung werden, aber der beste Weg dorthin ist schrittweise und pragmatisch, in Harmonie mit dem politischen System,” so Saylor. Diese pragmatische Herangehensweise steht allerdings im Gegensatz zur oft radikalen Rhetorik einiger Bitcoin-Enthusiasten. Und wenn man möchte, kann man Saylors Worte auch ohne seine weiteren Erklärungen herauspicken und missverstehen. Es stellt sich dann allerdings die Frage, wie zielführend dies ist.

Die schrittweise Integration, wie der Microstrategy-Gründer sie anspricht, kann man in gewisser Weise als „Revolution durch die Hintertür“ sehen, bei der Bitcoin nicht frontal gegen das bestehende Finanzsystem antritt, sondern sich schleichend und unauffällig in dieses integriert.

Wenn Bitcoin ein souveränes Geld werden soll, muss es sich in jeden Winkel der Erde ausbreiten. Um sich in jeden Winkel der Erde auszubreiten, kann man nicht einfach durch das Tor stürmen und nach Krypto-Anarchie schreien. Square- und Paypal-Integrationen müssen nicht das Endspiel sein, aber sie werden uns helfen, dorthin zu gelangen.

Michael Saylor

Ein trojanisches Pferd

Diese Ansicht wird durch die Analogie des „Trojanischen Pferds der Freiheit“ unterstützt, wie sie Alex Gladstein, der CSO der Human Rights Foundation, in seinem gleichnamigen Buch (→ Jetzt kaufen!) beschrieben hat. Das Trojanische Pferd war, wie den meisten bekannt sein dürfte, in der antiken Mythologie eine Kriegslist, bei dem die Griechen ein riesiges Holzpferd bauten, in dessen Innerem sich Soldaten versteckten. Die Trojaner, die das Pferd als Geschenk sahen, brachten es in ihre Stadt, ohne zu wissen, dass es Soldaten enthielt, die in der Nacht herauskamen und die Stadt von innen heraus eroberten.

In ähnlicher Weise kann auch Bitcoin als ein „Trojanisches Pferd“ betrachtet werden, das in das bestehende Finanzsystem eingeführt wird, ohne dass seine wahren Absichten und Potenziale sofort erkennbar sind. Während es anfangs als bloßes Investment oder Spekulationsobjekt gesehen werden kann, birgt es das Potenzial, das bestehende Finanzsystem von innen heraus zu transformieren und den Menschen mehr finanzielle Freiheit und Autonomie zu bieten. Das ist es, auch, was Michael Saylor in seinem Interview erklärte.

Trojanisches Pferd Bitcoin

Gladstein argumentiert darüber hinaus, dass Bitcoin nicht nur eine technologische Neuerung ist, sondern auch ein Werkzeug der Freiheit. In Ländern mit autoritären Regimen oder eingeschränkter finanzieller Freiheit kann Bitcoin den Menschen helfen, Zensur zu umgehen, Vermögen zu schützen und wirtschaftliche Selbstbestimmung zu erlangen.

In diesem Kontext wird deutlich, dass Saylors Ansatz, Bitcoin schrittweise in das bestehende System zu integrieren, nicht nur eine pragmatische Strategie ist, sondern auch eine, die das Potenzial hat, das Finanzsystem in seinen Grundfesten zu erschüttern – eben wie ein metaphorisches „Trojanisches Pferd der Freiheit“.

Ein Teufelskreis?

Saylor wies im Interview außerdem auf ein Dilemma hin: Wenn Bitcoin zu einer souveränen Währung werden soll, muss es in jeder Ecke der Erde verbreitet sein. Aber um das zu erreichen, sollte man besser nicht mit lauter Anarchie-Rhetorik hausieren gehen. Es ist ein Teufelskreis: Für eine breite Akzeptanz muss Bitcoin möglicherweise einige seiner radikalen Wurzeln (vorübergehend?) opfern. Aber ohne diese Akzeptanz kann und wird es vermutlich nie sein volles Potenzial entfalten.

Fazit

Michael Saylor mag für seine Ansichten kritisiert werden, aber er brachte damals durchaus eine wichtige Perspektive in die Debatte ein. Die Zukunft von Bitcoin wird sehr wahrscheinlich nicht nur von Idealen, sondern auch von Pragmatismus geprägt sein. Der aktuelle Hype, um die noch ausstehenden Genehmigungen für sogenannte Spot Bitcoin-ETFs sind in dieser Hinsicht das beste Beispiel. Es bleibt abzuwarten, welchen Weg die Bitcoin-Community weiterhin einschlagen wird, aber Saylors Worte bieten sicherlich viel Stoff zum Nachdenken.


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