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Umsatz der Miner sinkt auf Zwei-Jahres-Tief und sorgt für Einbruch der Hashrate

Am von Miner Gewinn

Wie On-Chain Daten belegen, fielen die Umsatzerlöse der Bitcoin-Miner auf ein neues Zwei-Jahres-Tief. Grund war die hohe Hashrate in den vergangenen Wochen und der fallende Bitcoinpreis. Die lang erwartete Miner-Kapitulation könnte damit nun eintreten, genauer gesagt argumentieren einige Experten, dass diese bereits begonnen habe.

Umsatzerlöse erreichen Zwei-Jahres-Tief

Die Umsatzerlöse der Miner setzen sich aus der Blockbelohnung und den Transaktionskosten zusammen. Zunächst korrelieren diese mit der Hashrate im Netzwerk. Je mehr Miner nach einem Block schürfen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein einzelner Miner einen Block findet. Die Gewinnmarge der Miner fällt damit bei einer Zunahme der Hashrate. Im November erreichte die Hashrate noch ein Allzeithoch von 271 Exahashes pro Sekunde (EH/s) und setzte damit die Mining-Unternehmen immer weiter unter Druck.

Zusätzlich ist der Bitcoinpreis ein weiterer wichtiger Faktor für die Miner. Ein Großteil der Kosten der Miner werden in Fiatgeld bepreist. Die Miner sind deshalb gezwungen, einen Teil ihres Gewinns aus dem Mining-Geschäft wieder in Fiatgeld umzuwandeln, um ihre Rechnungen begleichen zu können. Folglich sinkt die Gewinnmarge der Miner, wenn der Bitcoinpreis fällt.

Die hohe Hashrate und der niedrige Bitcoinpreis führten dazu, dass der tägliche ausbezahlte Gesamterlös der Miner auf 11,67 Millionen US-Dollar zurückging und sich damit auf dem niedrigsten Niveau seit dem 2. November 2020 befindet. Zum Vergleich: Im April des letztjährigen Bullenmarktes betrugen die täglichen Umsatzerlöse noch 81 Millionen US-Dollar.

Die täglichen Umsatzerlöse der Miner befinden sich auf einem Zwei-Jahres-Tief. Quelle: Blockchain.com

Hashrate bricht ein

Der Mining-Markt von Bitcoin folgt einfachen ökonomischen Regeln. Steigt der Gewinn der Miner, werden weitere Unternehmen dazu angeregt, ebenfalls in den Mining-Markt einzusteigen. In einem Bullenmarkt mit steigenden Bitcoin-Kursen nimmt deshalb die Hashrate überproportional zu.

Allerdings erscheinen in einem Bullenmarkt Mining-Operationen profitabel, welche unter normalen besser gesagt schlechteren Marktbedingungen kaum einen Gewinn erwirtschaftet hätten. Der Bärenmarkt sorgt dafür, dass diese Miner ausselektiert werden und nur die effizientesten Mining-Unternehmen den Bärenmarkt überstehen. Dieses Ereignis wird auch als „Kapitulation der Mining-Industrie“ bezeichnet.

Im Gegensatz zu vergangenen Bärenmärkten kam es bisher noch zu keiner Kapitulation. Im Gegenteil: Die Hashrate erreichte im November noch ein neues Allzeithoch. Die FTX-Insolvenz und der damit verbundene Abverkauf könnte allerdings die Schmerzgrenze mancher Mining-Unternehmen gewesen sein. Die Hashrate fiel im 7-Tages-Schnitt von ihrem Allzeithoch von 271 EH/s auf 230 EH/s und verzeichnete damit ein Minus von 15%.

Die Hashrate des Bitcoin-Netzwerks. Quelle: Glassnode

Ausblick

Der Rückgang der Mining-Erlöse führt dazu, dass die Miner anderweitig liquide Mittel benötigen, um ihre Geschäftskosten decken zu können. Aufgrund der langfristigen Wertsteigerung des Bitcoins versuchen die Mining-Unternehmen einen Verkauf ihrer geschürften BTC zu vermeiden. Ein Anstieg der Bitcoin-Verkäufe ist deshalb ein klarer Indikator für eine mögliche Kapitulation der Industrie.

Daten belegen, dass sich die Industrie in dieser Phase befindet. Der Verkaufsdruck auf die Miner erreichte letzte Woche ein 7-Jahres-Hoch. Allein in den vergangenen drei Wochen stieg der Verkaufsdruck um 400% an. Charles Edwards, CEO von Capriole Investments, bezeichnete die derzeitige Marktsituation als »ein Blutbad für die Miner«:

Es ist ein Blutbad für die Miner.

Wir erleben die aggressivsten Verkäufe durch die Miner seit fast 7 Jahren. Ein Zuwachs von 400% in nur drei Wochen!

Wenn der Preis nicht bald wieder steigt, werden wir einige Bitcoin-Miner sehen, welche ihren Betrieb einstellen müssen.“

Charles Edwards, CEO Capriole Investments

Der Rückgang der Hashrate signalisiert, dass der Verkauf der Bitcoin-Reserven nicht ausreicht und erste Unternehmen beginnen ihre Mining-Operationen einzustellen. Erst letzte Woche gab das Mining-Unternehmen Iris Energy bekannt, einen Großteil ihrer ASIC-Flotte abschalten zu müssen. Wie stark das Kapitulationsevent ausfallen wird, ist schwer einzuschätzen. Im November 2018 fiel die Hashrate innerhalb von einem Monat um 36% auf 35 EH/s.

Einen weiteren Ausblick liefert die Schwierigkeit des Bitcoin-Netzwerks. Diese gibt an, wie komplex die Berechnung eines neuen gültigen Blocks ist und wird anhand des Blockintervalls von 2016 Blöcken angepasst. Derzeit befindet sich die Schwierigkeit auf einem Allzeithoch. Für die kommende Schwierigkeitsanpassung, welche in knapp einer Woche stattfinden wird, wird eine Anpassung von -11,6% vorhergesagt. Diese könnte damit zunächst für Entspannung auf dem Mining-Markt sorgen.