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Neuer Zusatz im ETF-Antrag: Will BlackRock Bitcoin zu Proof-of-Stake umstellen?

Am von

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Bereits gestern berichtete Blocktrainer.de darüber, dass der weltgrößte Vermögensverwalter seinen Antrag für einen Spot Bitcoin-ETF aktualisiert hat. Ein aufmerksamer User in unserem kostenlosen Forum machte uns darauf aufmerksam, dass eine neu hinzugefügte Passage gegebenenfalls zu Verwirrung oder gar „FUD“ (Angst/Unsicherheit/Zweifel) führen könnte. Der besagte Abschnitt behandelt nämlich das Thema Bitcoin und „Proof-of-Stake“ (PoS).

Der Wechsel des Konsensmechanismus von „Proof-of-Work“ zu „Proof-of-Stake“ bei Ethereum wurde im Antrag als Beispiel angebracht, wie leicht ein solcher Umstieg funktionieren kann. Es wurde geschildert, dass es zu einer Spaltung kam, wobei die PoS-Variante als wesentlich wertvoller betrachtet wurde. Daraus resultierend könnte man als unsicherer Leser natürlich zu dem Gedanken kommen, dass BlackRock langfristig etwas Ähnliches mit Bitcoin vorhat und eventuell eines Tages Lobby-Arbeit in diese Richtung plant. Doch ist die Angst, dass BlackRock Bitcoin zu Proof-of-Stake umstellen möchte, gerechtfertigt? Wir klären auf.

Am 15. September 2022 schloss das Ethereum-Netzwerk seinen Merge ab und wechselte von einem Proof-of-Work-Modell zu einem Proof-of-Stake-Modell. Ethereum-Proof-of-Work-Miner, die mit dem neuen Konsensmechanismus nicht einverstanden waren, spalteten das Netzwerk auf, woraus das Ethereum-Proof-of-Work-Netzwerk entstand. Das Ethereum Proof-of-Work-Netzwerk wurde von einer kleinen, aber lautstarken Gruppe von Minern vorangetrieben, die an ihren Einnahmen festhalten wollten, als Ethereum auf Proof-of-Stake umstieg. Die große Mehrheit der Token-Inhaber stimmte für die neue Proof-of-Stake-Konsensmethode. Die Abspaltung hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf das Ethereum-Netzwerk. Alle Ether-Inhaber erhielten als Ergebnis des Hardforks Ethereum-Proof-of-Work-Netzwerktoken via Airdrop. Allerdings waren nicht alle Liquiditätsanbieter in der Lage, den neuen Token zu handeln, und der Ethereum-Proof-of-Work-Network-Token verlor fast sofort einen Großteil seines Wertes.

Eine künftige Abspaltung des Bitcoin-Netzwerks könnte sich negativ auf den Wert der Anteile oder die Fähigkeit des Trusts auswirken, zu operieren.

Auszug aus dem BlackRock-Antrag

Die Notwendigkeit der Risikoabsicherung bei ETFs

Insbesondere in einem Umfeld, das so dynamisch und volatil wie der Bitcoin- bzw. Kryptomarkt ist, müssen ETF-Herausgeber wie BlackRock eine umfassende Risikoabsicherung betreiben. Das ist ganz normal und nichts Außergewöhnliches. Dies beinhaltet unter anderem die genaue Analyse und Offenlegung potenzieller Risiken, die mit der Investition in den ETF genauer gesagt die zugrunde liegenden Bitcoin verbunden sind. BlackRock zählt zu diesen Risiken unter anderem die Marktvolatilität, regulatorische Änderungen und technologische Entwicklungen, die die Funktionsweise und den Wert von Bitcoin beeinflussen könnten. Die Erwähnung solcher Risiken im ETF-Antrag ist, wie bereits erwähnt, ein Standardverfahren und dient dazu, Investoren transparent über mögliche Gefahren aufzuklären.

Die Fondsanteile sind spekulativ und mit einem hohen Risiko behaftet. Bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen, sollten Sie die nachstehend beschriebenen Risiken sowie die anderen in diesem Prospekt enthaltenen Informationen sorgfältig prüfen.

Die Handelspreise vieler digitaler Vermögenswerte, einschließlich Bitcoin, waren in jüngster Zeit extremen Schwankungen unterworfen und könnten dies auch weiterhin sein. Eine extreme Volatilität in der Zukunft, einschließlich eines weiteren Rückgangs der Handelspreise von Bitcoin, könnte sich in erheblichem Maße nachteilig auf den Wert der Anteile auswirken, und die Anteile könnten ihren gesamten oder einen erheblichen Teil ihres Wertes verlieren.

Auszug aus dem BlackRock-Antrag

Entkräftung der FUD um BlackRock und PoS

Die Befürchtung, dass BlackRock oder andere große Finanzakteure Bitcoin zu PoS umstellen könnten, ist weitgehend unbegründet. BlackRock, obwohl einflussreich, hat nicht die Macht, eigenständig fundamentale Änderungen im Bitcoin-Protokoll durchzusetzen. Die dezentrale Natur von Bitcoin und die Notwendigkeit eines Konsenses unter Minern und Nutzern stellen sicher, dass keine einzelne Entität das Netzwerk dominieren oder seine grundlegenden Prinzipien einseitig ändern kann.

Der besagte Abschnitt zu Proof-of-Stake findet sich im Rahmen der Auflistung der Risikofaktoren. Hierbei geht es nicht um eine aktive Einflussnahme von BlackRock auf das Bitcoin-Protokoll, sondern vielmehr um eine umfassende Risikoabsicherung. BlackRock möchte sich für alle Eventualitäten – auch für die unwahrscheinlichen – absichern.

Der Wechsel des Konsensmechanismus bei Ethereum dient lediglich als Beispiel für das Verständnis sogenannter Hardforks. Der Fall zeigt, dass solche Wechsel zwar möglich sind, aber eine komplexe und von der Community getragene Entscheidung erfordern. Interessant ist auch, dass BlackRock sich das Recht vorbehält, im Falle eines Hardforks zu entscheiden, welchen Fork sie unterstützen. Diese Flexibilität ist nachvollziehbar und war bereits in früheren Dokumenten enthalten. Es ist eine anerkannte Tatsache, dass im Falle eines Hardforks nicht immer klar ist, welcher Fork sich als der wertvollste herausstellen wird. BlackRock räumt ein, dass die Wahl des weniger wertvollen Forks zu massiven Wertverlusten führen kann. Dies zeigt, dass selbst ein großer Akteur wie BlackRock den Marktbedingungen und der Community-Dynamik unterworfen ist und keine absolute Kontrolle über die Entwicklung von Bitcoin hat.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Sorgen um einen möglichen Wechsel von Bitcoin zu PoS und eine Übernahme durch Wall-Street-Giganten wie BlackRock zwar verständlich, aber größtenteils unbegründet sind. Der aktuelle ETF-Antrag von BlackRock sollte nicht als Hinweis auf eine bevorstehende grundlegende Änderung in der Funktionsweise von Bitcoin interpretiert werden. Vielmehr spiegelt er die übliche Praxis der Risikoabsicherung und Transparenz im Markt wider. Für die Bitcoin-Community bleibt es demnach wichtig, informiert und kritisch gegenüber solchen Diskussionen zu bleiben, ohne dabei unbegründeten Ängsten Raum zu geben.