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CrypView – Stars werben für fragwürdigen Krypto-Kurs mit Trading-Signalen und Coin-Tipps

Am von Crypview

Am ersten Weihnachtsfeiertag im Jahr 2022 war auf einmal ein neues Gesicht auf den Kanälen einiger großer Influencer zu sehen. Sein Name ist Mathias Mozola und er verkauft einen Online-Kurs zum Thema Kryptowährungen, der je nach Paket zwischen 99 und 999 Euro kosten soll. Inhalt der Kurse sind unter anderem Trading-Signale und Empfehlungen für spezifische Kryptowährungen.

Aggressives Marketing mittels bekannten Influencern

DSDS-Gewinner Pietro Lombardi, der Goldrapper Samra und Skandal-Influencer Ron Bielecki werben Schulter an Schulter mit Mozola auf ihren eigenen Instagram-Kanälen mittels der Story-Funktion für den Online-Kurs. In den Instagram-Storys wird suggeriert, dass die Stars persönlich auf die Ratschläge des “Krypto-Experten“ vertrauen:

„Ich hab‘ mich schon vor längerer Zeit mit dem Thema Krypto beschäftigt und alleine wenn man keinen Plan hat, ist immer bisschen schwierig, deswegen habe ich mir Hilfe von Mathias geholt, der kennt sich da sehr gut aus.“

„Glaub mir, der Mann weiß, was er tut.“

– Pietro Lombardi

„Und glaubt mir, Mathias ist der Profi, der macht das seit sechs Jahren.“

– Samra

„Und wenn ihr euch im Krypto-Game nicht auskennt, so wie zum Beispiel ich, dann ist Mathias auf jeden Fall der richtige Mann für euch.“

– Ron Bielecki
Quelle: Instagram @pietrolombardi (25.12.2022)
Quelle: Instagram @samra (25.12.2022)
Quelle: Instagram @ronbielecki (25.12.2022)

Mit wie vielen tausenden Euros sich die Stars für die netten Worte haben bezahlen lassen, werden wir wohl nie erfahren. Mozola wird aber davon ausgehen, das Geld durch die Kursverkäufe wieder reinholen zu können.

In dem Werbevideo auf der Website von CrypView ist dann auch noch neben den zuvor genannten Stars die Deutschrap-Legende Sido zu sehen. Für eine Instagram-Story von Sido scheint das Werbebudget jedoch nicht mehr gereicht zu haben – dafür aber für Gewinnspiele. So soll eine Rolex-Uhr unter denen verlost werden, die sich bei dem kostenpflichtigen Kurs anmelden. Und selbst mit einem Beitritt in die Telegram-Gruppe des “Krypto-Experten“ qualifiziert man sich für ein anderes Gewinnspiel, in dem man unter anderem ein IPhone oder eine PlayStation gewinnen können soll.

In der besagten Telegram-Gruppe wurden bereits Tipps für Coins, die sich laut Mozola vervielfachen werden, für bis zu 1999 Euro angeboten. Auch konnte sich ein Coaching für einen sechsstelligen Betrag gesichert werden.

Quelle: Mozolas Telegram-Gruppe
Quelle: Mozolas Telegram-Gruppe

Zwei Tage später erscheinen weitere Instagram-Storys von Ron Bielecki als auch von Samra, in denen das Rolex-Gewinnspiel aggressiv beworben wird. Auffällig dabei ist, dass die Videos so wirken sollen, als wäre es mehrere Tage nach dem Launch des Kurses entstanden.

„Wir sind seit paar Tagen jetzt online und es melden sich Tausende von Leuten an und ich glaub‘ du solltest das jetzt auch auf jeden Fall nicht verpassen.“

– Mazola in der Instragram-Story von Ron Bielecki

Die Videos sind aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit viele Tage vor dem offiziellen Launch am 25.12.2022 entstanden. Das erkennt man daran, dass die Influencer die gleiche Kleidung, wie in den ersten Instagram-Storys tragen. Noch eindeutiger wird das dadurch, dass bei der zweiten Instagram-Story mit Ron Bielecki die beiden sogar vor derselben Kulisse stehen, wie Ron in dem Promovideo auf der Website.

Quelle: Instagram @ronbielecki (27.12.2022)
Quelle: Promovideo auf cryp-view.com

Wer ist Mathias Mozola?

Über den selbst ernannten “Krypto-Experten“ Mozola findet man erst einmal nicht viel im Internet. Nur einen LinkedIn-Account mit gerade mal sechs Followern und einen YouTube-, sowie Twitter-Account mit jeweils weniger als 500 Abonnenten. Da passt es nicht ganz zusammen, dass er auf Instagram über 150.000 Abonnenten hat. Ein Blick auf Socialblade genügt aber, um zu erkennen, dass die Instagram-Abonnenten aller Anschein nach nicht echt sind.

Quelle: Socialblade

Umso passender ist es, dass Mozola vor zwei Wochen die Titelseite des Founders-Magazins geschmückt hat, gepaart mit einem vierseitigen Interview mit dem 28-Jährigen, in dem der Krypto-Kurs unkritisch beworben wird.

„Mathias Mozola beschäftigt sich seit Jahren mit Kryptowährungen und teilt sein Wissen auf verschiedenen Kanälen, unter anderem auf Telegram. Am 25. Dezember startet er sein neues Projekt: eine Plattform zur Wissensvermittlung rund um dieses Thema.“

– Founders-Magazin

Das Founders-Magazin wurde laut deren Impressum erst in diesem Jahr gegründet. Es liegt außerdem die Vermutung nahe, dass es sich durch eben solche Werbeinterviews finanziert, die die werbende Person seriös wirken lassen sollen. So kann Mozola nun mit diesem Artikel in seiner Telegram-Gruppe und auf der Website des Kurses hausieren gehen.

Titelblatt der 43. Ausgabe des Founders-Magazins – Quelle: PDF auf cryp-view.com einsehbar

Durch die Kurs-Website erfährt man, dass Mozolas Netzwerk aus 35.000 Kunden und Partnern besteht, unter denen sich Fußballer, Musiker und Unternehmer befinden. Auch gibt er an, 15 Menschen zu Millionären gemacht zu haben – und das alleine im Jahr 2022. In der Krypto-Szene ist Mathias Mozola jedoch so gut wie niemandem vorher ein Begriff gewesen.

Auf Instagram inszeniert sich der “Krypto-Experte“ zudem mit Markenklamotten, teuren Uhren und einem luxuriösen Lifestyle. Ein erfolgreiches Leben, das die Käufer seines Kurses wohl auch meinen erwarten zu können.

Quelle: Instagram @mathiasmozola

Der Kurs

In dem Online-Kurs sollen die Teilnehmer dann das Wichtigste rund um Kryptowährungen lernen – das gebündelte Wissen des erfolgreichen “Krypto-Experten“. Je nach Paket erwartet die Kunden auch noch spezifische Trading-Signale, so wie Tipps, welche Coins gekauft werden sollen.

Laut einigen großangelegten Beobachtungen verliert die überwiegende Mehrheit Geld, in dem sie Bitcoin und Kryptowährungen traden. Deshalb sollte es immer mit Vorsicht genossen werden, wenn Influencer Leute zum Trading animieren wollen – das tun sie oft nur, um sich selbst durch die Provisionen eine goldene Nase zu verdienen. Trading-Börsen zahlen in aller Regel nämlich sehr hohe Provisionen, für diejenigen, die neue Nutzer auf die Plattform bringen. Ein Vergleich mit dem Werben für Online-Casinos ist an dieser Stelle angebracht.

Quelle: cryp-view.com
Quelle: cryp-view.com

Dass Mozola auch noch an Empfehlungs-Links zu Trading-Plattformen bereitstellt, geht aus dem elften Punkt der AGB hervor. Seine Kunden brauchen ja schließlich noch eine Plattform, auf der sie die Trading-Signale schließlich umsetzen können. CrypView haftet selbstverständlich auch nicht für die Verluste, die die Kunden durch die Befolgung der Trading-Signale einfahren.

Auch die Empfehlung bestimmter Coins kann eine Selbstbereicherung des Influencers darstellen. Wenn es sich um beispielsweise einen unbedeutenden Coin handelt, dann können ein paar Käufer den Preis bereits in die Höhe treiben. Deckt ein Influencer sich vorher mit dem Coin ein, den er anschließend seiner Zielgruppe empfiehlt, so kann er diesen dann zu höheren Preisen an seine eigene Gefolgschaft wieder verkaufen. Dieses Betrugsschema wird „Pump-and-Dump“ genannt.

Fazit

Gegen Bildung dürfte niemand etwas einzuwenden haben – auch nicht gegen eine Bezahlung. Problematisch wird es dann, wenn durch einen irreführenden Online-Auftritt Seriosität suggeriert wird. Versprechungen, dass bestimmte Coins sich vervielfachen werden und die Verführung zum Trading sind ebenfalls fragwürdige Geschäftspraktiken.

Bei Mathias Mozola gibt es außerdem einige rote Flaggen. Mutmaßlich gekaufte Instagram-Follower, mutmaßliche Lügen in den Instagram-Storys, das Locken mit Gewinnspielen, der Firmensitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten, unzählige Rechtschreibfehler auf der Website und nicht zuletzt natürlich auch der Inhalt des Produktes.

Auch wird in der Checkout-Maske nicht das Alter der Kunden abgefragt, obwohl den AGB zu entnehmen ist, dass das Produkt ab 18 Jahren ist. Die Follower der für das Produkt werbenden Stars bestehen womöglich jedoch zu einem großen Anteil aus Minderjährigen. Man sollte auch nicht glauben, dass der Lieblingsinfluencer wirklich die Produkte kennt, geschweige denn nutzt, für die er wirbt. Wahrscheinlicher ist hier, dass Mozola für die Werbekooperationen tief in die eigene Tasche greifen musste.


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