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Nigeria: CBDC floppt – nur 0,5 % der Nigerianer nutzen die staatliche Kryptowährung

Am von
CBN Naira

Als erstes afrikanisches Land rollte Nigeria vor rund einem Jahr ihre Central Bank Digital Currency (CBDC), den eNaira aus. Laut einem Artikel von Bloomberg wird die Digitalwährung Stand heute aber kaum genutzt, obwohl etliche Initiativen durchgeführt werden, um für den eNaira Werbung zu machen. Nur 0,5 % der nigerianischen Bevölkerung verwendet die staatliche Kryptowährung.

Weitere Maßnahmen werden eingeleitet

Jetzt sieht sich die nigerianische Zentralbank (CBN) genötigt, Anreize zu schaffen. Den Rikschafahrern und -Passagieren soll nun ein Rabatt von 5 % gewährt werden, wenn sie den eNaira nutzen. Zudem gibt es den Vorschlag seitens der CBN, dass die Gehälter der Regierung zu 50 % im eNaira bezahlt werden.

„Alles, was der eNaira braucht, ist ein kleiner Anschubser von der Regierung.“

Kingsley Obiora, stellvertretender Gouverneur bei der CBN und für Wirtschaftspolitik zuständig

Bis August nächsten Jahres sollen aus den knapp 1 Million Nutzern des eNaira 8 Millionen werden. Das wären dann aber immer noch nur weniger als 4 % der stark ansteigenden Bevölkerung.

Situation in Nigeria

Nigeria ist ein Land, in dem Bitcoin, aber auch andere Kryptowährungen sehr stark verbreitet sind. Laut dem Crypto Adoption Index von Chainalysis ist Nigeria aktuell auf dem elften Platz weltweit und innerhalb Afrikas auf dem ersten Platz, wenn es um die Adoption von Kryptowährungen geht. Und das, obwohl die nigerianische Regierung es im Jahr 2021 bereits den Bürgern verbot, mit Kryptowährungen zu handeln. Zudem wurden auch auf Anweisung der Central Bank of Nigeria Konten gesperrt, die im Verdacht standen, in den Handel mit Kryptowährungen involviert zu sein. Das alles blieb anscheinend ohne Erfolg – so wie auch die eigene Kryptowährung des Staates.

Die Inflation in Nigeria liegt über die letzten Jahre hinweg jenseits der 10 %. Wie zu erwarten, ging respektive geht das mit einer Explosion in der Geldmenge des nigerianischen Naira einher.

Rund 40 Millionen der knapp über 200 Millionen Nigerianer haben kein Bankkonto. Dafür haben aber rund 40 % ein Smartphone mit Internet. Das reicht bereits aus, um Bitcoin zu nutzen.

In Nigeria leben mehr als 70 Millionen Menschen in extremer Armut. Kryptowährungen werden als Hoffnung angesehen, um der Geldentwertung des Naira zu entkommen.

Dabei wird aber auch viel gezockt. Nicht nur mit Altcoins, sondern auch auf direkt in Online-Casinos, wo die Nigerianer ihre Kryptowährungen einzahlen können.

Nigeria: Inflation – Quelle: Trading Economics
Nigeria: Geldmenge (M2) – Quelle: Trading Economics

Die Gründe für die Abneigung gegenüber dem eNaira

Die Abneigung soll daher rühren, dass die Nigerianer verwirrt sind und nicht den Unterschied zwischen einer staatlichen und einer normalen Kryptowährung erkennen können. Einerseits verbietet die Regierung den Umgang Kryptowährungen, bringt aber eine eigene heraus.

„Warum werden wir angehalten, den eNaira zu benutzen? Ich dachte, die Regierung hat gesagt, dass Kryptowährungen schlecht sind.“

23-jähriger Rikschafahrer, Zitat aus einem Artikel von Tech Central

Naheliegender ist aber, dass die Nigerianer nach all den Jahren Kaufkraftverlust verstanden haben, dass fast alles besser ist, als das Halten der staatlichen Währung. Beim Zocken mit Kryptowährungen oder im Casino besteht zumindest die Möglichkeit, die eigene Kaufkraft zu steigern. Beim nigerianischen Naira oder auch beim eNaira ist hingegen jede Hoffnung verloren.

Zudem sehen die Nigerianer die Regulierungsbehörden als ihnen gegenüber feindlich gesinnt. Deshalb sind sie auch kritisch im Umgang mit dem, was von staatlicher Seite eingeführt wird.

Fazit

Zentralbankwährungen (CBDCs) floppen dort, wo sie eingeführt werden. In China werden die staatlichen Wallets nur sporadisch genutzt und in Japan wurde das Projekt aufgrund mangelnden Interesses der Bevölkerung eingestellt.

In Nigeria lässt die Regierung hingegen nicht locker und geht in die Offensive. Ökonomische Anreize, wie Rabatte für das Nutzen der CBDC, sollen bei der Verbreitung helfen. So wie auch Verbote für den Handel mit anderen Kryptowährungen. Das blieb aber alles ohne großen Erfolg. Es bleibt abzuwarten, wie es in Nigeria weitergeht.

Die Tatsache, dass trotz der vielen Menschen ohne Bankkonto, die Nachfrage nach der staatlichen Digitalwährung so gering ausfällt, signalisiert letztendlich auch ein Misstrauen gegenüber staatlichem Geld. Bitcoin, als ein Geld, bei dem niemandem vertraut werden muss und mit einer begrenzten Menge von 21 Millionen Einheiten kann hierbei natürlich eine Lösung sein.


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