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BitGo kündigt Start von Taproot-Protokoll „MuSig2“ für Hot-Wallets an

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Der Verwahrungs-Dienstleister BitGo kündigte am 30. Juni die Integration von MuSig2, einem durch das Taproot-Update ermöglichten Protokoll für Multisig-Wallets, für ihre Bitcoin Hot-Wallets an. Damit wird ein Protokoll-Standard, an dem seit längerem von theoretischer Seite aktiv entwickelt wurde, endlich Realität und kann fortan produktiv eingesetzt werden. Kunden von BitGo können somit künftig von einigen Vorteilen, wie bessere Privatsphäre und geringeren Transaktionsgebühren, profitieren.

Ankündigung der Einführung von Taproot MuSig2 in BitGo Bitcoin Hot Wallets.

Das Sparen von Sats ist einfacher als je zuvor!

@BitGo auf Twitter

Was ist MuSig2?

Ganz allgemein kann mit Multisig-Wallets die Notwendigkeit für mehrere digitale Signaturen, um Bitcoin auszugeben, eingeführt werden. Bei vielen Anwendungsfällen möchte man dafür mehreren Personen einen Schlüssel geben, sodass gemeinsam eine bestimmte Menge Bitcoin kontrolliert werden kann. Beim klassischen Ansatz von Multisig ist dafür auf der Bitcoin-Blockchain in einem Informationsschnipsel fest verankert, wie viele und welche Schlüssel für eine gültige Transaktion notwendig sind. Dieses Bitcoin-Script ist also früher oder später für jeden öffentlich einsehbar und damit auch die Information, dass eine bestimmte Multisig-Wallet verwendet wurde. Für die Privatsphäre der Nutzer ist das nicht wirklich ideal, da häufig bereits durch die konkrete Aufteilung der Multisig-Wallet Rückschlüsse auf den Anwendungsfall und Kontext der Transaktion gezogen werden können.

Mit dem Taproot-Update aus 2021 wurden Schnorr-Signaturen, ein neues Verfahren für digitale Signaturen, eingeführt. Diese bringen einige spannende Eigenschaften und Möglichkeiten mit sich, womit zum einen bessere Privatsphäre, zum anderen aber auch niedrigere Transaktionsgebühren ermöglicht werden können.

Durch sogenannte Key Aggregation, also das Zusammenfassen von Schlüsseln, müssen Nutzer von MuSig2 nicht mehr mehrere öffentliche Schlüssel zusammen mit der Aufteilung veröffentlichen, sondern können diese in einen einzigen öffentlichen Schlüssel anhäufen. Für diesen einen Schlüssel muss dann aus Sicht des Bitcoin-Netzwerks nur eine einzige digitale Signatur vorgelegt werden. Die Multisignatur-Eigenschaft geht deswegen aber nicht verloren, da sich an dieser einen Signatur trotzdem, wie bisher auch, alle notwendigen Teilnehmer beteiligen müssen.

MuSig2 ist dabei der Name des Protokolls, mit dem eben diese Funktionalität ermöglicht werden soll. Der Vorteil liegt zum einen in der Wahrung von Privatsphäre, schließlich wird bei der Ausgabe nicht mehr das gesamte Script mitsamt seinen Informationen, sondern nur eine einfache Signatur im Netzwerk veröffentlicht. Zum anderen benötigen Transaktionen mit MuSig2 aus selbigem Grund weniger Speicherplatz. Gegenüber der nächst-günstigsten Alternative, Native-Segwit, können mit der ersten Umsetzung von BitGo die virtuelle Größe der Inputs fast halbiert, und damit etwa 30% Gebühren eingespart werden.

Die bisherigen Standards im Vergleich zu MuSig2 | Quelle: BitGo
Vereinfachter Vergleich zwischen dem herkömmlichen Ansatz und MuSig2

Startschuss zur Adoption?

Mit Taproot erhielt das Bitcoin-Netzwerk eine Vielzahl spannender neuer Möglichkeiten und Funktionen, wovon wir mit dem MuSig2-Protokoll gerade eine kennengelernt haben. Allerdings muss man auf der anderen Seite auch anmerken, dass die Adoption des Updates bislang relativ langsam voranschritt. Erst mit dem Hype um das Ordinals-Protokoll zog die Nutzung der neuen Taproot-Adressen merklich an, allerdings auch nur, da man hier eine im Gegensatz zu anderen Formaten fehlende Platzlimitierung ausnutzen möchte.

Anzahl der Taproot In- und Outputs | Quelle: transactionfee.info

Von den eigentlichen Vorteilen der sogenannten Key-Path-Spends, die im vorherigen Abschnitt erläutert wurden, macht man damit allerdings gar keinen Gebrauch. Mit der MuSig2-Implementierung von BitGo könnte sich das jetzt ändern, zumindest ist nun die erste Möglichkeit dazu geboten. Vor allem größere Kunden wie beispielsweise Exchanges und andere Dienstleister, die viele Bitcoin-Transaktionen tätigen müssen, sollten in der neuen Funktion einen klaren Anreiz sehen, da schließlich einiges an Geld gespart werden kann. Auch für Endnutzer, die ihre Bitcoin mit einer Multisig-Wallet sicherer verwahren möchten, ist MuSig2 interessant. Bis dahin muss für die Nutzung aber zunächst breite Unterstützung unter den Hard- und Software-Wallets geboten werden. Gegenüber Blocktrainer.de äußerte sich Jonas Nick, einer der Entwickler des MuSig2-Protokolls, positiv über die Entwicklung:

Die ziemlich clevere Implementierung von BitGo und Einführung in ihre Infrastruktur ist erfreulich für alle Bitcoin-Nutzer, denn mehr MuSig2 bedeutet auch höhere Fungibilität und mehr mögliche Zahlungen pro Block. Außerdem wird es sehr spannend zu sehen, wann MuSig2 in das Lightning-Protokoll implementiert wird. Hierfür gibt es seit längerem ein BOLT [Basis of Lightning Technology, Anm. d. Red.], welches aber noch nicht finalisiert ist.

Jonas Nick, Entwickler von MuSig2 und Mitarbeiter bei Blockstream

Mit einer Integration in das Lightning-Netzwerk können mithilfe von MuSig2 beispielsweise Zahlungs-Kanäle geöffnet werden, die von außen nicht als solche zu erkennen sind. Auch hier schlummert also noch einiges an Potenzial!


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