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Bitcoin Kurs bricht um fast 10% ein: Mögliche ETF-Absage ein Grund?!

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In der Bitcoin-Community herrscht derzeit relativ große Unsicherheit, da neben Aussagen, dass diese Woche mit einer Genehmigung zu rechnen ist, auch Gerüchte über eine mögliche Absage der lang erwarteten Spot Bitcoin-ETFs durch die US-Börsenaufsicht SEC kursieren. Diese Entwicklung hat heute Nachmittag zu einem deutlichen Rückgang des Bitcoin-Kurses um fast 10% auf bis zu 41.500 US-Dollar beigetragen.

Der Bitcoin-Preis ist heute innerhalb kurzer Zeit um fast 10% eingebrochen.
Quelle: Tradingview

Matrix on Target: Bullische Prognosen und Realitätscheck

Matrix on Target, ein Forschungszweig von Matrixport, zeigte sich im Jahr 2023 gegenüber den Konsenserwartungen bullisch und prognostizierte, dass Bitcoin bis Weihnachten 45.000 US-Dollar erreichen könnte – was er dann auch tat. Sollten alle Anforderungen der SEC für Bitcoin Spot ETFs erfüllt werden, wurde sogar ein Anstieg auf 50.000 US-Dollar bis Ende Januar 2024 erwartet. Trotz häufiger Treffen zwischen den ETF-Antragstellern und der SEC, die zu einer stetigen Aktualisierung der Anträge führten, glaubt Matrix on Target, dass allen Dokumenten kritische Anforderungen fehlen, die vor einer Genehmigung durch die SEC erfüllt sein müssen. Laut deren Einschätzung fehlt es schlichtweg an Zeit, um eine Genehmigung so schnell durchzuwinken. Bis zum zweiten Quartal 2024 könnten die Anforderungen jedoch erfüllt werden. Matrix on Target erwartet deswegen, dass die SEC alle Vorschläge im Januar ablehnt. Dies bedeutet jedoch nicht das endgültige Aus, sondern lediglich, dass die Genehmigung erst im Laufe des zweiten Quartals erfolgen wird. In diesem Fall könnte es dennoch zu weiteren kurzfristigen Abverkäufen und einem vorübergehenden Preisfall kommen.

Obwohl wir häufige Treffen zwischen den ETF-Antragstellern und den Mitarbeitern der SEC erlebt haben, die dazu führten, dass die Antragsteller ihre Anträge neu einreichten, sind wir der Meinung, dass alle Anträge nicht die notwendigen Voraussetzungen erfüllen, die für eine Genehmigung durch die SEC erforderlich sind. Diese könnten bis zum zweiten Quartal 2024 erfüllt sein, aber wir erwarten, dass die SEC alle Anträge im Januar ablehnen wird.

Im Falle einer Ablehnung durch die SEC könnte es zu kaskadenartigen Liquidationen kommen, da wir davon ausgehen, dass der Großteil der zusätzlichen 5,1 Mrd. USD an Perpetual-Long-Bitcoin-Futures abgewickelt werden wird. Der Bitcoin-Preis könnte sehr schnell um -20% fallen und in den Bereich von $36.000/$38.000
Bereich fallen.

Matrix on Target

Politische Landschaft und SEC-Haltung

Die politische Landschaft in den USA spielt eine entscheidende Rolle in der Entscheidung der Securities and Exchange Commission über die Genehmigung eines Spot Bitcoin-ETF. Laut der Investmentbank TD Cowen wird die SEC bis zum 10. Januar einen Spot Bitcoin ETF als „politische Notwendigkeit“ genehmigen. TD Cowen argumentiert, dass die Genehmigung für die SEC notwendig sei, um ihre Rolle als Krypto-Regulator zu festigen, bevor der Kongress umfassendere Krypto-Gesetzgebung in Betracht zieht. Zudem möchte die Behörde offenbar eine rechtliche Auseinandersetzung über ihre Weigerung, Bitcoin ETFs zu genehmigen, vermeiden.

Der 10. Januar ist das finale Entscheidungsdatum der SEC, ob sie den Antrag von Cathie Woods ARK Investment und 21Shares – die ersten Antragsteller für einen Spot Bitcoin ETF – annimmt oder ablehnt. Bis zu diesem Zeitpunkt könnte die SEC auch über die anderen Anträge (z.B: BlackRock und FIdelity) entscheiden.

Matrixport: Eine Gegenperspektive

Diese optimistische Einschätzung von TD Cowen steht jedoch im Widerspruch zu den Analysen von Matrixport. Matrix on Target hebt hervor, dass die aktuelle Führung der SEC, bestehend aus fünf stimmberechtigten Kommissaren, von Demokraten dominiert wird. Der SEC-Vorsitzender Gensler steht bekanntermaßen dem Gros der Kryptowährungen sehr skeptisch gegenüber und sieht die Branche weiterhin in der Notwendigkeit strengerer Compliance. Aus dieser Perspektive erscheint es unwahrscheinlich, dass Gensler für die Genehmigung von Bitcoin Spot ETFs stimmen würde, da „dieser Schritt auch den restlichen Krypto-Markt mit nach oben heben würde“, erklärt Matrixport.

Marktreaktion und Ausblick

Seitdem Händler im September 2023 auf eine ETF-Genehmigung gewettet haben, wurden mindestens 14 Milliarden US-Dollar zusätzliches Fiat und Hebel in Bitcoin investiert. Sollte die SEC die Genehmigung verweigern, könnte es deswegen tatsächlich zu einer Liquidationswelle und einem weiteren Preisverfall kommen.

Die Chancen, dass ein Spot Bitcoin-ETF trotzdem noch vor dem 10. Januar genehmigt wird, stehen trotzdem gut. Experten, wie der Bloomberg-Analyst Eric Balchunas haben die Wahrscheinlichkeit heute erneut auf etwa 90% beziffert. Eine zehnprozentige Restwahrscheinlichkeit für eine weitere Ablehnung bleibt dennoch vorhanden. In Anbetracht des baldigen Halvings und einer sehr wahrscheinlichen ETF-Genehmigung spätestens zum zweiten Quartal, ergibt es für viele Marktbeobachter vermutlich dennoch Sinn weiterhin auf Bitcoin zu setzen. Die Gerüchte um eine mögliche Absage der Bitcoin Spot ETFs durch die SEC haben den Bitcoin-Markt wohl ohnehin nur kurzzeitig beeinflusst.

Update: Alles nur FUD?

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass es sich bei der Meldung wohl um einen Versuch handelt, „FUD“, also Angst, Unsicherheit und Zweifel zu streuen. Diese Vermutung wird durch die Tatsache gestärkt, dass Matrixport zur gleichen Zeit zwei gegensätzliche Artikel veröffentlicht hat. Einerseits prognostiziert ein Artikel eine bevorstehende Genehmigung des Bitcoin ETFs, die den BTC-Preis auf 50.000 USD steigen lassen könnte. Andererseits spricht der besagte Artikel von einer Verschiebung der ETF-Genehmigung. Diese widersprüchlichen Berichte werfen Fragen über die Motive hinter diesen Veröffentlichungen auf.

Die Rolle von Jihan Wu, einem der Gründer von Matrixport und CEO von Bitmain, verdichtet die Spekulationen um die Hintergründe des Berichts. Wu ist bekannt für seine zentrale Rolle während der sogenannten „Blocksize Wars“, in denen er sich auf die Seite der „Big Blocker“ stellte und maßgeblich zum Fork zwischen Bitcoin und Bitcoin Cash beitrug. Er selbst meldete sich anschließend zu Wort und dementierte die Gerüchte, dass der Beitrag ein Versuch seinerseits war, den Markt zu manipulieren.

Jihan Wu ist einer der Co-Founder bei Matrixport.
Quelle: matrixport.com