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Beweise mit ChatGPT gefälscht: Craig Wright erneut der Lüge überführt!

Am von

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In der kontinuierlichen Saga um Craig Wright, der behauptet, Satoshi Nakamoto, der Erfinder von Bitcoin, zu sein, gibt es neue Entwicklungen. Ein gestern veröffentlichtes Gerichtsdokument liefert weitere Beweise, die Wrights Behauptungen erneut in Frage stellen.

Hintergrund

Der Australier Craig Wright behauptet, wie eingangs erwähnt, seit vielen Jahren, er sei der mysteriöse Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto. Da er in der Vergangenheit jedoch bereits mehrfach der Lüge überführt wurde und das von ihm gesponnene Lügenkonstrukt in weiten Teilen absolut keinen Sinn ergibt, wird er in weiten Teilen der Bitcoin- und Krypto-Community verachtet. Dies brachte ihm, in Anlehnung an den wirklichen Bitcoin-Schöpfer, den Beinamen „Faketoshi“ ein.

Im sogenannten COPA-Verfahren, soll gerichtlich geklärt werden, ob Craig Wright tatsächlich unter dem Pseudonym „Satoshi Nakamoto“ das Bitcoin-Whitepaper verfasst hat und entsprechende Urheberrechtsansprüche geltend machen könnte. COPA steht als Abkürzung für die „Crypto Open Patent Alliance“.

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Die neuesten Enthüllungen

Ein 38-Seiten langes Gerichtsdokument mit dem Titel „Tabelle von Dr. Wrights weiteren gefälschten Dokumenten“, enthüllt nun detaillierte Analysen und Beweise, die darauf hindeuten, dass mehrere von Wright vorgelegte Dokumente gefälscht sein könnten. Diese sind allerdings zentral für seine Behauptung, Satoshi Nakamoto zu sein.

Das Dokument legt dar, dass bestimmte von Wright vorgelegte Dokumente technische Anomalien aufweisen. Dazu gehören unpassende Erstellungsdaten, die Verwendung von Software, die zum angeblichen Erstellungsdatum der Dokumente noch nicht existierte sowie auffällige Inkonsistenzen in den Metadaten.

Technische Unstimmigkeiten

Unpassende Erstellungsdaten und Softwarenutzung

Das Dokument enthüllt, dass einige von Wright vorgelegte Dokumente mit Software erstellt wurden, die zum angegebenen Erstellungsdatum noch nicht verfügbar war. Beispielsweise wurde ein Dokument anscheinend mit einer Version von MS Windows Photo Viewer erstellt, die erst Jahre nach dem behaupteten Erstellungsdatum des Dokuments (angeblich im Jahr 2007) veröffentlicht wurde. Solche Anachronismen werfen natürlich ernsthafte Fragen über die Authentizität dieser Dokumente auf.

[Das Dokument] Hash Based Shadowing.TIF enthält Metadaten mit den folgenden Informationen:

a. es wurde am 12. März 2018 erstellt;

b. es wurde mit MS Windows Photo Viewer 10.0.14393.0 erstellt, einer Software, die mit Windows 10 Version 1607 verbunden ist, das im August 2016 veröffentlicht wurde; und

c. es wurde mit einem Xerox DocuMate 5540 Scanner gescannt.

Das Scannermodell Xerox DocuMate 5540 wurde erst am 18. Februar 2015 hergestellt.

Auszug aus dem Gerichtsdokument

Inkonsistenzen in den Metadaten

Die Metadaten einiger Dokumente zeigen Anzeichen von Manipulation. Es gibt Diskrepanzen in den Zeitstempeln, die darauf hindeuten, dass die Dokumente rückdatiert wurden.

Ein zugehöriges Dokument, ESDT.pdf, wurde von dem Samsung-Laufwerk wiederhergestellt.

ESDT.pdf war eine kompilierte Form von [einem anderen Beweisstück], wurde jedoch im September 2023 gelöscht und aus dem Papierkorb geleert.

Die mit der gelöschten Datei verbundenen Metadaten zeigen an, dass sie am 16. September 2023 verändert wurden, aber die anderen Zeitstempel wurden auf den 31. Oktober 2007 zurückdatiert.

Auszug aus dem Gerichtsdokument

Fälschungen mit ChatGPT erstellt

Eine der fast schon lustigsten Enthüllungen ist die Verwendung von ChatGPT in der Erstellung einiger Dokumente. Die Ausführungen in der Tabelle legen dar, dass Inhalte in einigen von Wright vorgelegten LaTeX-Dateien konsistent sind mit Antworten, die von ChatGPT generiert wurden. Dies umfasst spezifische Formulierungen und Strukturen, die typisch für die Ausgabe von ChatGPT sind. Die Verwendung eines modernen KI-Textgenerators zur Erstellung von Dokumenten, die angeblich aus einer Zeit um die Jahre 2007 und 2008 stammen, ist ein weiterer deutlicher Hinweis auf eine nachträgliche Erstellung und Manipulation.

Der Inhalt von [Beweisstück 004715] wurde von ChatGPT geschrieben.

Im Besonderen:

Eine gelöschte Datei, die einen Teil des Inhalts von {ID_004715} enthält, wurde aus InfoDef09.raw wiederhergestellt. Die Datei trug den Namen „Section7.tex“.

Der Inhalt der gelöschten „Section7.tex“ beginnt mit den Worten:

" Selbstverständlich, hier ist der LaTeX-Code für Abschnitt 7, der Empfehlungen abdeckt ``` latex".

Der Inhalt der gelöschten „Section7.tex“ endet mit den Worten:

"Dieser Abschnitt enthält eine Reihe von Empfehlungen, die auf den Forschungsergebnissen beruhen und sich sowohl an Praktiker als auch an akademische Forscher richten. Die Zitate sind [...]"

Dieser Inhalt ist völlig konsistent mit und bezeichnend für die Antworten, die von einem unkonditionierten ChatGPT auf die Frage “ Bist du in der Lage, einen Template-Latex-Code für Abschnitt 7 auszugeben, der sich auf die Empfehlungen bezieht?“ gegeben werden, einschließlich der Struktur, der Länge der Antwort, der Verwendung von “ Selbstverständlich“ und der Verwendung der Syntax “ „` latex“ zur Einführung von LaTeX-Code.

Auszug aus dem Gerichtsdokument

Weitere Enthüllungen

Die gestern veröffentlichte Tabelle enthält zahlreiche weitere solcher Enthüllungen, die Wrights Fälschungen aufdecken und ihn als Lügner entlarven. Tatsächlich sogar so viele, dass es unmöglich ist, diese alle im Rahmen dieses Beitrags anzuführen. Jede einzelne der aufgedeckten Unregelmäßigkeiten trägt dazu bei, ein Muster offensichtlicher Täuschungen und Manipulationen zu enthüllen. Die Gesamtheit dieser Enthüllungen bildet ein überzeugendes Bild, das stark gegen Wrights Behauptungen spricht und seine Selbstidentifikation als Satoshi Nakamoto abermals in ein zweifelhaftes Licht rückt.

Wrights Reaktionen

Wright selbst beharrt allerdings weiterhin konsequent darauf, dass er der wahre Schöpfer von Bitcoin ist und dass die vorgelegten Dokumente authentisch sind, trotz der technischen Analysen und Beweise, die seine Behauptungen infrage stellen. Die „Tabelle der Fälschungen“ behandelt teilweise auch Wrights Reaktionen auf diese Vorwürfe, einschließlich seiner Erklärungen und Maßnahmen bezüglich der Offenlegung und Produktion dieser Dokumente.

Er hat versucht, einige der aufgedeckten Inkonsistenzen und Anomalien in den Dokumenten zu erklären, indem er behauptet, dass bestimmte Unstimmigkeiten auf Leichtsinnsfehler oder Missverständnisse zurückzuführen seien. Außerdem hat er seine früheren Anwälte für einige der Probleme verantwortlich gemacht und behauptet, dass ihm von diesen geraten wurde, bestimmte Dokumente nicht offenzulegen. Diese Behauptung wurde jedoch von den betreffenden Anwälten bestritten und als unplausibel angesehen.

Obwohl es vonseiten des Gerichts entsprechend angeordnet wurde, konnte Wright bisher keine schriftlichen Aufzeichnungen vorlegen, die seine Behauptungen oder die angebliche Beratung durch seine Anwälte stützen. Dieses Versäumnis, glaubhafte dokumentarische und verifizierbare Beweise für seine Behauptungen zu liefern, hat seine Glaubwürdigkeit weiter untergraben. Trotz der wachsenden Beweise und Vorwürfe gegen ihn beharrt Wright also auch weiterhin darauf, Satoshi Nakamoto zu sein. Die „Faketoshi-Saga“ nimmt demnach noch immer kein jähes Ende.