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Rückblick auf die BTC22 in Innsbruck – Ein neuer Maßstab für Bitcoin-Konferenzen!

Am von BTC 22 Innsbruck

Am vergangenen Wochenende fand mit der BTC22 die bis dato größte deutschsprachige Bitcoin-Konferenz aller Zeiten statt. Aber nicht nur in puncto Teilnehmerzahl (es waren insgesamt ~900 Personen vor Ort) setzte die Veranstaltung neue Maßstäbe. Das Feedback aller Anwesenden war durchweg positiv und die Begeisterung über dieses gelungene Event scheint auch in den Tagen danach nur langsam abzuklingen.

Den Skeptikern zum Trotz

Im Vorfeld an die BTC22 gab es zahlreiche kritische und skeptische Stimmen. Mit zwischen 300€ und 500€ seien die Tickets viel zu teuer, hieß es. Eine professionell organisierte Hochglanz-Konferenz brauche es im Bitcoin-Kosmos gar nicht, hieß es. Der Bitcoin-Spirit gehe komplett verloren, hieß es. Und auch, dass man als #Pleb (wie sich zahlreiche „bodenständige Bitcoiner“ selbst bezeichnen) an der Veranstaltung überhaupt nicht teilnehmen brauche, hieß es.

Dass man allerdings großen Wert auf die Anwesenheit der „Plebs“ legte und eine solche Konferenz nur dann erfolgreich und fruchtend sein kann, wenn interessierte „No-Coiner“ und Industrie-Vertreter mit eben jenen eingefleischten Bitcoin-Enthusiasten ins Gespräch kommen können, das kommunizierten die Veranstalter um den österreichischen Event-Unternehmer Peter Taschler schon beizeiten. Dank Ticket-Rabatten von bis zu 30% auf Bitcoin-Zahlungen und der Einrichtung eines kostenlosen Camping-Platzes inkl. sanitärer Anlagen und Frühstück, konnten auch Plebs für möglichst wenig Geld teilnehmen und weiterhin „Sats stacken“.

Einige Plebs nahmen das Angebot zum Camping gerne an.

Ein schwieriger Spagat

Jede, bei der BTC22 anwesende, Person wird bestätigen können, dass es den Veranstaltern in beeindruckender Weise gelang, den schwierigen Spagat zwischen „Hochglanz-Produktion“ und „dem Bitcoin-Spirit gerecht werden“ zu meistern. Während das Bühnenbild im großen Saal, die Technik und die Organisation im Allgemeinen auf allerhöchstem Niveau waren, hatte man im Ausstellungsbereich und der Cafeteria nahezu durchgängig „Pleb-Vibes“. Menschen, die miteinander ins Gespräch kamen, Bier aus den mittlerweile legendären „Lightning Beer-Taps“ oder dem „Lightning Cocktail-Automaten“ zapften und sich über Bitcoin und die Welt unterhielten. Es fühlte sich zu jeder Zeit sehr familiär an egal, mit wem man gesprochen hat.

Dass man dem Bitcoin-Spirit unbedingt gerecht werden wollte, zeigte sich auch in der „Bitcoin only“ Herangehensweise, die sowohl bei der Planung, als auch vor Ort von Taschler und seinem Team an den Tag gelegt wurde.

Das tolle Bühnenbild der BTC22
Im Foyer waren zahlreiche Aussteller zu finden.

Bitcoin only!

Im Hinblick auf den Bitcoin-Spirit können sich zahlreiche andere als „Bitcoin-Konferenz“ titulierte Events bei der BTC22 definitiv eine Scheibe abschneiden. Sowohl bei den Speakern, den Sponsoren als auch der Bezahlung im Vorfeld und vor Ort war den Veranstaltern ihre Integrität als Bitcoiner äußerst wichtig.

Während die Tickets bei anderen Bitcoin-Konferenzen teilweise nicht einmal via BTC bezahlt werden können, gab es bei der BTC22 sogar satte Rabatte, wenn man dies tat. Des Weiteren, ist es bei anderen Veranstaltungen üblich, (fast) jedes willige Unternehmen als Sponsor zu listen und darüber hinaus sogar Speaker-Slots und Bühnenzeit zu verkaufen. Nicht so in Innsbruck! Sowohl bei der Auswahl der Speaker, als auch bei den Sponsoren wurde Wert darauf gelegt, dass die Unternehmen sich mit dem Bitcoin-Ethos identifizieren können. So wurden durch die Veranstalter bereits im Vorfeld zahlreiche Krypto-Börsen und Unternehmen aus der „Altcoin-/Blockchain-Industrie“ abgewiesen und dadurch auf hohe Sponsoring-Summen verzichtet.

Obwohl das Kongresszentrum in Innsbruck bisher noch keine Zahlungsmöglichkeit für Bitcoin implementiert hat und man Getränke und Speisen bis dato nur via Bargeld oder Bank-Karte bezahlen konnte, wurden keine Kosten und Mühen gescheut, um BTC-Zahlungen vor Ort möglich zu machen. Zusammen mit dem Bitcoin-Zahlungsanbieter „Lipa“, wurde die nötige Infrastruktur aufgesetzt. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten somit Softdrinks, Bier, Wein und Snacks sowohl „onchain“ als auch über das Lightning Netzwerk bezahlen.

Während es – vor allem bei der bekannten Konferenz in Miami – gang und gäbe ist, Bühnenzeit an Sponsoren und Unternehmen zu verkaufen, was oft in inhaltsleeren Panels und Vorträgen resultiert, wurde bei der BTC22 darauf geachtet, dass nur Personen auf die Bühne sollten, die in irgendeiner Weise auch einen Mehrwert liefern konnten und etwas Interessantes beizutragen hatten. Das Feedback zum Großteil der Talks und der Panels war entsprechend gut und viele Teilnehmer berichteten davon, fast jeden Vortrag verfolgt zu haben, was für Konferenzen, die ohnehin auch live gestreamt und aufgezeichnet werden, eher unüblich ist.

„Was hat die @thebconf in Österreich so besonders gemacht? Die Redner wurden aufgrund ihrer Leistungen ausgewählt. Ein breites Spektrum an BTC-Themen wurde abgedeckt. Hervorragende Workshops. Nur Bitcoin-Aussteller. Nur-Bitcoin-Publikum. Nur Bitcoin-Sponsoren. Schwer zu übertreffen. Ich freue mich auf die BitcoinConfUK und BitcoinConfEUR“

Rachel Geyer, Teilnehmerin der BTC22
Der Eingang zum Konferenzzentrum war auffällig geschmückt.

Außergewöhnliche Vorträge & Workshops

Die Themegebiete, zu denen es Präsentationen oder Panel-Gespräche gab, waren relativ breit gefächert. Von Anwendungsbereichen für Bitcoin und Lightning, über ökonomische und philosophische Aspekte des Bitcoins, bis hin zu esoterischen Auseinandersetzungen mit dem Thema, war alles dabei.

Für viele war bereits der Eröffnungsvortrag zur Konferenz, einer der Höhepunkte der gesamten Veranstaltung. Andy Holzer, ein blinder Bergsteiger und Kletterer, erzählte seine Lebensgeschichte und machte dabei mehr Verknüpfungen zum Bitcoin-Kosmos, als es ihm wohl selbst bewusst war. „Den Sehenden die Augen öffnen“ war ein wahrlich inspirierender Einstieg in die BTC22!

Neben den zahlreichen tollen Vorträgen gab es außerdem viele spannende Workshops, die man besuchen konnte. Dabei wurden unter anderem Privatsphäre im Internet, der Bau eines Lightning-POS-Systems oder der Betrieb einer Fullnode thematisiert. Es war für jeden Geschmack etwas dabei.

Ein Workshop zum Thema Fullnodes.

Legendäre Aftershow-Party

Zum Abschluss der BTC22 war mit der „Orange Pill Party“ ein Fest geplant, um die vergangenen Tage noch einmal gebührend ausklingen zu lassen. Für die Eröffnung der Orange Pill Party, hatten sich Peter Taschler und unser Blocktrainer.de-Gründer, Roman Reher, einen kleinen Spaß als Überraschung ausgedacht. In Anlehnung an die berühmte Szene aus dem Film „Matrix“ verkleidete sich Roman als „Morpheus“ und verteilte blaue und orangefarbene Pillen (Bonbons) für das Publikum. Eine witzige Aktion, die für viele Lacher und ausgelassene Stimmung sorgte!

Roman als Morpheus

Anschließend gab es eine „Jam Session“ aller Künstler, die während der Konferenz im Foyer für musikalische Untermalung sorgten, bevor die Jungs von „Pleb Rap“ ein schon jetzt legendäres Konzert zum Besten gaben.

Während in der Haupthalle dann die Party mit elektronischer Musik startete, gab es im Ausstellerbereich eine Art „get together“, bei dem sich ausgetauscht, angestoßen, getrunken und Spiele gespielt wurden. So etwas hatte man auf ähnlichen Konferenzen bisher ebenfalls noch nicht erlebt.

Der einzige, der einem an diesem Tag leidtun konnte, war der für die Main-Stage engagierte DJ. Weder er noch die Veranstalter hatten mit der starken Konkurrenz durch einen spontanen Auftritt vom bekannten Szene-DJ „Rootzoll“ gerechnet. Immer mehr und mehr Menschen versammelten sich um die kleine Bühne im Foyer und feierten und tanzten zu zahlreichen Klassikern der „Bitcoin-Musik“. Selbst einige No-Coiner, die lediglich für die Party anwesend waren, feierten schließlich lieber im Pulk der Bitcoin-Plebs, als in der großen Halle beim Haupt-DJ. Ein Abend, der wohl in die Geschichte der deutschsprachigen Bitcoin-Szene eingehen wird.

Während einige Leute „Twister“ spielten…
… versammelten sich immer mehr Partygäste um „DJ Rootzoll“.

Fazit zur BTC22

Wie eingangs bereits erwähnt, setzte die BTC22 neue Standards für Bitcoin-Konferenzen. Der Spagat zwischen „Barfuß“ und „Lackschuh“ wurde auf einzigartige Weise gemeistert und obwohl die Konferenztickets auf den ersten Blick nicht günstig waren, war das Preis-Leistungs-Verhältnis phänomenal. Die Veranstaltung war für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Erlebnis, dass man so schnell nicht mehr vergessen wird. Wem dieser Beitrag und/oder die zahlreichen anderen Rückblicke in diversen Podcasts, Blogs oder bei Twitter Lust auf mehr gemacht haben, der sollte sich bereits das Datum für das nächste Jahr im Kalender anstreichen.

Die BTC23 wird vom 14. bis 17. September 2023 stattfinden. Sobald es Tickets zu kaufen gibt, erfahrt ihr das natürlich hier bei Blocktrainer.de.