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Palantir Technologies Inc., ein US-amerikanisches Unternehmen für die Datenanalyse von „Big Data“, akzeptiert künftig die Bezahlung in Bitcoin und zieht es darüber hinaus in Erwägung bald einen Teil der Barreserven in Bitcoin zu halten. Dies verkündete der Finanzvorstand Dave Glazer im gestrigen „Earnings Call“ für das Q1/2021.

Offen für Bitcoin-Geschäfte

Zunächst wurden, wie in Earnings Calls üblich, von CFO Glazer die Zahlen des ersten Quartals (~341 Mio USD Umsatz in Q1, ~2,3 Mrd. USD an Barmitteln) vorgestellt. Anschließend beantwortete er Fragen von Aktionären. Eine dieser Fragen, beziehungsweise seine Antwort darauf, sorgte für positive Begeisterung in der Bitcoin Community:

Rodney Nelson – Leiter der Abteilung Investor Relations

„Sehr gut. Dave, ich werde Ihnen nun die nächste Frage stellen. Wir haben etliche zu dieser Thematik bekommen. Brian L. fragt, ob Sie sich vorstellen können, dass Palantir jemals Bitcoin oder irgendeine andere Art von Kryptowährung in seiner Bilanz hat?“

Dave Glazer – Chief Financial Officer

Brian, danke für die Frage. Die kurze Antwort ist ja. Wir denken darüber nach, und wir haben es sogar schon intern besprochen. Schauen Sie sich unsere Bilanz an, 2,3 Milliarden Dollar an Barmitteln zum Quartalsende, einschließlich 151 Millionen Dollar an bereinigtem freien Cashflow in Q1.

Es ist also definitiv auf dem Tisch, sowohl aus Sicht unserer Finanzreserve als auch für andere Investitionen, wenn wir unser Geschäft betrachten und auch über den Tellerrand hinaus blicken. Auf der anderen Seite akzeptieren wir auch Bitcoin von unseren Kunden. Das ist viel bequemer. Wir sind in dieser Hinsicht offen für Geschäfte.

Palantir akzeptiert also nicht nur Bitcoin als Zahlungsmittel für Produkte und Dienstleistungen, sondern befasst sich bereits intensiv mit der Umschichtung eines Teils der Barreserven in Bitcoin. Wir könnten also ziemlich wahrscheinlich bald das nächste große Unternehmen auf der Liste von bitcointreasuries.org sehen.

Grundsätzlich ist der Einstieg von großen Firmen fast immer als positives Signal zu betrachten. Im Falle von Palantir, ist ein Engagement in Bitcoin jedoch von besonderer Relevanz.

Beste Beziehungen in Regierungskreise

Peter Thiel und Ex-Präsident Donald Trump (Quelle: Manager-Magazin)

Die unter anderem von Starinvestor Peter Thiel mitgegründete Palantir Technologies Inc. wurde in den frühen 2000er Jahren gegründet und hat sich auf die Analyse von großen Datenmengen spezialisiert. Diese Fähigkeit ist natürlich bei großen Hedgefonds und anderen Wirtschaftsunternehmen, aber ganz besonders bei Staaten bzw. Bundesbehörden sehr gefragt.

Zum Kundenstamm des in Palo Alto ansässigen Unternehmens zählen allerlei staatliche Behörden, allen voran die US-amerikanischen Nachrichtendienste (z.B. CIA) und das Verteidigungsministerium. Aber auch deutsche, britische und viele andere Behörden zählen zu den deren Kunden. Oft als „Datenkrake“, „Überwachungsfirma“ und „Regierungsspitzel“ kritisiert, pflegt Palantir also beste Beziehungen in die obersten Regierungskreise der westlichen Welt.

Das Engagement in Bitcoin in Verbindung mit dieser Regierungsnähe lässt vermuten, dass Palantir und Mitgründer Peter Thiel möglicherweise Insiderwissen haben, dass Bitcoin (anders als viele glauben) von Regierungsseite her, eben nicht verboten oder totreguliert werden wird. Peter Thiel ist auch abseits von Palantir für seine weitreichenden politischen Beziehungen aber auch für seine sehr positive Einstellung gegenüber Bitcoin bekannt. Er bezeichnete sich erst kürzlich selbst als „Bitcoin Maximalist“, will zusammen mit anderen Geldgebern eine eigene Börse gründen und forderte die US-Regierung auf sich näher mit Bitcoin zu beschäftigen, da andere Staaten, wie z.B. die Volksrepublik China dies bereits täten. Hier ein Videobeitrag dazu:

Fazit

Sollte es Palantir Microstrategy und Tesla gleichtun und Bitcoin in ihrer Bilanz halten werden die Firmenverantwortlichen sicherlich alles in ihrer Macht stehende tun, um ihre Kontakte in die höchsten Regierungskreise dazu zu verwenden, positiven Einfluss auf die Regulation von Bitcoin zu nehmen. Je mehr einflussreiche Firmen sich mit Bitcoin befassen und besser noch – Bitcoin besitzen, desto unwahrscheinlicher werden Verbote.