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Neue Buchhaltungsregeln für Bitcoin in den USA: Ein Wendepunkt für Unternehmen und Investoren

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FASB BTC

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Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass das Financial Accounting Standards Board (FASB) verkündete, die Bilanzierung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen zum „fairen Wert“ möglich machen zu wollen – Blocktrainer.de berichtete. Dies wurde bereits damals als Meilenstein für die gesamte Krypto-Industrie gefeiert. Gestern meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg, dass die lang erwartete Regelung ab dem Jahr 2025 in Kraft treten soll. Viele Experten sehen darin einen Wendepunkt insbesondere für institutionelle Investoren, die Interesse an Bitcoin hegen.

Die Ankündigung des FASB sorgte für viel Aufsehen und Diskussionen in der Krypto-Community. Die Bilanzierung von Kryptowährungen war bis dahin ein komplexes und oft missverstandenes Thema. Unternehmen, die in Bitcoin investierten, mussten ihre Krypto-Assets als unbefristetes immaterielles Vermögen (en. indefinite-lived intangible asset) bilanzieren, was zu einer Reihe von Herausforderungen führte. Diese Klassifizierung war nicht nur ungenau, sondern auch irreführend für Investoren, die die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens beurteilen wollten.

Das FASB ist ein US-amerikanisches Rechnungslegungsgremium und legt fest, was die in den USA allgemein akzeptierten Buchhaltungsregeln (“GAAP“) sind. Die Vorschriften des FASB sind für die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC bindend. Unternehmen in den USA müssen nach diesen allgemein akzeptierten Buchhaltungsregeln bilanzieren. Eine einheitliche Bilanzierung soll es für Investoren erleichtern, die Bilanz eines Unternehmens auf einen Blick einordnen zu können.

Die Änderungen im Detail

Die Alte Praxis

Unter der alten Regelung wurden Kryptowährungen als „unbefristetes immaterielles Vermögen“ behandelt. Das bedeutete, dass der Wert der Kryptowährungen in den Büchern zum Anschaffungspreis festgehalten wurde. Dieser Wert wurde nur dann angepasst, wenn es einen dauerhaften Wertverlust gab. Das führte zu einer Reihe von Problemen. Erstens konnte der Wert dieser Vermögenswerte nur sporadisch überprüft werden, was bei einem volatilen Vermögenswert wie Bitcoin problematisch ist. Zweitens konnte diese Art der Bilanzierung die Unternehmensbilanzen verzerren, da sie den tatsächlichen Wert der Krypto-Assets nicht genau widerspiegelte. Außerdem hatte diese Methode den Nachteil, dass sie für Investoren wenig transparent war.

Die Nachteile im Überblick:

  1. Wertüberprüfung: Der Wert dieser Vermögenswerte wurde nur sporadisch überprüft, was für einen volatilen Vermögenswert wie Bitcoin problematisch ist.
  2. Verzerrung der Bilanzen: Diese Art der Bilanzierung konnte die Unternehmensbilanzen verzerren, da sie den tatsächlichen Wert der Krypto-Assets nicht genau widerspiegelte.
  3. Mangelnde Transparenz: Investoren hatten Schwierigkeiten, den tatsächlichen Wert der Krypto-Assets eines Unternehmens zu ermitteln, was das Vertrauen untergrub.

Daher sprachen sich einige Unternehmen bereits seit Längerem für die Änderung der Regelung aus. Andrew Kang, der CFO bei Microstrategy schrieb diesbezüglich im vergangenen Mai einen Brief an das FASB:

Die Bilanzierung von Kryptowährungen zum fairen Wert würde uns in die Lage versetzen, den Anlegern ein relevanteres Bild unserer Finanzlage und des wirtschaftlichen Werts unserer Bitcoin-Bestände zu vermitteln, was wiederum den Anlegern die Möglichkeit geben würde, fundierte Investitions- und Kapitalallokationsentscheidungen zu treffen

Andrew Kang, CFO Microstrategy

Die neuen Regeln

Die neuen Regeln sollen offiziell ab dem Jahr 2025 beziehungsweise für Geschäftsjahre, die nach dem 15. Dezember 2024 beginnen, in Kraft treten. Unternehmen dürfen diese laut FASB jedoch bereits vorher anwenden und können ihre Krypto-Assets dann zum „Fair Value“ bilanzieren, also zum aktuellen Marktwert. Dies ermöglicht eine transparentere und genauere Darstellung der finanziellen Lage des Unternehmens. Es erlaubt auch, Wertsteigerungen der Krypto-Assets zu erfassen, was unter den alten Regeln nicht möglich war. Darüber hinaus schaffen die neuen Regeln eine einheitliche Grundlage für die Bilanzierung von Krypto-Assets, was von vielen Unternehmen und Buchhaltern seit Jahren gefordert wurde. Einige Experten sehen in der neuen Regelung einen Anreiz für (institutionelle) Investoren, sich eher an ein Bitcoin-Investment heranzuwagen.

Die Vorteile im Überblick:

  1. Transparenz: Die Fair-Value-Bilanzierung ermöglicht eine transparentere und genauere Darstellung der finanziellen Lage des Unternehmens.
  2. Flexibilität: Unternehmen können nun Wertsteigerungen ihrer Krypto-Assets erfassen, was unter den alten Regeln nicht möglich war.
  3. Regulatorische Klarheit: Die neuen Regeln schaffen eine einheitliche Grundlage für die Bilanzierung von Krypto-Assets, was von vielen Unternehmen und Buchhaltern seit Jahren gefordert wurde.
  4. Anreiz für Investitionen: Durch die Klarheit und Transparenz könnten mehr Unternehmen ermutigt werden, in Kryptowährungen zu investieren.

Fazit

Die Entscheidung des FASB, die vor einem Jahr angekündigt und nun bestätigt wurde, markiert einen wichtigen Wendepunkt für die USA und damit einen großen Teil des Gesamtmarktes. Sie könnte weitreichende Auswirkungen auf die Unternehmenswelt im Krypto-Markt haben. Insbesondere Unternehmen wie Microstrategy und Tesla, die bereits jetzt große Mengen an Bitcoin halten, forderten die Fair-Value-Regelung schon länger. Endlich wird es für diese nun möglich, die eigenen Bilanzen genauer darzustellen.

Es bleibt natürlich abzuwarten, ob und wie diese Änderungen die Investitionsstrategien von Unternehmen beeinflussen werden, aber die ersten Reaktionen aus der Industrie sind durchweg positiv.

Es ist ein großer Schritt nach vorne für den gesamten Krypto-Markt. Ich denke, es ist ein bedeutender Schritt in Richtung Mainstream-Akzeptanz. Ich kann mir vorstellen, dass die Umsetzung dieses Vorschlags großen Unternehmen helfen wird, die sich vielleicht scheuen, Kryptowährungen in ihrer Bilanz zu führen, weil sie Angst vor der technischen Komplexität haben.

Jeff Rundlet, Strategischer Leiter der Buchhaltungssoftware „Cryptio“

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