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Krypto-Kriminalität auf Höchststand – oder etwa nicht?

Am von Kriminalität Krypto

Im aktuellen Teaser-Blogpost zum neuen „Crypto Crime Report 2022“ überraschte das Analyseunternehmen Chainalysis gestern mit neuen Zahlen zur Kriminalität im Kryptomarkt. Diese erreichte im Laufe des Jahres 2021 nämlich ein neues Allzeithoch, was einige Newsportale auch relativ schnell für entsprechende Meldungen und reißerische Schlagzeilen verwendeten. Beispielsweise wurde von „alarmierenden Statistiken“ gesprochen. Warum die Zahlen aber bei genauerem Hinsehen tatsächlich weder alarmierend noch schockierend, sondern, ganz im Gegenteil, sogar extrem positiv zu bewerten sind, möchten wir in diesem kurzen Beitrag erklären.

Neues Allzeithoch für Krypto-Kriminalität

Die Firma Chainalysis fand durch ihre Erhebungen heraus, dass die mit Kryptowährungen in Zusammenhang stehende Kriminalität im Jahr 2021 ein neues Allzeithoch erreichte. Das Gesamtvolumen illegaler Transaktionen erreichte in den vergangenen zwölf Monaten die bisherige Höchstmarke von insgesamt 14 Milliarden US-Dollar. Verglichen mit den 7,8 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2020 sahen wir also fast eine Verdopplung. Selbst das bisher kriminellste Jahr 2019, welches mit dem riesigen PlusToken-Scam einen Ausreißer darstellt, wurde noch um mehr als zwei Milliarden US-Dollar überholt.

Gesamtwert der illegalen Krypto-Transaktionen.
Quelle: Chainalysis

Betrachtet man also die nackten Zahlen, so könnte man durchaus zu dem Schluss kommen, dass diese Erkenntnisse alarmierend und schockierend sind. Oft steckt hinter solchen Statistiken jedoch mehr, als man auf den ersten Blickt sieht.

In Relation setzen

Um ein besseres Verständnis dafür zu bekommen, wie die Daten zu werten sind, sollten diese in Relation zum gesamten Transaktionsvolumen gesetzt werden. Die Tatsache ist nämlich, dass nicht nur das Gesamtvolumen der illegalen Aktivitäten, sondern auch das Transaktionsvolumen des gesamten Marktes stark zugenommen hat. Dieses lag im vergangenen Jahr bei sage und schreibe 15,8 Billionen US-Dollar, was einem Anstieg zum Jahr 2020 um ca. 567% gleich kommt. Vergleicht man nun diesen beinahe Versiebenfachung des Transaktionsvolumens mit dem 79%-igen Anstieg des Volumens an illegalen Transaktionen, kann man deutlich erkennen, dass der Anteil an kriminellen Aktivitäten im Gesamtmarkt sogar deutlich rückläufig und auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Analysen ist.

Anteil der illegalen Transaktionen am gesamten Kryptomarkt.
Quelle: Chainalysis

Das Wachstum des Gesamtmarktes und der legalen Nutzung von Kryptowährungen übersteigt das Wachstum der kriminellen Nutzung also bei Weitem. Mittlerweile liegt der Anteil an illegalen Transaktionen bei nur noch 0,15% – weniger als einem Viertel des Vorjahres.

Zu erwähnen ist jedoch, dass diese Zahl künftig noch etwas steigen könnte, da eventuell weitere Adressen illegalen Aktivitäten zugeordnet werden können. Nichtsdestotrotz ist klar ein positiver Trend erkennbar.

Kategorien betrachten – DeFi als Schlaraffenland

Ein Gesamtvolumen von 14 Milliarden US-Dollar an illegalen Transaktionen, ist natürlich dennoch grundsätzlich ein großes Problem. Allerdings sollte in die Bewertung der Zahlen auch mit einfließen, welche Kategorien von illegalen Aktivitäten den Löwenanteil des Gesamtwertes ausmachen.

DeFi fördert Betrug

Von den insgesamt 14 Milliarden US-Dollar entfallen nämlich 7,8 Milliarden auf gestohlene Guthaben (z. B. durch gehackte Smart-Contracts) und 2,8 Milliarden auf Betrügereien (z. B. Rugpulls und Exitscams). Mehr als 75% aller illegalen Aktivitäten entfällt also auf diese beiden Kategorien, für die das Aufkeimen von „Decentralized Finance“ (DeFi) ein wahres Schlaraffenland für Betrüger schuf.

Vermeintliche DeFi-Projekte, die auf die Unwissenheit und Gier der Marktteilnehmer setzten, falsche Versprechungen machten und sich schlussendlich mit dem Geld aus dem Staub machten, davon gab es im Jahr 2021 zahlreiche Fälle. Auch aus gehackten Smart-Contracts, die oft ohne große Sicherheits-Reviews veröffentlicht wurden, konnte eine Menge Geld gestohlen werden.

Auch für Geldwäsche sind DeFi-Anwendungen laut Chainalysis ein wahrer Segen. DeFi-Protokolle verzeichneten mit 1.964 % den mit Abstand größten Zuwachs bei der Nutzung zur Geldwäsche.

Wie kann ich mich schützen?

Wir bei Blocktrainer.de warnen nicht grundlos davor, Geld blind in irgendwelche Projekte zu investieren, die das Blaue vom Himmel versprechen. Auch sollte man nicht zu viel Guthaben bei den verschiedenen Anbietern liegen lassen, sondern sich besser selbst um die Verwahrung kümmern. Einer der größten Betrugsfälle im vergangenen Jahr war insbesondere der, dass der CEO der türkischen Kryptobörse „Thodex“ mit den Geldern der Kunden verschwand.

Wer sich vor derlei Verlusten schützen möchte, sollte sich tunlichst damit auseinandersetzen, wie man seine Coins selbst sicher verwahrt. Eine der besten und einfachsten Möglichkeiten dafür ist die Nutzung eines BitBox02 Hardware-Wallets:

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Die Schattenseiten der Kryptowährungen

Wie bereits erwähnt, entfällt der Großteil der illegalen Aktivitäten auf Betrügereien und gestohlene Gelder. Aber wie sieht es mit den anderen Kategorien aus, die in vielen Medien oft als die „Schattenseiten der Kryptowährungen“ dargestellt werden. Immer wieder liest man Aussagen von Journalisten und vermeintlichen Experten, die Bitcoin und Co. mit Drogen- und Menschenhandel, Kinderpornografie, Erpressung und Terrorfinanzierung in Verbindung bringen.

Die prozentuale Verteilung der illegalen Aktivitäten nach Kategorie
Quelle: Chainalysis

Wirft man einen genauen Blick auf die Statistiken von Chainalysis, lässt sich unschwer erkennen, dass eben jene Kategorien einerseits deutlich unterrepräsentiert sind und andererseits sogar im vergangenen Jahr noch deutlich abgenommen haben. Vor allem die Kategorien Kinderpornografie und Erpressung durch Ransomware haben trotz steigendem Transaktionsvolumens des Gesamtmarktes sogar abgenommen. Ein positives Signal!

Bitcoin hat nicht den „schwarzen Peter“

Obwohl entgegen der Fakten die Betrügereien, Geldwäsche und illegalen Aktivitäten in der öffentlichen Wahrnehmung noch immer dem Bitcoin zugeschrieben werden, zeigen die Zahlen von Chainalysis, dass der sprichwörtliche „schwarze Peter“ eigentlich nicht bei Bitcoin liegt. Der mit Abstand größte Anteil an illegalen Aktivitäten im Kryptomarkt passiert in Bereichen, mit denen Bitcoin eigentlich nichts zu tun hat.

Überdies sind es vor allem Bitcoin-Enthusiasten („Maximalisten“), die immer wieder zur Vorsicht bzgl. DeFi und Selbstverwahrung der eigenen Coins mahnen.

Leider wird es wohl noch eine lange Zeit dauern, bis dies auch in den Köpfen der Leute ankommt.