Skip to main content

Der soziale Einfluss von Bitcoin in Malawi

Am von

currency_bitcoinBitcoin kaufen double_arrow lockHardware Wallet kaufen double_arrow favoriteUnterstütze uns double_arrow

currency_bitcoinBitcoin kaufen double_arrow lockHardware Wallet kaufen double_arrow

Die britische Nachrichten- und Meinungswebsite UnHerd hat einen Bericht mit dem Titel „The African Village mining Bitcoin“ (z. Dt. Das afrikanische Dorf, das Bitcoin-Mining betreibt) veröffentlicht, der erneut die soziale Komponente des ESG-Narrativs von Bitcoin behandelt. Verfasst wurde der Beitrag von Ian Birrell, der unter anderem auch Mitgründer von der Organisation und dem Musiklabel Africa Express ist.

Zugang zu Strom

Blocktrainer.de berichtete bereits, dass Bitcoin-Mining bei der Lösung der Energieprobleme im ländlichen Afrika behilflich sein kann. Der Beitrag von Ian Birrell behandelt nun ein konkretes Beispiel in Malawi, eines der ärmsten Länder der Welt, wo nur jeder achte Bürger Zugang zu Strom hat.

Zwei Stunden von Malawis zweitgrößter Stadt Blantyre entfernt, liegt die abgelegene Region Bondo, eine Ansammlung von Dörfern am Berg Mulanje. Dort wurden drei kleine Wasserkraftwerke errichtet, die die regionalen Niederschläge nutzen, um Strom für 1800 Haushalte zu produzieren, die an dieses Stromnetz (Minigrid) angeschlossen sind. 

Durch die Elektrizität wurden vollkommen neue Möglichkeiten für die Menschen geschaffen. Dazu gehören nicht nur der Zugang zu Informationen und Freizeitgestaltung durch audio-visuelle Medien, sondern vor allem bessere Bildungschancen für Kinder, die abends nun mit Licht lernen konnten, sowie erhöhte Überlebenschancen durch Kühlschränke für Medikamente und Lebensmittel, sodass die Menschen die langen Wege in Krankenhäuser einsparten sowie Produkte für den Handel auf Märkten produzieren konnten. Auch die Zubereitung von Essen wurde durch den Strom nicht nur beschleunigt, sondern auch umweltfreundlicher, da es ohne Feuerholz auskam. Der Strom versorgte zahlreiche Haushalte, Maismühlen, Geschäfte, Kirchen und Schulen und sorgte letztlich für glückliche Menschen in der abgelegenen Region.

Entwicklungshilfe durch Bitcoin-Mining

Das Besondere dabei ist, dass dieses Stromnetz durch Bitcoin-Mining finanziert wird. Dieses Konzept stammt von der im Jahr 2022 gegründeten und vom Twitter-Gründer und Bitcoin-Advokat Jack Dorsey unterstützten, kenianischen Firma Gridless, die auch Anlagen in Kenia und Sambia betreut und weitere Projekte in ganz Afrika plant. Durch das Bitcoin-Mining können Energieprojekte in weit abgelegenen und/oder armen Regionen realisiert werden, die über die geeigneten Energiequellen verfügen. In Bondo verwenden 32 Bitcoin-Miner die Überschussenergie der Wasserkraftwerke, wodurch das Projekt refinanziert und letztlich Strom für die Region produziert und die Entwicklung der lokalen Wirtschaft gefördert wird.

Die Bondo-Kraftwerke wurden vom Mount Mulanje Conservation Trust gebaut, einer lokalen Gruppe, die versucht, die einzigartige biologische Vielfalt der Bergregion zu schützen, und wurden anfangs durch Finanzmittel von Hilfs- und Entwicklungsorganisationen unterstützt – doch jetzt deckt Bitcoin die laufenden Kosten.

Auszug aus dem Bericht

Dieses Konzept widerlegt das längst überholte Meinungsbild über die Umweltbelastung durch das Spekulationsobjekt Bitcoin und schafft einen kommerziellen Anreiz, der die Abhängigkeit der afrikanischen Gemeinschaften von ausländischer Entwicklungshilfe (und die damit verbundene Korruption und schlechte Regierungsführung) beseitigt.

[Die Hilfsorganisationen] kommen mit günstigen Krediten und Zuschüssen, um all diese Projekte zu finanzieren, die sich angeblich in 30 Jahren amortisieren werden, aber die Rechnungen gehen nie auf. [Bitcoin-Mining] ist eine neue Art der Entwicklungsfinanzierung.

Erik Hersman, Geschäftsführer von Gridless

Wertspeicher und finanzielle Freiheit

Neben den Energieproblemen der ländlichen Bevölkerung ist die Inflation ein weiterer Grund für das steigende Interesse an Bitcoin in Afrika. Wie viele afrikanische Länder, leidet auch Malawi an der Inflation. Vor zwei Monaten verlor die Landeswährung Kwacha gegenüber dem US-Dollar 44% seines Wertes, was zu einem starken Anstieg der Preise führte.

Hier wird die kenianische Unternehmerin Marvel Lorraine und ihr Projekt Bitcoin Dada erwähnt, über die Blocktrainer.de vor Kurzem berichtete. Lorraine unterstützt vor allem Frauen beim Umgang mit Bitcoin und bietet ihnen somit eine zuverlässigere Alternative, um zum Beispiel Handel zu betreiben, unabhängig von der Inflation und den unzumutbaren Wechselkursen der Landeswährung.

Hier ist eine Alternative zu Gold und Immobilien für eine Mittelschicht, die etwas Geld und Geduld hat, aber Ausgaben und Kosten steigen sieht, während die Ersparnisse an Wert verlieren. Und eine starke Mittelschicht hilft beim Aufbau einer starken Wirtschaft, indem sie die Konsumausgaben ankurbelt, die Abhängigkeit vom Staat verringert und Innovation und Unternehmertum fördert.

Peter McCormack

Auch der Autor und Menschenrechtsaktivist Alex Gladstein ist der Meinung, dass Bitcoin gerade für die Menschen in Afrika besonders attraktiv ist. Von den 45 Währungen in Afrika wird ein Drittel noch immer von Frankreich kontrolliert, wodurch die Afrikaner an finanzieller Unterdrückung leiden, die durch hohe Transaktionsgebühren und stark schwankende Wechselkurse erzeugt wird.

Bitcoin bietet einen Ausweg und eine Alternative für die Afrikaner, wobei die Nutzung weniger eingeschränkt ist, als manche Leute denken. Die Unternehmer dort haben herausgefunden, wie Menschen Bitcoin ohne Internet nutzen können, was offen gesagt bemerkenswert ist.

Alex Gladstein

Zusätzlich macht die dezentrale und unkontrollierbare Natur Bitcoin zu einem idealen Instrument für Aktivisten und Journalisten, die unter diktatorischen Regimen leben. So wird Bitcoin in dem westafrikanischen Staat Togo, der seit 1967 von einer despotischen Familie regiert wird, genutzt, um unter anderem Oppositionsführer, deren Konten eingefroren sind, zu finanzieren – ähnlich wie bei den pro-demokratischen Bewegungen in Myanmar, Belarus oder Russland.

Fazit

Die Bitcoin-Miner im ländlichen Malawi verdeutlichen erneut, dass Bitcoin einen tiefgreifenden Wandel in der Welt bewirken kann. Überschüssige Wasserkraft wird monetarisiert und zur Finanzierung der Stromerzeugung genutzt, was Bildung und wirtschaftliche Aktivitäten fördert und das Leben der Menschen grundlegend verbessert. Insbesondere in den benachteiligten Regionen dieser Welt, die unter fehlender Infrastruktur, Armut, Autokratie, Kolonialismus, Korruption und Inflation leiden, bietet Bitcoin Lösungen für verschiedene soziale Probleme, die in der westlichen Welt eher selten vorkommen. Genau dort ist der Nutzen von Bitcoin klar definiert. Wenn der Ruf von Bitcoin in den Industrienationen aufgrund von Betrug und Geldwäsche von verschiedenen Kryptobörsen (FTX, Binance) geschädigt wird und verschiedene Anti-Bitcoin-Narrative ausgekramt werden, sollte man letztlich nur mal einen Blick auf Afrika werfen, um sich den Wert von Bitcoin für die Menschheit vor Augen zu führen.