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Die „Bolt Card“: Eine NFC-Karte für BTC-/Lightning-Zahlungen

Am von Coincorner Bolt Card

Das britische Unternehmen CoinCorner stellte gestern die „Bolt Card“ vor, eine physische Karte, mit der man Bitcoin-Zahlungen über das Lightning-Netzwerk kontaktlos über NFC abwickeln kann. Ähnlich wie es Endnutzer auch heute schon von der Kartenzahlung an der Tankstelle oder Supermarktkasse kennen, kann mit der Bolt Card nur durch das einfache Antippen eines Lightning-fähigen Point-of-Sale-Systems (POS) bezahlt werden. Das Ziel des Unternehmens ist es, Bitcoin-Zahlungen einfacher und für die breite Masse zugänglicher zu machen. Da in Großbritannien mehr als 90% aller persönlich getätigten Kartenzahlungen mittlerweile kontaktlos abgewickelt werden, suchte CoinCorner nach einer entsprechenden Lösung für Bitcoin-Zahlungen.

„Die direkte Bezahlung mit Bitcoin und Lightning ist noch immer nicht so effizient und benutzerfreundlich, wie wir es für das Massenpublikum brauchen. Es erfordert immer noch das Entsperren eines Telefons, das Öffnen einer App, das Scannen eines QR-Codes und dann die Durchführung der Transaktion. Dies ist immer noch ein Nachteil, wenn es um die Benutzerfreundlichkeit geht, im Vergleich zu dem, was andere Technologien heute für das Bezahlen vor Ort leisten können. NFC wird immer beliebter.“

– Danny Scott, CEO bei CoinCorner

Wie funktioniert die Bolt Card?

Technisch gesehen, ist die Karte im Grunde keine großartige Neuerung und es befinden sich, wie manch einer eventuell glauben mag, auch keine Bitcoins respektive Satoshis auf der Karte. Durch den Tipp-Vorgang erlaubt die Karte lediglich dem POS-Gerät, den gewünschten Betrag vom verknüpften Bitcoin-Konto bei CoinCorner abzuheben. Das Ganze funktioniert über den LNURL-Standard, den es bereits seit einigen Jahren gibt.

Dies bedeutet, dass die Zahlung auch nur dort vorgenommen werden kann, wo der entsprechende Händler ein Gerät nutzt, welches LNURL unterstützt. Dank eines Plug-ins für die beliebte Zahlungssoftware BTCPay-Server genügt hierfür aber auch schon ein einfaches NFC-fähiges Smartphone. Zukünftig soll die Bolt Card auch mit anderen Gateways wie zum Beispiel IBEX Mercado und irgendwann sogar mit gängigen Systemen aus dem traditionellen Zahlungsverkehr kompatibel sein.

Quelle: CoinCorner

Kritik an der Karte

Sicherheitsbedenken

Aus der Bitcoin-Community gab es auch einige kritische Stimmen und Sicherheitsbedenken. Da die Karte aus Gründen der Einfachheit respektive Nutzerfreundlichkeit keinerlei Sicherheitsfeatures wie etwa eine PIN abfragt, ist es potenzielle jedem (also auch Taschendieben o.ä.) möglich, Zahlungen damit zu tätigen. Danny Scott stellte jedoch klar, dass das Hinzufügen einer PIN theoretisch möglich wäre, jedoch derzeit bewusst darauf verzichtet wird. Zum einen gibt es ein tägliches Transaktionslimit, welches dazu beiträgt, dass verknüpfte Konten nicht komplett leer geräumt werden können und zum anderen, kann eine Karte bei Verlust sofort über die App gesperrt werden. Darüber hinaus ist sie ohnehin mehr als Bargeld, denn als Kreditkarte zu betrachten. Wenn jemand einen 100€-Schein im Portemonnaie hat und dieses verliert, hat derjenige in der Regel auch keine Chance mehr, das Geld wieder zu erhalten. Man sollte sich darüber im Klaren, sein, mit welchen Trade-offs die Karte einhergeht und diese entsprechend dem eigenen Risikoprofil „befüllen“ und nutzen.

Auch die potenzielle Möglichkeit, dass Händler theoretisch einen höheren Betrag abbuchen könnten als gewünscht, monierten einige User bei Twitter. Scott beschwichtigte jedoch, dass zum einen der abgebuchte Betrag natürlich auf dem POS-Gerät angezeigt werde und man darüber hinaus eine instant Notification auf dem eigenen Smartphone erhalte. Außerdem sei die erhöhte Abbuchung durch Händler ohnehin sehr unwahrscheinlich, da diese einen Vertrauensverlust erleiden und damit Kundschaft einbüßen würden, so der CoinCorner CEO.

Nicht dezentral

Ein weiterer Kritikpunkt ist der, dass derzeit noch ein Account bei CoinCorner notwendig ist, um die Karte für Zahlungen zu benutzen. Die Funktionalität der Karte ist nett, aber wenn man dadurch an einen zentralen Dienstleister gebunden ist, macht es dies für viele Nutzer direkt wieder unattraktiv. Seitens CoinCorner wurde jedoch bereits bestätigt, dass das Unternehmen schon an einer dezentralen Alternative arbeitet. Man darf also gespannt sein, was die Zukunft noch bringen wird.

Wo ist die Karte erhältlich?

Die Karte ist in vielen verschiedenen Designs und zum Preis von £4.99 im CoinCorner-Shop erhältlich. Zahlbar nur via Bitcoin und Lightning. Wer noch kein Kunde bei CoinCorner ist, sollte die Zeit nutzen, die es braucht, bis die Bolt Card geliefert wird und sich bereits bei CoinCorner anmelden. So stellt ihr sicher, dass ihr die Karte auch sofort nutzen könnt, wenn sie bei euch zu Hause ankommt.

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