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Wohin strebt der technische Fortschritt?

Am von Future Tech

1. Einleitung

Die letzten Jahrzehnte waren von großen gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen geprägt, die unser Verhalten und Zusammenleben verändert haben. Neue Basis-Technologien für die Energienutzung, die Kommunikation, den Transport und unsere Zusammenarbeit haben die Energie-, Informations-, Transport und Geldströme verändert und nicht nur neue Geschäftsmodelle, sondern auch neue Industrien hervorgebracht. Natürlich stellt sich hierbei die Frage, ob es Muster im technischen Wandel gibt und ob wir diese in die Zukunft weiterdenken können, um für mögliche Szenarien vorsorgen und die Zukunft aktiv gestalten zu können. Wohin strebt also der technische Fortschritt?

In diesem Artikel möchte ich mehrere Modelle aufzeigen, die uns dabei helfen können, den Wandel und den technischen Fortschritt zu beschreiben. Dies umfasst folgende Bereiche:

  • Die Zielgrößen der Produktivität
  • Der deflationäre Charakter des technologischen Fortschritts
  • Die Vision der Null-Grenzkosten Gesellschaft
  • Die Grenzen der Produktivität und des Fortschritts
  • Bitcoin als Messgröße des Fortschritts

2. Die Zielgrößen der Produktivität

Steigender Wohlstand geht für eine Gesellschaft immer mit einer steigenden Produktivität einher. So wird entweder mit gleichem Aufwand mehr produziert, oder mit weniger Aufwand gleichviel produziert. Als Formel ließe sich das etwa folgendermaßen darstellen:

Wenn wir nun das Produktivitätslevel maximieren möchten, so können wir gedanklich zunächst einmal den Input minimieren und den Output maximieren.

Dies ist mathematisch zwar nicht korrekt, doch bekommen wir eine Orientierung wie sich die Parameter verhalten sollten, damit unser Wohlstand weiter steigt. Doch was genau sind unser Input, Output und wer bestimmt, was am Ende der Produktion herauskommen soll?

Unsere Inputfaktoren sind unsere Arbeitskraft, die uns zur Verfügung stehende Zeit und Mittel. Und ohne festzulegen, was produziert werden soll, können wir ganz allgemein sagen: Es soll das RICHTIGE produziert werden. Das RICHTIGE, welches uns dient, unsere Bedürfnisse bestmöglich zu befriedigen.

Nicht nur die Ökonomie macht sich Gedanken über die bestmögliche Verteilung und den Einsatz von Ressourcen, sondern auch die Logistik. Daher möchte ich in diesem Zusammenhang die Zielgrößen der Logistik (7R) vorstellen.

Die Zielgrößen der Logistik

Zielgrößen der Logistik
Das richtige Produkt
In der richtigen Menge
In der richtigen Qualität
Zur richtigen Zeit
Mit den richtigen Informationen
Am richtigen Ort
Zu den richtigen Kosten
Die Zielgrößen der Logistik (7R)

Aus meiner Sicht klingt dies noch sehr materialistisch, weshalb ich noch zwei weitere Dimensionen hinzufüge und somit die 9 Dimensionen des Wohlstands erhalte. Auch diese können wir wieder maximieren, um ein Extrem bzw. eine Utopie zu bekommen. Ein Konflikt zwischen den Dimensionen schließe ich in diesem Fall aus und tue so, als wäre die Maximierung jedes Parameters problemlos möglich.

9 Dimensionen des WohlstandsMaximierung der jeweiligen Dimension
Das richtige ProduktJedes Produkt
In der richtigen MengeIm Überfluss
In der richtigen QualitätMit perfekter Qualität
Zur richtigen ZeitJetzt und sofort
Mit den richtigen InformationenGenau und vollständig
Am richtigen OrtHier und überall
Zu den richtigen KostenKostenlos
Der richtige MenschJeder Mensch
Die richtigen EmotionenWunschlos glücklich
Dimensionen des Wohlstands nach Leo Mattes

Eine Maximierung der Zielgrößen bringt uns zu einer Utopie, welche wir in der Realität zwar niemals erreichen können, doch sie hilft uns dabei weiter zu denken und auf neue Ideen zu kommen.

Die Entdeckung von Elektrizität und damit die Erfindung der Glühbirne hat es uns zum Beispiel ermöglicht, dass wir auch in der Nacht Orientierung haben. Die Dimension „zur richtigen Zeit“ wurde dadurch dramatisch verbessert.

Die Verbreitung des Internets optimierte die Dimension „mit den richtigen Informationen“, „am richtigen Ort“ und „zu den richtigen Kosten“ sprunghaft. Was zuvor nur in Bibliotheken oder Universitäten zu finden war, kann nun jeder zu jeder Zeit, von nahezu überall, zu nahezu keinen Kosten abrufen.

Dieses Gedankenspiel könnten wir mit jeder technologischen Innovation durchführen. Vor allem die Basis-Technologien für Informationsübertragung, Transport und Energieumwandlung führen zu sprunghaften Verbesserungen unseres Wohlstandsniveaus, da sie nahezu alle Prozesse betreffen.

„Die perfekte Maschine erfüllt ihre Funktion, ohne zu existieren.“

Ein ideales technisches System nach VDI Richtlinie 4521

Ein optimaler Prozess mit maximaler Produktivität hat somit keine Verschwendung bzw. alle Input Parameter werden für den Prozess benötigt und alle Output Parameter finden Verwendung zur Befriedigung unserer Bedürfnisse.

3. Der deflationäre Charakter des technologischen Fortschritts

Technologischer Fortschritt bedeutet immer auch eine Ablösung bisheriger Technologien und Prozesse, da es eine effizientere Möglichkeit gibt Ergebnisse zu erreichen. In der Vergangenheit haben wir daher immer wieder erlebt, dass Innovationen ganz neue Geschäftsmodelle und Industrien hervorgebracht haben. Hierzu gibt es zwei bekannte Kurven im Technologiemanagement, die im Folgenden dargestellt werden.

S- und L-Technologiekurve

Es wird davon ausgegangen, dass die Technologien unterschiedliche Leistungs- und Kostenpotentiale haben. Neuen Produkttechnologien haben demnach ein höheres Leistungspotential, während die neuen Prozesstechnologien geringere Kostenpotentiale haben. Die alten Technologien können mit diesem Sprung nicht mithalten und werden abgelöst.

Die S-Kurve

Die S-Kurve beschreibt die Leistungsfähigkeit einer Technologie im Verlauf ihres Lebenszyklus. Während der Entstehung ist die Produktivität noch gering, doch durch immer mehr Forschung, Entwicklung und Erfahrungen steigt die Produktivität s-förmig bis zu einem physikalischen Maximum an. Eine ausgereifte Technologie erreicht eine Grenze der Produktivität.

Ein Technologiesprung erfolgt dann, wenn eine neue Technologie, die zunächst noch eine geringe Produktivität aufzeigt, die Grenze der alten Produkttechnologie überschreitet und sich einem höheren Plateau annähert. Die höhere Leistungsfähigkeit begünstigt einen Technologiewechsel.

Die Herausforderungen, die beim Wechsel von der „alten“ auf die „neue“ Technologie entstehen, lassen sich als Innovators Dilemma zusammenfassen, denn oftmals benötigt es für die neue Technologie andere Kompetenzen, was eine Umstrukturierung und zunächst Mehraufwand mit sich bringt.  

Die L-Kurve

Während die S-Kurve sich auf die Leistungsfähigkeit (Output) bezieht, so beschreibt die L-Kurve die Kosten, die für eine Einheit entstehen (Input). Die Kostenkurven verlaufen hier L-förmig, da durch Skaleneffekte die Fixkosten auf die Produktmenge umgelegt werden können. Aufgrund der beschränkten Produktivität der Prozesstechnologie können die Kosten pro Einheit nicht unter ein bestimmtes Niveau fallen.

Eine fortschrittlichere Technologie schafft es bei höheren Stückzahlen kostengünstiger zu produzieren. Die geringeren Kosten pro Einheit begünstigen einen Technologiewechsel.

Wenn wir diese beiden Kurven in Extremen denken, so kommen wir an eine S-Kurve mit einem unendlich hohen Plateau an Leistungsfähigkeit und L-Kurven mit nahezu null Kosten pro Einheit. Dies bringt uns zum nächsten Modell: Der Null-Grenzkostengesellschaft.

4. Die Vision der Null-Grenzkosten Gesellschaft

Die Grenzkosten sind in der Betriebswirtschaft diejenigen Kosten, die durch die Produktion einer zusätzlichen Mengeneinheit eines Produktes entstehen. Eine zunehmende Produktivität aufgrund von effizienteren Technologien und eine automatisierte Produktion verringert die Grenzkosten gegen null. In seinem Buch „Die Null-Grenzkosten Gesellschaft“ beschreibt Jeremy Rifkin wie sich unser Leben durch die Veränderungen der Basis-Technologien in den letzten Jahrzehnten verändert hat und, dass aufgrund dezentraler Erneuerbarer Energien, dezentraler Kommunikationsmittel und mehr und mehr automatisierter Mobilität die Gesellschaft zunehmend nicht nur von einem „Nervensystem“ der Kommunikation, sondern auch von einem „Energie- und Logistikinternet“ – durchzogen wird, das die gesamte Menschheit umfasst.

Energie-Information-Transport Matrix

Rifkin schreibt über die industriellen Revolutionen:

„Die Möglichkeit, an jedem beliebigen Ort mit Anschluss an die Infrastruktur des Internets der Dinge physische Güter sowohl zu produzieren, zu vermarkten als auch zu verteilen, wird eine dramatische Wirkung auf die räumliche Organisation der Gesellschaft haben. Die erste industrielle Revolution förderte die Entwicklung dichter urbaner Zentren. Fabriken und logistische Netzwerke mussten sich in den Städten und um sie herum ansiedeln, wo es Eisenbahnknoten gab, über die sich Energie und Rohstoffe von Lieferanten der vorgelagerten Lieferkette heranschaffen und die fertigen Produkte an Groß- und Einzelhandel ausliefern ließen. Die Arbeiterschaft hatte so zu wohnen, dass Fabrik oder Büro zu Fuß oder mit Nahverkehrszug und Straßenbahnen zu erreichen waren. Während der zweiten Industriellen Revolution wanderte die Produktion von den dicht besiedelten urbanen Zentren in die vorstädtischen Industriegebiete ab, die über die Ausfahrten des nationalen Fernstraßensystems zu erreichen waren. Der Transport verlagerte sich von der Bahn auf die Straße, und die Arbeiterschaft begann mit dem Auto zur Arbeit zu fahren.“

Über die Eigenschaften der neuen Technologien kommt Rifkin zur Null-Grenzkosten-Gesellschaft:

„Auf der anderen Seite eignet sich ein dezentralisiertes, kollaboratives, lateral skaliertes, Peer-to-Peer organisiertes Kommunikationsmedium ideal zur Verwaltung erneuerbarer Energien, die von Natur aus dezentral sind und am besten kollaborativ verwaltet werden, sich für die Peer-Produktion eignen und sich lateral über die ganze Gesellschaft skalieren. Zusammen bilden Internetkommunikation und erneuerbare Energien die unteilbare Matrix für eine Basisinfrastruktur. Die Basisinfrastruktur umfasst drei ineinander verzahnte Internets: Ein Kommunikationsinternet, ein Energieinternet und ein Logistikinternet. Zu einem einzigen interaktiven System – dem Internet-der-Dinge – vernetzt, liefern diese drei Internets einen Fluss von Big Data über das Kommen und Gehen der Gesellschaft, der – im Sinne eines Strebens nach „Extremer Produktivität“ und einer Null-Grenzkosten-Gesellschaft – kollaborativ in globalen Netzwerken von der ganzen Menschheit abzurufen ist.“

Über den Übergang von den unidirektionalen Strukturen hin zu dezentralen Peer-to-Peer-Netzwerken schreibt Rifkin Folgendes:

„Folge von alledem ist, dass die Unternehmensmonopole des 20. Jahrhunderts sich jetzt einer disruptiven Bedrohung von unberechenbaren Ausmaßen in Form, der sich herausbildenden Internet-der-Dinge-Infrastruktur gegenübersehen. Neue Arten von Unternehmen können sich im Plug-and-Play Verfahren in das Internet-der-Dinge einklinken und mithilfe seiner offenen, dezentralen und kollaborativen Architektur durch Peer-Produktion laterale Skaleneffekte erzielen und so praktisch alle noch verbliebenen Mittelsmänner eliminieren. Diese Kompression führt zu einer dramatischen Steigerung von Effizienz und Produktivität, während sie gleichzeitig die Grenzkosten gegen nahezu null rückt, was zu Produktion und Verteilung nahe kostenloser Güter und Dienstleistungen führt. So sehr sich die vertikalen integrierten Monopole der Zweiten Industriellen Revolution des 20. Jahrhunderts auch des Angriffs zu erwehren versuchen, ihre Bemühungen erweisen sich als fruchtlos. Die riesigen Monopole, die über Musikbranche, Verlagsindustrie, Print- und elektronische Medien sowie weite Teile der Unterhaltungsindustrie herrschten, haben die schockierende, Grenzkosten schmelzende Wirkung der Skaleneffekte einer Peer-Produktion in lateral integrierten Netzwerken am eigenen Leibe erfahren. Mit zunehmender Reifung der Internet-der-Dinge Infrastruktur dürfen wir mit der Niederlage vieler Konzernriesen rechnen – von der Energiebranche über Kommunikation und Herstellung bis hin zum Dienstleistungssektor.“

Auch wenn Rifkins Worte uns oftmals an die Eigenschaften von Bitcoin erinnern, so findet Geld als Basis-Technologie in seinem Buch fast keine Erwähnung. Er argumentiert sogar, dass diese sehr große bevorstehende Produktivität die Vorteile von Kapitalismus und Sozialismus vereinen könnte und sich Menschen in Zukunft für ein Gemeinwohl einsetzen, da ihre Grundbedürfnisse gedeckt sein werden. Hier übersieht Rifkin das eigentliche Produktions- und Organisationsproblem, welches durch Eigentum, Marktpreise und Wirtschaftlichkeitsrechnungen gelöst wird. Seiner zentralen These, dass sich unsere Infrastruktur durch große Produktivitätsfortschritte hin zu dezentralen Peer-to-Peer-Netzwerken verändern wird und zentrale Institutionen an Einfluss verlieren, stimme ich zu, da dies die deflationären Effekte von technologischem Fortschritt sind und die Dimensionen des Wohlstands hierdurch maximiert werden. Wer verstehen möchte, wie inflationierendes Geld die deflationären Effekte von technologischem Fortschritt verhindern, dem empfehle ich „The price of tomorrow“/“Der Preis der Zukunft“ von Jeff Booth.

5. Die Grenzen der Produktivität und des Fortschritts

Die Maximierung der Zielgrößen der Logistik, die Maximierung der Leistungsfähigkeit von Technologien als auch die Vision der Null-Grenzkosten Gesellschaft sind Gedankenmodelle, die uns helfen technologischen Fortschritt zu beschreiben und zu erkennen. Doch sie sind sicherlich auch utopisch und nicht realisierbar. Doch warum nicht? Was sind die Grenzen der Produktivität?

  • Die Produktivität und somit unser Wohlstandsniveau hängt von der Anzahl Menschen ab, die sich durch Arbeit und Sparprozesse am Kapital- und Wissensaufbau in einer arbeitsteiligen Gesellschaft beteiligen. Die Weltbevölkerung lässt sich nicht beliebig und sofort ausweiten.
  • Die Naturgesetze geben uns Wirkungsgrade und physikalische Grenzen vor, die wir nach allem, was wir wissen, nicht verändern können. Das Erlernen und die Entwicklung von neuen Technologien benötigt zudem Arbeit und Zeit. Die aktuellen technologischen Reifegrade sind für unsere aktuelle Produktivität eine Limitierung,
  • Technologie ist agnostisch. Sie ist weder gut noch böse, sinnvoll oder unnötig. Die subjektiven Wertschätzungen der Menschen bestimmt den Wert der Technologien und ob diese benötigt werden oder nicht. Die Zeitpräferenz eines Menschen ist zudem dafür verantwortlich, ob er Konsum oder Arbeit vorzieht. Der Mensch ist in der Lage seine Bedürfnisse zu verändern, weshalb es nie zu einer statischen Wirtschaft kommen wird und weshalb Dynamiken ständig Arbeit notwendig machen.

Ob sich der technische Fortschritt fortsetzt und fortsetzen lässt, hängt somit maßgeblich von den subjektiven Wertschätzungen der Menschen und unseren Möglichkeiten, die Naturkräfte in unsere Produktionsprozesse einbinden zu können ab. Wir sehen in den letzten Jahrzehnten zwar viele Innovationen und nie zuvor da gewesenen technischen Fortschritt, doch eine unendliche Produktivität wird und kann es nicht geben.

6. Bitcoin als Messgröße des Fortschritts

Wie können wir den Fortschritt und unser Wohlstandsniveau messen? Mit Geld. Die Kaufkraft des Geldes ist eine Messgröße, die es uns ermöglicht, den Fortschritt zu beurteilen. Wenn die Preise sinken und wir uns mit einer Geldeinheit mehr Güter oder Dienstleistungen leisten können, so steigt der Wohlstand, und wenn die Preise steigen und wir uns mit einer Geldeinheit weniger leisten können, so ist unser Wohlstand gesunken.

Damit Geld eine Messgröße ist, welche uns die Kaufkraft zuverlässig über die Zeit vergleichen lässt, benötigen wir eine Messgrößenstabilität. Dies erreichen wir durch eine konstante Geldmenge, sodass die Preise nur von Angebot und Nachfrage geregelt und nicht noch durch die Ausweitung der Geldmenge verwässert werden.

Geld an sich ist zunächst kein Wohlstand, denn Geld produziert nichts. Doch Geld ermöglicht uns, die Produktivität durch Arbeitsteilung und Wirtschaftlichkeitsrechnungen zu erhöhen. Geld bietet uns zudem die Möglichkeit durch die Abschätzung der Kaufkraft unsere Sparprozesse und unsere Zukunft besser planen zu können.

Bitcoin als Zivilisationsindex

Mit Bitcoin haben wir zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte eine Technologie, welche sich als Geld eignet und ein glaubwürdiges Knappheitsversprechen bietet. Die Hashrate zeigt an, wieviel Energie in die Sicherung des Netzwerks eingesetzt wird. Mit steigender Kaufkraft von Bitcoin gibt es auch zunehmend größere Anreize sich am Mining Prozess zu beteiligen, was die Hashrate ebenfalls bei steigendem Fortschritt steigen lassen sollte. Der Blocktrainer.de-Gründer Roman hat in seinem Video über die Kardaschow Skala erwähnt, dass die Hashrate ein Maß für unseren Zivilisationsindex werden könnte.

Ich bevorzuge die Kaufkraft des Geldes als wichtigen Index des Wohlstandsniveaus. Zwar bedingen sich diese beiden Größen gegenseitig, denn wenn die Kaufkraft des Bitcoins steigt, so steigen die Anreize am Mining teilzunehmen. Und wenn das Netzwerk durch eine größere Hashrate sicherer wird, so steigt das Vertrauen in Bitcoin und es bestehen mehr Anreize in Bitcoin zu sparen. Doch aus meiner Sicht ist das Maß für die Sicherung der Knappheit des Geldes noch kein Wohlstand. Der reine Energieaufwand (als Input) hat noch keinen Wert und auch ein sicheres Geldsystem bzw. gutes Geld ist nur Mittel zum Zweck. Der Mensch bewertet am Ende Konsumgüter (Output) nach dem Nutzen wie sie seine Bedürfnisse bestmöglich befriedigen. Ein geschlossenes Geldsystem mit einer konstanten Geldmenge dient aber mit Sicherheit der Ressourcenverteilung, steigender Produktivität und Kapitalakkumulation.

Einen Vorteil die Hashrate als Zivilisationsindex heranzuziehen wäre sicherlich die Tatsache, dass diese Größe objektiv für alle gleich ist, denn die Kaufkraft des Geldes unterscheidet sich je nach Marktlage und Ressourcenverfügbarkeit. Für mich als Individuum spielt die Existenz eines objektiven Zivilisationsindex aber eine untergeordnete Rolle, denn für mich zählt die Kaufkraft meiner Ersparnisse.

Langfristig sollte sowohl die Kaufkraft als auch die Hashrate steigen, wenn wir es wollen und schaffen immer mehr Naturkräfte in unsere Produktion einzubinden und wenn Bitcoin für die Durchführung von Wirtschaftlichkeitsrechnungen herangezogen wird.

Ob Hashrate oder Kaufkraft – Bitcoin ist ein Zivilisationsindex.



Weitere Informationen:

„Zero marginal cost society“ – Jeremy Rifkin (Die Null-Grenzkosten Gesellschaft)

“Price of tomorrow” – Jeff Booth (Der Preis der Zukunft)

Blocktrainer Video: Kardaschow Skala

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