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Wegen Untreue – Der deutsche Faketoshi muss in den Knast!

Am von Richter Urteil

Bereits zum Prozessauftakt im September berichtete Blocktrainer.de über den Fall des Jörg Molt, der sich jahrelang selbst als „Bitcoin Co-Founder“ ausgegeben hat und wegen Untreue und Betruges in 92 Fällen vor dem Landgericht in Landshut angeklagt war. Durch eine sogenannte „Bitcoin Pension“ soll Molt (selbst wenn man den jeweils niedrigsten Tageskurswert zur Berechnung heranzieht) rund 80 BTC im Gegenwert von knapp 500.000 Euro erbeutet haben. Der heutige Gegenwert dieser Bitcoins beläuft sich sogar auf rund 1,5 Millionen Euro. Heute wurde vom zuständigen Gericht das Urteil verkündet.

Haftstrafe – 3 Jahre und 3 Monate

Der Richter entschied, dass Jörg Molt wegen Untreue für insgesamt 3 Jahre und 3 Monate in Haft muss. Blocktrainer.de hat mit Edina Schall gesprochen, die bei der Urteilsverkündung vor Ort war und das verhältnismäßig milde Urteil und die Begründung für ebendieses nicht nachvollziehen kann. Schall selbst, kennt Jörg Molt bereits seit 2013 und machte es sich, nachdem auch sie von ihm in einem anderen Fall betrogen wurde, zur Aufgabe, seine Machenschaften aufzudecken und ihn hinter Gitter zu bringen. Dies gelang ihr nun zwar, wirklich zufrieden ist sie damit aber nicht.

Der verurteilte Betrüger, Jörg Molt

„Dieses Urteil ist eine grandiose Frechheit. Molt hat mehr als 1000 Leute betrogen und diese nicht nur finanziell, sondern auch seelisch stark geschädigt. So wirkt das wie ein Freifahrtschein für alle weiteren Bitcoin-Betrüger.“

Edina Schall

Das Urteil wurde laut Schall unter anderem damit begründet, dass nicht zweifelsfrei festgestellt werden konnte, ob Molts Aussage wahr oder gelogen ist und ein Betrug somit nicht nachgewiesen werden konnte. Er erklärte, dass mit den eingezahlten Geldern tatsächlich ein Investment in Mining-Anlagen getätigt werden sollte, aber die Investoren aufgrund eines Shitstorms gegen ihn abgesprungen seien.

„Es ist wirklich heftig. Ich kann eine derart milde Strafe und auch die Begründung nicht nachvollziehen. Wir hatten sämtliche Beweise, inklusive Videos, auf denen genau diese Dinge widerlegt werden und er Leute bedroht hat, vorgelegt. Trotzdem kam es zu dieser Entscheidung. Ich verstehe es nicht.

Ich selbst habe damals auch mit vielen Opfern der Bitcoin-Pension gesprochen und bei der Koordination geholfen. Ich habe Horror-Storys erlebt, von alleinerziehenden Müttern mit drei Kindern, die Molt um ihr Erspartes gebracht und in den Ruin getrieben hat. Es ist nicht fair.“

Edina Schall

Der Verurteilte selbst nahm die Verkündung seiner Haftstrafe wohl recht regungslos und mit einem zynischen Lächeln auf den Lippen hin. Die Staatsanwaltschaft hat sich im Anschluss nicht mehr zu dem Urteil geäußert.

Werden die Opfer entschädigt?

Eine weitere Sache, die Frau Schall während unseres Gesprächs merklich wütend machte, ist die Tatsache, dass über das verbliebene Geld und eine mögliche Entschädigung für Opfer im Rahmen dieses Verfahrens kein Urteil gefällt wurde. Zwar wurde die Einziehung von rund 260.000 Euro angeordnet, beschlagnahmt wurde jedoch noch nichts. Dies bedeutet wohl, dass nun alle Geschädigten selbst zivilrechtlich gegen Jörg Molt vorgehen müssen, um das verlorene Geld oder zumindest einen Teil davon wiederzuerlangen. Edina Schall erklärte, dass sie hoffe, dass auch möglichst viele Leute diesen Schritt gehen werden und die verlorene Summe nicht einfach abschreiben. Nur so, wird der Betrüger auch finanziell bestraft werden können.

Da Jörg Molt auch noch wegen Impfpass-Betruges ein weiteres Verfahren erwartet, könnte es grundsätzlich sein, dass zu seinen knapp 3 Jahren Haft noch weitere Monate oder Jahre hinzukommen. Da „er sich vermutlich niemals ändern wird“, wie Frau Schall sagte, hoffe sie, „dass er für seine Taten möglichst lange von der Gesellschaft ferngehalten wird“.


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