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Vespene Energy: Strom aus Methangas für die Umwelt

Am von Vespene Energy

Vespene Energy, ein amerikanisches Bitcoin-Unternehmen, welches sich auf die Reduzierung der Methanbelastung für die Umwelt spezialisiert hat, konnte in einer Finanzierungsrunde 4,3 Millionen US-Dollar einsammeln. Bei dem Projekt soll das Methangas aus amerikanischen Mülldeponien in Strom für das Bitcoin-Mining umgewandelt werden.

Das Konzept von Vespene Energy

Das giftige Methangas entsteht vor allem in der Landwirtschaft und auf Mülldeponien. Bei der Verbrennung des Mülls wird das Gas freigesetzt und an die Atmosphäre abgegeben. Die Vereinten Nationen erklärten, dass der Einfluss des Methans auf die Erderwärmung 84–86 Mal schlimmer sei in den nächsten 20 Jahren als die Belastung durch CO₂. Amerikanische Mülldeponien sind nach Daten von Vespene Energy für 15% des Methanausstoßes des Landes verantwortlich.

Die »saubere« Verbrennung des Gases zur Stromerzeugung könnte eine Lösung des Problems darstellen. Genau auf diesem Prinzip basiert der Ansatz von Vespene Energy. Das Unternehmen versucht auf den Mülldeponien mithilfe des Methangases Turbinen anzutreiben, welche dann den Strom für das Bitcoin-Mining zur Verfügung stellen. Vespene weist darauf hin, dass 70% der 2600 amerikanischen Mülldeponien keine Möglichkeit besitzen, das giftige Methangas anderweitig zu verwenden.

Für die kommunalen Mülldeponien ergibt sich daraus ein lukratives Nebengeschäft, denn schließlich werden die Turbinen mit überschüssigen Energiequellen betrieben. Die Betreiber der Müllanlagen hätten damit die Möglichkeit, das Methan zuerst in Strom und anschließend mit dem Bitcoin-Mining in monetäre Energie umzuwandeln, um daraus einen Unternehmensgewinn zu erzielen.

„Unser Ziel ist es, eine wichtige Quelle von Treibhausgasemissionen zu mindern und den Übergang zu einer Zukunft mit erneuerbaren Energien voranzutreiben, indem wir Bitcoin-Mining nutzen, um Methangase aus Deponien in Einnahmequellen für unsere Kunden umzuwandeln.“

Adam Wright, Mitbegründer und CEO von Vespene Energy

Das Geschäft mit gestrandeten Energiequellen

Vespene Energy ist nicht das erste Unternehmen, welches versucht überschüssige Energiequellen mithilfe des Bitcoin-Minings in monetäre Energie umzuwandeln. Auch der Ölgigant ExxonMobil gab im März dieses Jahres bekannt, sein Pilotprojekt für das Bitcoin-Mining ausbauen zu wollen. Ebenso wie Vespene Energy versucht ExxonMobil das überschüssige Methangas zu monetarisieren.

Das australische Energieunternehmen Black Mountain Energy will ebenfalls in den Mining-Sektor einsteigen. Derzeit wartet das Unternehmen noch auf eine Erlaubnis durch das australische Umweltministerium, ob das freigesetzte Methan aus Gasbohrlöchern benutzt werden darf, um Strom für das Bitcoin-Mining zu erzeugen.

Über die Nachhaltigkeit dieses Konzept lässt sich sicherlich diskutieren. Die Monetarisierung von Gasen der fossilen Energieträgern ist sicherlich kein Anreiz für diese Unternehmen, ihr Geschäft auf erneuerbare Energiequellen umzustellen. Allerdings ist die Monetarisierung von Methan dennoch die bessere Alternative als dieses komplett in die Umwelt freizusetzen und damit die Umwelt unnötig zu belasten.

Der Einfluss des Bitcoin-Minings auf den Energiesektor könnte diesen in den nächsten Jahrzehnten revolutionieren. Sollten die Pilotprojekte der Unternehmen von Erfolg sein, dürften auch weitere Energieunternehmen nachziehen. Die Umwandlung von ungenutzten Energiequellen in monetäre Energie kann sich für die Energieunternehmen als sehr lukrativ erweisen. Der Bitcoiner Marty Bent, Co-Moderator des amerikanischen TFTC-Podcasts, ist überzeugt, dass in 10–20 Jahren die größten Energielieferanten Bitcoin-Miner sein werden.

Das Pilotprojekt von Vespene Energy ist für die nächsten 4–6 Monaten angesetzt. In dieser Zeit soll das Unternehmen die ersten Turbinen und Mining-Einrichtungen auf den Mülldeponien errichten. Die ersten Testkonzepte starten in Kalifornien und sollen anschließend auf verschiedene Mülldeponien bundesweit ausgerollt werden.