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Trotz Bärenmarkt – Mining Schwierigkeit steigt um mehr als 9%

Am von Schwierigkeitsanpassung Bitcoin

Trotz des anhaltenden Bärenmarktes wurde heute Morgen die Mining-Schwierigkeit des Bitcoin-Netzwerkes um 9,26% angehoben. Obwohl der Bitcoinpreis seit Anfang des Jahres um 56% fiel, ist dies die größte Schwierigkeitsanpassung seit dem 21. Januar. Eine weitere Kapitulation der Mining-Industrie scheint damit zunächst abgewendet.

Hashrate kehrt zurück

Aufgrund der steigenden Hashrate benötigten die Miner in der letzten Schwierigkeitsperiode für einen Block im Durchschnitt 9 Minuten und 9 Sekunden und lagen damit unter den angepeilten 10 Minuten. Während die Hashrate seit Anfang Juli ziemlich konstant bei 200 Exahashes pro Sekunde (EH/) lag, konnte sich diese in der letzten Schwierigkeitsperiode erholen und lag durchschnittlich bei 221,72 EH/s. Nur knapp unter dem Höchstwert von 230 EH/s im Juni.

Die Rückkehr der Hashrate könnte ein Zeichen sein, dass die Mining-Industrie die schlimmste Bärenphase bereits überwunden hat. Die Miner als Dienstleister des Bitcoin-Netzwerkes folgen ökonomischen Regeln. Fällt der Bitcoinpreis, fällt zunächst die Gewinnmarge der Industrie. Nur noch die Unternehmen mit der effizientesten Kostenstruktur können weiterhin profitabel neue Bitcoins schürfen.

Besonders interessant war hier die Rolle der öffentlichen Miner, denn diese müssen ihre Geschäftszahlen veröffentlichen und geben damit einen besseren Einblick in die Mining-Industrie. Bei den öffentlichen nordamerikanischen Minern konnte zwar beobachtet werden, dass immer mehr von ihnen begannen einen Teil ihrer Bitcoin-Bestände zu verkaufen, allerdings musste bisher kein einziges öffentliches Mining-Unternehmen in Nordamerika seinen Betrieb einstellen.

Trotz des Bärenmarktes liegt die Hashrate fast bei seinem Allzeithoch. Quelle: Glassnode

Ausblick der Mining-Industrie

Ob die schlimmste Bärenphase für die Mining-Industrie bereits überwunden ist, dürfte auch weiterhin vom Bitcoinpreis abhängig sein. Die Volatilität des Bitcoins nahm zu Beginn des dritten Quartals ab. Dies dürfte den Mining-Unternehmen geholfen haben, ihren Geschäftsbetrieb zu stabilisieren. Zusätzlich ermöglicht die immer weiter steigende Effizienz der Hardwaregeräte sowie die Benutzung von günstigen Energiequellen den Minern auch bei niedrigen Preisen weiterhin profitabel zu operieren.

Eine länger anhaltende Kapitulation der Mining-Industrie, wie es Ende des Jahres 2018 beobachtet werden konnte, trat bisher nicht ein. Ein Grund dafür kann der bessere Kapitalzugang der Mining-Industrie sein. Während im Jahr 2018 kein einziges Mining-Unternehmen an der Börse gehandelt wurde, sind inzwischen die meisten nordamerikanischen Mining-Unternehmen an der Börse gelistet. Öffentliche Unternehmen haben grundsätzlich einen besseren Zugang zu Kapital, was vor allem in der derzeitigen Marktlage vorteilhaft für die Unternehmen ist.

Zwar lassen sich anhand der Hashrate und des Strompreises die Gewinnmargen der Miner grob kalkulieren, dennoch ist ähnlich wie beim Bitcoinpreis aufgrund der Volatilität ein kurzfristiger Ausblick schwierig. Die derzeitigen Zahlen deuten aber darauf hin, dass die Mining-Industrie den Schock des ersten Halbjahres verkraftet hat und die Hashrate schon bald wieder einen neuen Höchststand erreichen könnte.