Skip to main content

Solidaritätsaktion für El Salvador: 30$ Bitcoin-Kauf

Am von Bitcoin El Salvador

Am morgigen Dienstag ist es soweit. Bitcoin wird gesetzliches Zahlungsmittel in El Salvador. Im Zuge des Inkrafttretens des Gesetzes werden alle Bürgerinnen und Bürger des Landes einen Willkommensbonus von umgerechnet 30 US-Dollar in Form von BTC erhalten. Voraussetzung dafür ist die Verwendung der offiziellen „Chivo-App“ des Landes.

Zur Feier dieses Meilensteins in der Bitcoin-Geschichte und aus Solidarität mit den Einwohnerinnen und Einwohnern El Salvadors verabredeten sich mittlerweile zigtausende Bitcoin-Unterstützer über das Internet (allen voran via Twitter und Reddit) dazu, morgen Bitcoin im Gegenwert von 30$ zu erwerben.

Es begann mit einem Reddit-Post

Der Ursprung der Aktion ist auf einen Beitrag des Reddit-Nutzers thadiusb zurückzuführen, in dem er die offene Frage stellt:

„Also… kaufen wir am Dienstag alle für umgerechnet 30$ Bitcoin?

Ich weiß, dass ich es tun werde :)“

thadiusb bei Reddit.

In der mehr als drei Millionen Mitglieder großen r/Bitcoin Community fand der Post sehr schnell positiven Anklang. Kurz darauf stellte thadiusb fest, dass auf diese Weise (alleine durch die Gruppenmitglieder) immerhin knapp 100 Millionen Dollar zusammenkommen könnten.

3.316.862 Communitymitglieder x $30/Mitglied = $99.505.860 (Pi mal Daumen, je nachdem welche Währungen verwendet werden)“

thadiusb

In Kombination mit weiteren Communities, wie z.B. bei Twitter oder in dedizierten Bitcoin-Foren könnte die Summe sogar noch um ein großes Stück höher ausfallen.

Auch „Bitcoin-Promis“ unterstützen die Aktion

Mittlerweile machten auch einige „Bitcoin-Promis“ wie z.B. der Microstrategy-CEO Michael Saylor oder der HRF-Stratege Alex Gladstein auf die Aktion aufmerksam:

Saylor schaltete beispielsweise eine Twitter-Umfrage, in der er wissen wollte, wer von seinen Followern sich am 7. September an der Kaufaktion beteiligen werde. Schließlich werde „jede Cyberhornisse, die er kennt, 30$ in BTC kaufen“, so Saylor.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags, haben sich bereits mehr als 28.000 Personen an der Umfrage beteiligt und mehr als 85% der beteiligten stimmten mit einem „Ja“ ab.

Es könnte also in der Tat darauf hinauslaufen, dass sich viele Menschen aus allen Ländern der Erde an dieser Aktion beteiligen werden.

Weltweite Koordination

Da Bitcoin ein globales Geld und darüber hinaus an den dedizierten Kryptobörsen 24/7 handelbar ist, ist es nötig die Aktion in gewisser Weise zu koordinieren.

Einige Personen sind der Meinung, es wäre eine gute Idee, wenn alle Teilnehmer der Aktion zum selben Zeitpunkt kaufen würden. Auf diese Weise könnte ein positiver Nachfrageschock erzeugt werden, der beim vorhandenen Angebot zu einer Preissteigerung des Bitcoin-Preises führen könnte. So könnte man z.B. dem Internationalen Währungsfonds (IMF), der in letzter Zeit die Entscheidung El Salvadors stark kritisierte den „symbolischen Mittelfinger“ zeigen – so die Theorie.

Es kursiert mittlerweile ein Bild in den sozialen Medien, welches die verschiedenen Uhrzeiten für verschiedene Zeitzonen aufgelistet hat.

Eine Gute Idee?

Ob eine derartige Aktion wirklich eine gute Idee ist, kann und muss sicherlich diskutiert werden. Das ganze erinnert doch sehr an die üblichen Pump-and-Dump-Schemen und wir, das Team von Blocktrainer.de, haben durchaus Bedenken was die Sinnhaftigkeit des ganzen angeht.

Tatsächlich könnte eine derartige Aktion auch starke negative Folgen haben. Sowohl für Bitcoin, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger El Salvadors.

Zum einen werden wohl kaum alle Salvadorianer direkt früh morgens nach dem Aufstehen das eigene Bitcoin-Wallet einrichten und die Registrierung durchführen. Sollte es durch die Aktion tatsächlich zu einem Preisanstieg des Bitcoins kommen, erhielten die salvadorianischen Bürgerinnen und Bürger also später weniger Satoshi für die 30$ Gegenwert.

Da es sich um eine koordinierte Blasenbildung handelt, ist es außerdem sehr wahrscheinlich, dass der Preis hinterher wieder fällt, was dann dazu führen würde, dass die Salvadorianer nicht nur weniger BTC erhalten, sondern dieses dann auch erstmal im Wert sinkt.

Da die Skepsis bezüglich des neuen Bitcoin-Gesetzes im mittelamerikanischen Land ohnehin noch relativ hoch ist, würde dies dazu führen, dass die Bedenken wachsen und die Adoptionsrate sinken würde. Dies hätte wiederum negative Folgen für das komplette Bitcoin-Ökosystem.

Wir gehen allerdings davon aus, dass nur durch den Kaufdruck, der durch diese Aktion ausgelöst wird, keine großen Preisbewegungen erzeugt werden.
Geht man davon aus, dass sich eine Million Menschen an der Aktion beteiligen, würde dies zu einem Kaufvolumen von 30 Millionen US-Dollar führen.
Bei einer derzeitigen Marktkapitalisierung von fast einer Billion US-Dollar wären das immerhin nur 0,003%.

Nichtsdestotrotz betrachten wir die Aktion vorerst kritisch. Sollten alle Leute die morgen 30$ Bitcoin kaufen, diese langfristig halten und sich näher damit beschäftigen, was Bitcoin für positive Auswirkungen auf die Welt haben kann, dann wäre es wohl dennoch ein Erfolg.