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Projekt Sango – Zentralafrikanische Republik startet Krypto-Initiative

Am von Sango

Mittlerweile ist knapp ein ganzer Monat vergangen, seitdem die Zentralafrikanische Republik (CAF) den Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärte. Dennoch sind noch immer äußerst wenige Details zur Vision der Landesregierung bekannt, inwiefern sie die weitere Bitcoin-Adoption vorantreiben möchte und was sie sich davon verspricht. Auch das Medienecho fiel, im Vergleich zur Ankündigung von El Salvador im vergangenen Jahr, deutlich geringer aus, was vermutlich auf fehlende Informationen und Stellungnahmen zurückzuführen ist.

Nun vermeldete das – wie der Name schon vermuten lässt – in Zentralafrika gelegene Land, dass es derzeit den Start einer Krypto-Initiative vorbereitet. Im Rahmen des Projekts mit dem Namen „Sango“ soll unter anderem das erste afrikanische Investment-Zentrum gebaut werden, das von einer nationalen Regierung initiiert und vom Präsidenten unterstützt wird. Auf der eigens eingerichteten Webseite sango.org findet sich ein PDF, in welchem die geplanten Schritte geschildert sind. Sango sieht auch die Schaffung einer digitalen Nationalbank und die Entwicklung eines eigenen Wallets vor.

Die Ziele von Sango

Unternehmen und Investoren anlocken

Als erstes Ziel ist der „Bau des ersten legalen Krypto-Zentrums im Herzen Afrikas“ angegeben. Damit sollen Unternehmen, Investoren und Krypto-Enthusiasten aus aller Welt angezogen werden. Mit günstigen rechtlichen Rahmenbedingungen, wie einem E-Residency Programm, einer Staatsbürgerschaft im Anschluss an ein Investment oder der Abschaffung von Einkommens- und Unternehmenssteuern, möchte die Zentralafrikanische Republik die eigene Attraktivität als Standort für digitale Unternehmen steigern. Im Rahmen des Ende April verabschiedeten Bitcoin Gesetzes („Gesetz Nr. 22“) wurde festgelegt, dass alle Transaktionen von Kryptowährungen von der Steuer befreit sind. Da die Regierung der größte Landeigentümer in der CAF ist, wird sie den Erwerb von Land gegen Bitcoin für weltweite Interessenten erleichtern. Digitale Identitäten und digitales Besitzrecht sollen darüber hinaus von allen offiziellen staatlichen Behörden anerkannt werden.

Quelle: sango.org

Gründung einer digitalen Nationalbank

Die Regierung der Zentralafrikanischen Republik führt auch die Gründung einer digitalen Nationalbank als eines der Ziele von Sango im Dokument mit auf. Die „Banque Nationale Digitale de la Republique Centrafricaine“ (BNDRC) wäre damit die weltweit Erste ihrer Art. Genauere Angaben dazu, welche Aufgaben die Bank übernehmen und wie diese gestaltet sein soll, wurden aber noch nicht gemacht.

Die Krypto-Insel

Anschließend zeigt das Dokument einige Folien, die stark an die in El Salvador geplante „Bitcoin-City“ erinnern – nur dass anstelle der Bitcoin-Stadt eine „Krypto-Insel“ geplant wird. Gespickt mit sämtlichen Buzzwords wie Metaverse, NFTs, Tokenisierung, „powered by blockchain technology“ und gerenderten Bildern, die eine grüne, moderne und innovative Mega-City auf einer Insel zeigen, weckt die Präsentation an dieser Stelle eher ungute Gefühle bei der Betrachtung. Angesichts der Tatsache, dass es sich bei dem Binnenstaat um eines der ärmsten Länder der Welt handelt, bei dem es an simpler Infrastruktur und dem Zugang zum Internet mangelt, wirken diese Planungen ziemlich utopisch.

Die Kryptoinsel…
…wirkt wie eine Utopie. Quelle: sango.org

Entwicklung einer Wallet

Spannender und durchaus realistischer ist hingegen der „Call to Action“ zur geplanten Entwicklung einer eigenen Bitcoin-Wallet. Diese soll sich durch ein nutzerfreundliches Design und Zugang über sämtliche Plattformen und Betriebssysteme auszeichnen. Außerdem ist der Regierung wichtig, dass auch Layer-2 Lösungen wie das Lightning-Netzwerk direkt in die Wallet implementiert werden. Auch die Kompatibilität mit Point-of-Sale-Geräten muss gegeben sein, um Unternehmen die Akzeptanz von Bitcoin zu erleichtern. Durch die Integration eines ausgeklügelten Accounting-Systems soll der Regierung darüber hinaus die direkte Abfuhr der Mehrwertsteuer erleichtert werden.

Auf Hilfe angewiesen

Die Regierung ist offen für Bewerbungen von Personen oder Unternehmen, die bei der Entwicklung der Wallet-Software respektive des Gesamtkonzepts unterstützen möchten. Im Land fehlt es an Know-how, um die hehren Ziele allein umzusetzen. Es ist nur zu hoffen, dass die Zentralafrikanische Republik bei der Auswahl der Kooperations-Partner klüger agiert, als beispielsweise El Salvador. Die dortige Chivo Wallet wurde in kürzester Zeit hinter verschlossenen Türen entwickelt und enthielt zahlreiche Fehler. Es bleibt abzuwarten, ob, wann und wie die Visionen, die mit Sango geschaffen wurden, tatsächlich Realität werden. Die CAF-Regierung wäre jedenfalls gut beraten, zunächst kleine Brötchen zu backen und realistische Ziele, wie die Entwicklung einer Wallet oder die Schaffung eines geeigneten Rechtsrahmens zuerst anzugehen. Metaverse-NFT-Krypto-Inseln braucht ohnehin niemand.


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