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„Bitcoin Bonnie und Clyde“ bekennen sich schuldig am Bitfinex-Hack

Am von
bonny clyde bitcoin

Das als „Bitcoin Bonnie und Clyde“ bekannte Ehepaar, Ilya Lichtenstein und Heather Morgan, hat sich laut einer vom US-Justizministerium veröffentlichten Pressemeldung schuldig bekannt, für den Diebstahl und die Geldwäsche von Bitcoin im Wert von 4,5 Milliarden US-Dollar verantwortlich zu sein, die mit dem Bitfinex-Hack aus dem Jahr 2016 in Verbindung stehen. Dieser Hack zählt zu den größten Diebstählen in der Geschichte der Kryptowährungen.

Die Hintergründe des Hacks

Im August 2016 gelang es zu diesem Zeitpunkt unbekannten Hackern, in das System von Bitfinex, der damals größten Dollar-basierten Krypto-Börse der Welt, einzudringen. Sie initiierten mehr als 2000 nicht autorisierte Transaktionen und transferierten die gestohlenen rund 120.000 BTC auf eine eigene Wallet. Der Gesamtwert des Hacks belief sich zeitweise auf etwa 4,5 Milliarden US-Dollar, obwohl der Gegenwert zum Zeitpunkt des Hacks nur rund 70 Millionen US-Dollar betrug.

Die Rolle von Lichtenstein und Morgan

Lichtenstein und Morgan wurden im Februar 2022 verhaftet, nachdem die US-Regierung etwa 95.000 der gestohlenen Bitcoins aus Wallets beschlagnahmte, die sich unter der Kontrolle des Paares befanden. Zum Zeitpunkt der Beschlagnahme wurden die wiedererlangten Mittel auf etwa 3,6 Milliarden US-Dollar geschätzt. Seit ihrer Verhaftung hat die Regierung weitere rund 475 Millionen US-Dollar beschlagnahmt, die mit dem Hack in Verbindung stehen.

Wie aus der besagten Pressemitteilung hervorgeht, nutzte Lichtenstein „eine Reihe von fortschrittlichen Hacking-Tools und -Techniken“, um Zugang zum Bitfinex-Netzwerk zu erhalten. Er konnte so die gestohlenen Coins einfach auf seine eigene Wallet transferieren. Um seine Spuren zu verwischen, suchte er die Hilfe seiner Frau, Heather. Das Ehepaar nutzte verschiedene Geldwäsche-Methoden, wie zum Beispiel die Verwendung von fiktiven Identitäten und die Umwandlung von Bitcoin in „Privacy Coins“.

Ein untypisches Hacker-Paar

Lichtenstein und Morgan sind nicht das, was man sich unter „typischen Hackern“ vorstellt und gerade deswegen erlangte der Fall zusätzlich besondere Aufmerksamkeit. Während Lichtenstein als angesehener IT-Experte galt, war Morgan als Rapperin (unter dem Namen „Razzlekhan“) bekannt und schrieb sogar für das renommierte Forbes-Magazin. Ihre schrillen Auftritte in den sozialen Medien, insbesondere Morgans Musikvideos, machen sie in Kombination mit den nun bekannten Details zum Hack zu einer Art Sensationspaar.

Lichtenstein und Morgan. Quelle: Twitter
Morgan beim Dreh eines Rap-Videos.
Quelle: SocialGrep

Netflix plant eine Dokumentation

Nur zwei Tage nach der Verhaftung kündigte Netflix an, eine Dokumentarserie über den Bitfinex-Hack und das beschuldigte Ehepaar zu drehen. Die Serie wird von Chris Smith produziert, der für seine erfolgreichen Dokuserien „Tiger King“ und „The Greatest Party That Never Happened“ bekannt ist. Es wird erwartet, dass die Serie die gesamte Geschichte des Hacks und das verrückte Leben des New Yorker Paares beleuchtet. Wann die Pilotfolge zu sehen sein wird, ist bisher jedoch nicht näher bekannt.

Rechtliche Konsequenzen

Laut Aussagen des Justizministeriums droht Lichtenstein als dem verantwortlichen Hacker eine Haftstrafe von bis zu 20 und seiner Frau Heather für die Beihilfe bis zu zehn Jahren. Das Schuldeingeständnis könnte sich gegebenenfalls aber strafmildernd auswirken.

Lichtenstein bekannte sich der Verschwörung zur Geldwäsche schuldig, die mit einer Höchststrafe von 20 Jahren Gefängnis geahndet wird. Morgan bekannte sich in einem Fall der Geldwäscheverschwörung und in einem Fall der Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten schuldig, worauf jeweils eine Höchststrafe von fünf Jahren Gefängnis steht. Ein Bundesbezirksrichter wird das Strafmaß unter Berücksichtigung der US-Strafzumessungsrichtlinien und anderer gesetzlicher Faktoren festlegen.

US-Justizministerium

Am Ende des Falles wird es außerdem ein formelles Verfahren stattfinden, um Ansprüche für jedes beschlagnahmte und eingezogene Eigentum vorzulegen. Dies könnte bedeuten, dass, obwohl das Vermögen des Paares beschlagnahmt wurde, Dritte, die glauben, einen rechtmäßigen Anspruch darauf zu haben, die Möglichkeit haben werden, ihre Ansprüche geltend zu machen.

Fazit

Der Bitfinex-Hack und die anschließende Verhaftung von Lichtenstein und Morgan haben die Medienwelt bis über die Grenzen der Krypto-Industrie hinaus erschüttert. Ihre extravaganten Lebensstile und die Tatsache, dass sie lange Zeit trotz ihrer milliardenschweren Verbrechen in der Öffentlichkeit standen, machen ihre Geschichte umso faszinierender. Mit der geplanten Netflix-Dokumentation wird diese Geschichte sicherlich ein noch breiteres Publikum erreichen. Es bleibt abzuwarten, wie der Gerichtsprozess verlaufen wird und welche weiteren Enthüllungen noch kommen werden. Immerhin wurde lange Zeit nur vermutet, dass die beiden lediglich als Helfer engagiert wurden, um den eigentlichen Diebstahl zu verschleiern. Dass es sich nun allem Anschein nach aber tatsächlich um die Haupttäter handelt, macht die ganze Story – und damit womöglich auch die Netflix-Serie – noch ein klein wenig interessanter.


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