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Iran verabschiedet Gesetz zur Verwendung von Bitcoin und Kryptowährungen für Importe

Am von Iran Bitcoin

Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim hat die iranische Regierung ein Gesetz zur Verwendung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen als Zahlungsmittel für Importe verabschiedet. Hintergrund des Gesetzes ist die Umgehung der westlichen Sanktionen, die seit dem Jahr 2018 die Wirtschaft des Landes stark belasten.

Iran verabschiedet Gesetzesentwurf

Der Gesetzentwurf definiert die Vorschriften für Kryptowährungen neu und erlaubt die Verwendung von Bitcoin für die Importe des Landes. Die iranische Zentralbank hat dem Gesetzesentwurf ebenfalls zugestimmt. Dem Bericht zufolge können Unternehmen nun verschiedene Produkte wie z.B. Autos mit digitalen Vermögenswerten anstelle des US-Dollars importieren.

Anfang dieses Monats gab es einen ersten Testlauf für das neue Gesetz. Die Regierung gab eine Bestellung in Höhe von 10 Millionen US-Dollar auf, welche mit einer Kryptowährung abgewickelt wurde. Welche Kryptowährung die iranische Regierung dafür verwendete, ist jedoch nicht bekannt. Nachdem die Transaktion erfolgreich abgewickelt wurde, erklärte die iranische Regierung, das Angebot bis Ende September ausweiten zu wollen.

„Bis Ende September wird die Verwendung von Kryptowährungen und Smart Contracts im Außenhandel mit ausgewählten Ländern weitverbreitet sein“, erklärte Alireza Peymanpak, stellvertretender iranischer Handelsminister, der die iranische Handelsförderungsorganisation (TPO) leitet.

Bitcoin Regulierung im Iran

Der Gesetzesrahmen zur Regulierung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen änderte sich im Iran immer wieder. Im Jahr 2019 verbot zunächst die iranische Zentralbank den Handel mit Bitcoin. Allerdings besitzt der Iran zahlreiche billige Energiequellen, welche Mining-Unternehmen in das Land lockten. Das Land im Nahen Osten war zwischenzeitlich der fünftgrößte Miningstandort weltweit. Aufgrund von Problemen mit der Stromversorgung wurde das Krypto-Mining dann jedoch verboten, bevor Ende letzten Jahres das Verbot wieder aufgehoben wurde.

Dennoch war und ist das Mining Geschäft im Iran mit Unsicherheiten verbunden. Immer wieder kam es zu Razzien gegen die Miner, bei denen innerhalb von 5 Monaten mehr als 9000 „illegale“ Mining Rigs beschlagnahmt wurden. Aufgrund dieser unsicheren regulatorischen Umgebung verließen immer mehr Miner das Land. Laut dem neusten Cambridge Bericht stellt der Iran nur noch 0.12% der globalen Hashrate des Bitcoin-Netzwerks.

Ähnlich wie es in Ländern wie Russland beobachtet werden konnte, begrüßt der Iran die Bitcoin-Adoption nur, wenn es den eigenen politischen Vorstellungen dient. Die Benutzung von Kryptowährungen zur Umgehung von westlichen Sanktionen ist ein weiteres Beispiel dafür. Es bleibt abzuwarten, wie viel des Handels wirklich mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen abgewickelt wird. Der Bitcoin ist mit einer Marktkapitalisierung von 390 Milliarden US-Dollar und seiner hohen Volatilität zum jetzigen Zeitpunkt wohl nur begrenzt als Tauschmittel für den internationalen Handel verwendbar.