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Hashrate von Bitcoin erreicht ein neues Allzeithoch

Am von Bitcoin Hashrate

Trotz des anhaltenden Bärenmarktes erreichte die Rechenleistung des Bitcoin-Netzwerks laut Daten von Glassnode gestern ein Allzeithoch von 282 Terahashes pro Sekunde (TH/s). Dies bedeutet, dass die Miningrechner kumuliert ca. 282 000 000 000 000 000 000-mal innerhalb einer Sekunde einen Versuch unternehmen, um einen gültigen Block zu finden, den sie an die Blockchain anhängen können, um so mit neu geschaffenen Bitcoin für ihre Arbeit entlohnt zu werden.

Hashrate Allzeithoch trotz Bärenmarkt?

Auf den ersten Blick erscheint das Allzeithoch der Hashrate widersprüchlich, denn schließlich beziehen Miner einen Großteil ihres Gewinns aus dem Verkauf der neu geschürften Bitcoins und der Bitcoin-Preis ist seit Anfang des Jahres um ca. 50 % gefallen. Sinkt der Bitcoin-Preis, fällt damit zunächst die Gewinnmarge der Miner.

In den Bärenmärkten werden die Miner aussortiert, welche unter den fallenden Gewinnmargen nicht mehr profitabel schürfen können. Dieser Prozess wird als „Kapitulation der Mining-Industrie“ bezeichnet und konnte auch in den vergangenen Bärenmärkten beobachtet werden. In dieser Phase fällt dann die Hashrate, da die Miner beginnen, ihre Mining-Geräte abzuschalten.

Im zweiten Quartal dieses Jahres konnte zwar eine kleine Kapitulation festgestellt werden, andere Ereignisse wie das Mining-Verbot in China im letzten Jahr besaßen aber einen deutlich größeren Einfluss auf die Entwicklung der Hashrate. Das neue Allzeithoch von 282 TH/s lässt vermuten, dass sich dieser Bärenmarkt von den letzten beiden Bärenmärkten unterscheidet.

Laut Daten von Arcane Research beträgt der Anteil der Stromkosten an den Gesamtkosten 80%. Eine Erklärung für die steigende Hashrate trotz fallendem Bitcoin-Kurs könnte die häufigere Verwendung von gestrandeten und überschüssigen Energiequellen im Vergleich zu den letzten Bitcoin-Zyklen sein. Überschüssige Energiequellen sind besonders günstig, da diese keinen anderen Abnehmer besitzen. Die Miner können diese billigen Energiequellen verwenden und damit auch bei einem stark fallendem Bitcoin-Kurs weiterhin profitabel operieren.

Die Bitcoin Hashrate erreichte gestern ein neues Allzeithoch. Quelle: Glassnode

Ausblick

Das Schürfen von Bitcoin mit überschüssigen Energiequellen wird immer wichtiger für die Mining-Industrie. Die Orts- und Netzunabhängigkeit werden dafür sorgen, dass auch in Zukunft neue Standorte erschlossen werden, an denen sonst die überschüssige Energie verschwendet werden würde. Mining-Unternehmen nehmen nämlich – anders als oft behauptet- den privaten Haushalten keinen Strom weg, sondern verwerten die Energie, welche sonst wieder an die Umwelt abgegeben worden wäre.

Die steigende Hashrate im Bärenmarkt führt zu einem steigenden Konkurrenzdruck für die Mining-Unternehmen. Bei einem gleichbleibenden Bitcoin-Preis und steigender Hashrate sinken die Gewinnmargen der Miner. Dies führt dazu, dass auch die anderen Miner langfristig gezwungen werden, ihre Stromkosten weiter zu senken und ebenfalls mit überschüssigen und somit sehr kostengünstigen Energiequellen schürfen werden.

Die Zunahme der Hashrate führt zu einer kurzfristigen Steigerung der Inflationsrate von Bitcoin, weswegen in der nächsten Schwierigkeitsperiode (2016 Blöcke) eine Anpassung der „Mining Difficulty“ nach oben zu erwarten ist. Schon in der letzten Periode wurde die Schwierigkeit deshalb um 9,26% angehoben. Für die derzeitige Periode wird eine Schwierigkeitsanpassung von 3,26% angepeilt.

Sollte die Bitcoin-Hashrate auf einem so hohen Niveau verbleiben, ist auch mit einer weiteren positiven Schwierigkeitsanpassung für die kommende Periode zu rechnen. Für die Miner wird es damit noch schwieriger und kostenintensiver, einen neuen gültigen Block zu finden. Bitcoin bleibt damit der einzige Rohstoff auf der Welt, der schwieriger zu produzieren ist, je mehr Leute versuchen diesen herzustellen.