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In diesem Beitrag möchte ich eine kurze Zusammenfassung der Geschehnisse bei der WORLD.NOW geben. Im Speziellen gehe ich dabei natürlich auf die Vorträge zum Thema “Bitcoin für Unternehmen” ein und bereite die Schlüsselaspekte der Konferenz in kurzen Absätzen für euch auf. Wenn ihr die Konferenz etwas detaillierter nachverfolgen wollt, dann könnt ihr gerne einen Blick in unserem Liveticker werfen.

Inhaltsverzeichnis

Was wurde thematisiert?

Grundsätzlich war die zweitägige Online-Konferenz nicht ausschließlich dem Thema Bitcoin gewidmet. Da Microstrategy (MSTR) in erster Linie ein Softwareunternehmen ist, wurden natürlich auch deren andere Geschäftsfelder und Softwarelösungen näher beleuchtet. Neben den Themenslots “Business Intelligence”, “Hyper Intelligence”, “Cloud Intelligence” oder “Success Stories” gab es aber unter anderem einen kompletten Slot mit dem Titel “Bitcoin for Corporations”.

Diesen Slot nutzte Microstrategy am ersten Konferenztag einerseits dazu ihre eigenen Erfahrungen zur Verwendung von Bitcoin als Finanzrücklage zu teilen. Andererseits kamen an Tag zwei, Vertreter verschiedener etablierter Anbieter und Dienstleister aus dem Kryptospace zu Wort, die etwas Werbung für ihr B2B-Geschäft machen durften.

Wer war dabei?

Diese Frage sollten wir aus zwei Blickwinkeln betrachten. Einmal aus dem, welche Firmen an den Sessions teilgenommen haben, um ihr eigenes Business zu präsentieren. Aber natürlich sollten wir uns auch ansehen, welche Firmen als Gast teilgenommen haben.

Wer waren die Redner?

Neben den Gastgebern Microstrategy war unter anderem der Consulting-Gigant Deloitte vertreten. Das weltweit agierende Beratungsunternehmen war im Zuge seines Bitcoin-Engagements für MSTR tätig, weswegen sie unter anderem in die Präsentation des “Playbooks” mit integriert wurden, wie man als Unternehmen ein ähnliches Vorhaben am besten angeht.

Aus der Schnittmenge zwischen traditionellem Finanzwesen und der Bitcoin-Welt waren die Unternehmen StoneRidge Investment Partners bzw. deren Tochterfirma, die NYDIG (New York Digital Investment Group), die Investmentfirmen Fidelity Digital Assets, sowie Galaxy Digital und natürlich der bekannte Branchenriese Grayscale Investments mit dabei.

Den technischen Dienstleistungssektor bildeten die Firmen Genesis Global und Paxos ab. Genesis ist ein weltweit führender Anbieter von institutionellen Märkten für digitale Vermögenswerte und bietet eine Reihe von fortschrittlichen Tools und Dienstleistungen für anspruchsvolle Marktteilnehmer. Sie haben 2013 den ersten OTC-Bitcoin-Handelsplatz in den USA gegründet und können auf eine nachweisliche Erfolgsbilanz verweisen, in der sie für einige der weltweit größten Hedgefonds, Family Offices und Market Maker, die sich auf digitale Vermögenswerte konzentrieren, gute Ergebnisse erzielt haben.
Paxios hingegen schafft durch den Aufbau einer Infrastruktur, die die Bewegung zwischen physischen und digitalen Vermögenswerten ermöglicht, eine Zukunft, in der alle Vermögenswerte – von Geld über Rohstoffe bis hin zu Wertpapieren – digitalisiert sind und sofort und rund um die Uhr bewegt werden können.

Von den designierten Krypto-Unternehmen war mit Kraken, die älteste Börse, mit Binance die umsatzstärkste Börse, mit Coinbase die Börse mit den meisten Usern und mit Gemini die (nach eigenen Aussagen) am stärksten regulierte Börse, vertreten.

Wer waren die Gäste?

Da sich viele erhoffen, dass diese Konferenz dazu beitragen kann, dass weitere Firmen auf den Bitcoin-Zug aufspringen, sollte man auch evaluieren, ob sich andere Unternehmen überhaupt für diese interessiert haben. Es bleibt festzuhalten: Ja! Es gab sogar großes Interesse an der Veranstaltung. Michael Saylor, der CEO von MSTR verkündete via Twitter, dass insgesamt mehr als 22.000 registrierte User an der WOLRD.NOW teilnahmen, wovon mehr als 8000 Teilnehmer von mehr als 6900 Firmen dauerhaft den Bitcoin-Sessions zugeschaltet waren.

Da das Konferenz-Tool auch die Möglichkeit bot, sich mit anderen Teilnehmern zu vernetzen und die Teilnehmerliste zu durchsuchen, habe ich mir mal die Mühe gemacht etwas “durchzuscrollen”. Bitte seht es mir nach, dass ich aus Datenschutzgründen hier keine Screenshots poste, jedoch kann ich euch versichern, dass von allen großen Firmen, die Rang und Namen haben sogar mehrere Vertreter dabei waren. Google, Apple, Tesla/Space X, Siemens… die Liste ist lang. Natürlich sollte man bedenken, dass es durchaus möglich ist, dass die Firmen nicht ausschließlich wegen der Bitcoin-Sessions an der Konferenz teilgenommen haben. Da jedoch teilweise mehrere Mitarbeiter pro Konzern registriert waren, kann man zumindest vermuten, dass mehrere Themenslots abgedeckt wurden.

Highlights von Tag 1

Das absolute Highlight vom ersten Tag war definitiv das Gespräch zu den makroökonomischen Einflüssen von Bitcoin zwischen Michael Saylor und dem StoneRidge CEO Ross Stevens. Es war beeindruckend, zu sehen, wie tief die beiden Geschäftsmänner bereits in den Bitcoin-Kaninchenbau hinabgestiegen sind und es war kaum auszumachen, wer von den beiden eigentlich der “bullischere” im Hinblick auf Bitcoins zukünftige Einflüsse ist.

Wer der englischen Sprache mächtig ist, sollte sich dieses Gespräch unbedingt ansehen:

Saylor und seine Ansichten kennt man mittlerweile aus zahlreichen Interviews, Podcasts und Videos. Dass sich aber mit Ross Stevens ein ähnliches Kaliber wie Saylor derart intensiv und detailliert mit Bitcoin beschäftigt hat, war wirklich beeindruckend. Die Tatsache, dass er ein Poster des Titelblatts der Times in seinem Büro hängen hat. Genau genommen handelt es sich um das Titelblatt, welches von Satsohi Nakamoto im Bitcoin Genesis-Block erwähnt wurde.

In ihrem Dialog gingen die beiden Herren unter anderem auf die Geschichte der Zentralbanken ein, wobei mehrfach Thesen und Fakten aus dem bekannten Buch “der Bitcoin Standard” geteilt wurden. Unter anderem auf die Vorzüge von Bitcoin gegenüber Gold aber auch dem heutigen Fiat-System ging Stevens genauer ein. Einige seiner Thesen und Aussagen möchte ich euch nicht vorenthalten:

Ross Stevens…

…zum Einstieg in Bitcoin

  • “Bitcoin zu lernen, ist wie das Lernen einer neuen Sprache”
  • “Bitcoin ist nicht volatil, Fiat ist volatil”
  • “Kein Geld hält für immer, Geld ist nur ein Nutzungsgegenstand”
  • “Bitcoin ist das beste Geld, das es gibt, vielleicht das es jemals gegeben hat”
  • “Viele Leute unterschätzen die Hartnäckigkeit der Bitcoin-Community”
  • “Jeder unterschätzt Bitcoin solange, bis er selbst in den Kaninchenbau hinabgestiegen ist”

…zum Energieverbrauch

  • “Bitcoin kann isolierte Energiequellen monetarisieren”
  • “Mit steigendem Bitcoinpreis kann Bitcoin-Mining die profitabelste Möglichkeit werden, um Energie zu nutzen – grüne Energie, da diese günstig ist”

…zu einem möglichen Bitcoin-Verbot

  • “Ein BTC-Verbot in den USA würde Bitcoin nichts anhaben können. Es würde die Adoption sogar beschleunigen. Außerdem ist Bitcoin nur Code und Code ist Sprache. Und Sprache ist mit dem ersten Verfassungszusatz als Grundrecht geschützt.”

…zur Zukunft des Bitcoin

  • “Bitcoin ist wie Bambus. Bambus verbringt 5 Jahre damit, seine Wurzeln auszubilden und zu festigen, um dann innerhalb weniger Wochen steil in die Höhe zu schießen.”
  • “Ich glaube fest daran, dass der Dollar langfristig gegenüber dem Bitcoin abwertet”
  • “Das Kapitel ‘Bitcoin als Anlagewert’ nähert sich dem Ende, es folgt ‘Bitcoin als Netzwerk'”
  • “Bitcoin hat in den vergangenen Monaten stark an Risiko verloren, deswegen kommen immer mehr institutionelle und professionelle Anleger in den Markt”

Als Anhang zu dieser Sitzung haben Saylor und Stevens den Stone Ridge Aktionärsbrief 2020 veröffentlich, der eine wunderbare Zusammenfassung und Lobesrede auf Satsohi Nakamotos geniale Erfindung ist. Auch hier gilt: Wer Englisch kann, sollte den Brief unbedingt lesen! Wir stellen euch diesen hier natürlich zur Verfügung:

Was wurde sonst noch so besprochen?

Weiterhin im Fokus stand die strategische Vorgehensweise von MSTR bei ihrem initialen Bitcoin-Investment. Wie angekündigt gaben sie hier Tipps und Ratschläge was den Kaufprozess, die Verwahrung, die Regularien und die Steuerthematik betrifft.

Die für mich interessanteste Neuigkeit ging aus der Session zu den rechtlichen Aspekten hervor. Es ging um die Frage, warum MSTR sich nicht dafür entschieden hat ein Derivat wie z.B. den Grayscale Trust zu kaufen, sondern eben das zugrundeliegende Asset. Dafür gibt es tatsächlich eine sehr gute Begründung. Da Bitcoin von der amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC) nicht als sogenannte “Security” eingestuft wird, kann MSTR auch als öffentlich gehandeltes Unternehmen große Mengen davon kaufen und im Portfolio halten, ohne als ETF oder Investmentfirma zu gelten. Dies macht viele Aspekte der Regulatorik viel einfacher. Microstrategy riet deswegen anderen öffentlich gehandelten Unternehmen, die ein größeres BTC-Investment planen, dazu ebenfalls das zugrundeliegende Asset zu kaufen.

Highlights von Tag 2

Da der zweite Tag eher einer großen Werbeveranstaltung glich und nahezu alle Unternehmen die gleichen Fragen beantworten sollten, ist es relativ schwierig hier ein Highlight auszumachen. Im Grunde stellten die Gäste ihre Produkte und Services vor, die für B2B Kunden interessant sind, schilderten den Onboarding-Prozess für Neukunden und gaben einen kurzen Ausblick wo sie sich künftig hin entwickeln möchten.

Wenn ich mich dennoch auf ein Highlight festlegen müsste, würde ich den Talk zwischen NYDIG CEO Robby Gutmann und Microstrategy CFO Phong Le wählen. Gutmann war ein sehr lebendiger Redner und er gab tolle Einblicke über die Gründungsgeschichte von Stone Ridge und der NYDIG.

Klicke auf das Bild um zum Video zu gelangen

Gutmann hatte von zwei Kunden die Erlaubnis über deren Erfahrungswerte zu sprechen. Besonders interessant und unterhaltsam war dabei die Story, die er zur Marathon Patent Group mitgebracht hatte.

Diese Geschichte begann mit einem Telefonat zwischen Michael Saylor und Ross Stevens, erklärte er. Dabei ging er mit viel Humor darauf ein, dass man sich – “um Bitcoin-Twitter gerecht zu werden” – nur vorstellen solle, wie dieses Telefonat ablief:

Das Mondlicht scheint leicht auf das Poster mit der Times -Schlagzeile, die im Bitcoin Genesisblock verewigt wurde. Ross sitzt an seinem Schreibtisch und trägt ein “Number Go Up“- Tshirt. Das orangene Bitcoin-Schreibtischtelefon klingelt. Er nimmt den Hörer ab: “Hier spricht Bitcoin Ranger 1, was gibt es?” Michael Saylor am anderen Ende der Leitung: “Ranger 1, hier spricht Ranger 2. Ich habe hier einen Code orange ! Marathon… sie sind bereit… du weißt was zu tun ist!”
Ross sieht nach draußen über die Manhatten Skyline, seine breiten Schultern sind bereit all die Verantwortung zu tragen und er sagt: “Ich weiß was zu tun ist! Ich werde Bitcoin nicht enttäuschen!”


Dieses Telefonat fand laut Gutmann so (oder so ähnlich 😉 ) um ca. 21 Uhr an einem Mittwoch-Abend statt. Am nächsten Morgen um 11 Uhr gab es bereits die ersten Gespräche zwischen der NYDIG und Marathon und ca. vier Stunden nach diesem ersten Gespräch wurde bereits das erste Bitcoin-Investment über 50 Millionen Dollar getätigt.

Neben dem Informationsgehalt, den Robby Gutmanns Präsentation definitiv für die Zuhörer bereit hielt, machte ihn jedoch besonders seine lockere und witzige Art zu einem der Highlights.

Ausblick

Zu guter Letzt, möchte ich noch einen kleinen Ausblick geben, welchen Einfluss diese Konferenz auf die Zukunft des Bitcoin-Netzwerks haben könnte.

Ich möchte damit beginnen zu beschreiben, welchen Einfluss die Vorträge auf mich hatten. Zu sehen, wie Geschäftsleute, die mit Millionen und Milliarden von USD hantieren, zu Bitcoin-Fanboys mutieren und eine noch optimistischere Haltung dem BTC gegenüber an den Tag legen, als ich selbst, sattelt definitiv meinen inneren Bullen. Ich denke mit dieser Einstellung bin ich auch mit Sicherheit nicht alleine.

Wenn man sich die Teilnehmerzahlen ansieht und bemerkt, dass fast 7000! Unternehmen die Bitcoin-Sessions verfolgt haben und dort feststellen konnten, dass ein institutionelles Investment in die Kryptowährung kein Hexenwerk ist und die Möglichkeiten mittlerweile vielfältig sind, dann lässt das für mich nur einen Schluss zu: “Number go Up”, wie es so schön heißt 🙂