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Evergrande und China FUD: On-Chain Analyse

Am von Evergrande China Bitcoin

Der potenzielle Evergrande Kollaps belastete letzte Woche die Finanzmärkte sehr. Die Verbotsmeldung aus China sorgte nochmal für zusätzliche Unsicherheiten auf dem Markt. Zwischenzeitlich notierte der Bitcoin bei 39.500 US-Dollar, bevor er sich dann am Ende der Woche bei 43.000 US-Dollar einpendelte. In diesem Beitrag wollen wir uns jedoch nicht auf Preiskurven konzentrieren, sondern die Fundamentaldaten abseits des Preises genauer ansehen.

Lightning Netzwerk

Unbeeindruckt von den Meldungen aus China, wächst das Lightning Netzwerk stetig weiter. Die Kapazität des Netzwerkes beträgt (in öffentlichen Kanälen) mittlerweile 2908 Bitcoin. Das entspricht einem monatlichen Anstieg von 22%. Mit der fortschreitenden Adoption ist es nur noch eine Frage der Zeit bis das Netzwerk die Schwelle von 3000 Bitcoin überschreiten wird.

Bitcoin: Lightning Netzwerk Kapazität
Quelle: Glassnode.com

Derivatemarkt

Der letzte Abverkauf von vor drei Wochen wurde durch den Derivatemarkt ausgelöst. Viele Trader waren überschuldet und ein kleiner Abverkauf an den normalen Handelsplätzen (Spot Markt) führte zu einer Liquidierungskaskade. Dieses Mal kam es jedoch nicht dazu. Das Volumen der Future Verträge nahm zwar wieder ab, aber dafür um einiges kontrollierter. Der Rückgang der Future Verträge lässt vermuten, dass erfahrene Trader begonnen haben ihre Positionen aufgrund der makroökonomischen Unsicherheit zu schließen.

Bitcoin Future Verträge.
Quelle: Glassnode via Blockware Intelligence

Mit dem Abverkauf fielen auch die Funding Rates und sind jetzt seit ein paar Tagen im negativen Bereich. Das bedeutet entweder, dass eine größere Nachfrage auf dem Spot Markt als auf dem Future Markt besteht oder dass eine erhöhte Nachfrage nach Short-Positionen bei den Future Verträgen herrscht. Option A würde bedeuten, dass der Derivatemarkt abkühlt. Option B, dass Trader wieder vermehrt anfangen Bitcoin zu shorten.

Bitcoin Funding Rates. Quelle: Blockware Intelligence

Langfristige Hodler nehmen zu

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass große Korrekturen, wie wir sie am Ende eines Bullenmarktes sehen, sich dadurch auszeichnen, dass mehr langfristige Hodler anfangen ihre Bitcoin zu verkaufen. Aktuell sehen wir aber das genaue Gegenteil.

Die sogenannten „Hodl Waves“ sind ein Indikator, der zeigen soll, wie lange Hodler schon ihre Bitcoin halten. Glassnode teilt die Hodler dafür in verschiedene Gruppe entsprechend ihrer Haltezeit ein. Die Daten von Glassnode zeigen, dass 93% der Bitcoin in den letzten 30 Tagen nicht bewegt worden sind. Das ist ein neues Allzeithoch.

Bitcoin HODL Waves
Quelle: Glassnode.com

Auf der anderen Seite nimmt die Zahl der kurzfristigen Hodler ab. Das Angebot von Hodlern, die ihre Bitcoin weniger als fünf Monate halten, liegt mit 20% auf einem Allzeittief. Immer mehr Bitcoin wandern in die Hände der langfristigen Hodler. Wie die Grafik unten zeigt, deutet sich ein Ende des Bullenmarktes dadurch an, dass mehr Bitcoin in die Hände von neuen Markteilnehmern gelangen. Aktuell sind wir hiervon aber ebenfalls weit entfernt.

Bitcoin Angebot von kurzfrstigen Hodler.
Quelle: Twitter Checkmate

Fazit

Evergrande und das Verbot in China haben Bitcoin nicht wirklich hart getroffen. Die zugrundeliegenden On-Chain Daten zeigen keine beunruhigenden Änderungen. Das Lightning Netzwerk wächst, der Derivatemarkt wirkt sehr gesund und die Anzahl der langfristigen Hodler nimmt weiter zu. Abschließend muss an dieser Stelle jedoch ergänzt werden, dass es sich hier um Fundamentaldaten handelt. Kurzfristige Schocks wie die Nachrichten von Evergrande können natürlich immer zu Panikverkäufen führen. Die On-Chain Daten signalisieren aber noch immer eine Fortsetzung des Bullenmarktes.