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Entlastungspaket – Inflation mit Inflation bekämpfen?

Am von Entlastungspaket

Die Menschen in Deutschland leiden unter den auf breiter Front stark gestiegenen Preisen. So stark zum Teil, dass viele nicht mehr wissen, wie sie die nächsten Rechnungen oder gar Essen und Trinken überhaupt bezahlen sollen. In einer solchen Situation wird der Staat gerne um Hilfe gebeten, der sich dann als Retter in der Not inszenieren kann.

Weitere „Entlastungen“

Jetzt wurde nach den Entlastungspaketen für 30 Milliarden Euro aus dem Frühjahr ein weiteres Maßnahmenpaket der Bundesregierung über 65 Milliarden Euro beschlossen. Damit sollen die Preissteigerungen abgefedert werden. Dazu gehört unter anderem mehr Kindergeld, mehr Wohngeld, und weitere Energiekostenzuschläge. Doch woher kommt dieses Geld?

Quelle: Tagesschau

Woher kommt das Geld für die „Entlastungen“?

Das Geld für die Entlastung der Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik kommt vom deutschen Staat.

Der Staat finanziert sich primär durch Steuereinnahmen und Staatsanleihen (Schuldverschreibungen). Da das Geld aus den Steuereinnahmen nicht die Staatsausgaben deckt, muss der Staat Schulden aufnehmen. Und der größte Gläubiger hierbei ist die Europäische Zentralbank (EZB). Die EZB hält Schätzungen zufolge rund 36 % der deutschen Staatsanleihen. Und dann gibt es noch andere Zentralbanken, die deutsche Staatsanleihen halten, wie beispielsweise die Schweizerische Notenbank (SNB). Und mit welchem Geld werden Staatsanleihen durch die Zentralbanken gekauft? Richtig, mit neu gedrucktem Geld.

Im Endeffekt heißt das, dass eine immer höhere Staatsverschuldung, bei sonst gleichen Bedingungen, die Geldmenge in die Höhe treibt.

Staatsverschuldung in Deutschland in Milliarden Euro – Quelle: Statista
Geldmenge M2 im Euro-Währungsgebiet in Millionen Euro – Quelle: TRADING ECONOMICS

Laut dem deutschen Finanzminister Lindner müssen aber für das neue Entlastungspaket keine zusätzlichen Schulden aufgenommen werden. Vermutlich dann aber für andere Staatsausgaben, für die das Geld ursprünglich gedacht war, denn Ende Juni behauptete Lindner nämlich noch, dass das Geld für weitere Entlastungen fehle.

Und Steuern sind letztlich auch nur ein ineffizienter Umverteilungsmechanismus. Warum lassen wir das Geld nicht direkt bei den Bürgern, anstatt es über Steuern einzunehmen und dann durch kostspielige Prozesse wieder neu zu verteilen? Zum Beispiel würde das Weglassen der 19 % Mehrwertsteuer nahezu alle Produkte sofort deutlich billiger machen.

Probleme der Staatsverschuldung

Je verschuldeter ein Staat ist, desto abhängiger ist dieser auch von niedrigen Zinsen und der einer voranschreitenden Geldentwertung, um nicht unter der hohen Schuldenlast zu zerbrechen. Das ist auch der Grund, weshalb die EZB den Leitzins nicht so stark anheben kann wie die US-Zentralbank (Fed). Der Leitzins der Fed ist aktuell mit 2,5 % nämlich fünfmal so hoch wie der Leitzins der EZB (0,5 %). Die EZB hat weniger Spielraum für Zinsanhebungen, da einige hochverschuldete Mitgliedsstaaten (Italien und Griechenland z.B.) eine deutlich höhere Zinslast nicht tragen könnten und sonst wieder mit neu gedrucktem Geld gerettet werden müssten. Die EZB ist somit in einer Zwickmühle, da der Leitzins angehoben werden müsste, um die Inflation zu bekämpfen, aber die hohe Verschuldung der Mitgliedsstaaten einen höheren Leitzins kaum zulässt.

Bei niedrigen Zinsen werden außerdem mehr Kredite vergeben, was aufgrund der Kreditgeldschöpfung zu einer höheren Geldmenge führt.

Dass die Zinsen im Euro-Raum niedriger sind führt auch dazu, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar stark abwertet. Man kriegt nämlich bei US-Staatsanleihen mehr als drei Mal so viele Zinsen, als bei deutschen Staatsanleihen. Deshalb verkaufen Marktteilnehmer Euro und kaufen US-Dollar, um das Geld lieber in US-Staatsanleihen zu stecken. Und durch den schlechteren Wechselkurs werden wiederum Importgüter teurer, was dementsprechend ebenfalls die Konsumgüterpreisinflation antreibt.

Ursache der steigenden Preise

Darüber, inwiefern der Anstieg der Geldmenge die Konsumgüterpreisinflation treibt, streiten sich die Geister. Blocktrainer.de hat darüber auch bereits einen eigenen Artikel verfasst, in dem herausgestellt wird, dass die Geldmengenausweitung zu Unrecht in der medialen Ursachenbetrachtung meist außen vorgelassen wird.

Dass neues Geld die Konsumgüterpreisinflation treibt wird am deutlichsten wenn es direkt in den Händen von konsumfreudigen Bürgern landet. Das konnte am besten in den USA beobachtet werden, als aufgrund der Coronapandemie „stimulus checks“ an die Bürger überwiesen wurden. Für dieses Geld wurden zuvor zusätzliche Staatsanleihen herausgegeben, bei der die US-Zentralbank
(Fed) mit neu gedrucktem Geld voll zugegriffen hat. So trifft dann zusätzliches Geld auf Güter des alltäglichen Lebens und die einzig logische Konsequenz aus einer höheren Güternachfrage sind steigende Preise (bei gleichbleibendem Güterangebot).

Ist Bitcoin die Lösung?

Ja und nein. Wenn wir nicht dazu angehalten wären das Fiatgeld des Staates zu benutzen und uns für ein hartes Geld (Bitcoin) entscheiden würden, dann wären die Preise auf breiter Front rückgängig, gegeben dass der Output durch effizientere Produktionsmöglichkeiten steigen würde.

Das würde zudem eine Staatsverschuldung in dieser Form unmöglich machen, da einerseits die Schulden an Wert gewinnen würden und andererseits der Zins durch die Geldpolitik nicht künstlich niedrig gehalten werden könnte.

Der Bitcoin-Kurs schwankt zu dieser Zeit in der Adoption aber noch sehr stark. Gemessen in Gütern muss heute mehr als das 2,5-fache an Satoshis bezahlt werden als vor einem Jahr, was einer Inflationsrate von rund 150 % entspricht.

Je länger aber der Betrachtungszeitraum ist, desto besser konnte Bitcoin vor steigenden Preisen schützen. Und wenn sich Bitcoin als Geld immer weiterverbreitet wird dies auch so weitergehen und auch werden die starken Kursschwankungen dann zwangsweise abnehmen.

Außerdem würde ein plötzlicher Wechsel auf einen Bitcoin Standard die aktuell durch Schulden aufgeblasene Wirtschaft vermutlich kollabieren lassen. Das sollte sich wohl selbst der größte „Bitcoin-Maximalist“ nicht wünschen.

Fazit

Am sinnvollsten wäre es unbestreitbare Ursachen des Preisanstiegs anzusprechen, und zwar die undisziplinierte Geld- und Fiskalpolitik. Der Staat und die Zentralbanken weisen die Schuld dafür aber von sich und es ist praktisch nie der Gegenstand vom politischen Diskurs.

Da die breite Bevölkerung nicht versteht, woher das geschenkte Geld kommt und was die Opportunitätskosten sind, hört sich ein Entlastungspaket natürlich erst mal gut an und die Politiker werden gefeiert. Langfristig werden aber wieder wir Bürger das Ganze ausbaden müssen.



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