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El Salvador: Bitcoin-Bonds starten bereits im März

Am von EBB1 El Salvador

Aus einem Bericht der salvadorianischen Tageszeitung „Diario El Salvador“ geht hervor, dass die im November von Präsident Bukele angekündigten „Bitcoin-Bonds“ bereits Mitte März verfügbar sein sollen. Die in Kooperation mit dem Unternehmen Blockstream herausgegebenen Anleihen sollen primär zur Kapitalbeschaffung für den Bau der geplanten „Bitcoin City“ fungieren.

Was sind „Bitcoin-Bonds“?

Die sogenannten Bitcoin-Bonds sind Anleihen, welche zur Hälfte durch den Kauf von BTC und zur anderen Hälfte durch Investitionen in das Bitcoin-Mining und den daraus resultierenden Gewinnen besichert sind. Der Staat El Salvador will diese in Kooperation mit den Unternehmen Blockstream und Bitfinex in tokenisierter Form im Liquid-Netzwerk, einer Sidechain des Bitcoin-Netzwerks, herausgeben.

Neben einer festen Rendite von 6,5% soll es nach 5 Jahren auch eine Dividendenzahlung aus den bis dahin generierten Kursgewinnen der gehaltenen BTC geben.

Nayib Bukele und Samson Mow (Blockstream) präsentierten das Projekt im November bei der „Bitcoin Week“. Quelle: Blocktrainer.de

Dies könnte für Investorinnen und Investoren die Sache durchaus interessant machen, obgleich eine Direktinvestition in Bitcoin und salvadorianische Staatsanleihen wohl lukrativer wäre. Auch die Bitcoin-Bonds sollen nach Aussagen des Finanzministers, Alejandro Zelaya, mit einer Staatsgarantie ausgestattet sein. Die Wahrscheinlichkeit einer Zahlungsunfähigkeit des Landes schloss er dabei aus, da „alle Risiken berücksichtigt und abgedeckt wurden“, so der Minister. Die Vorteile dieser neuen Anleiheform sieht er aber insbesondere im flexiblen und unkomplizierten Zugang zu den Bonds.

Alejandor Zelaya. Quelle: Diario La Huella

„Wir werden alle Vorschriften der Finanzmärkte einhalten. Ein Unterschied besteht darin, dass die Transaktion über das Liquid-Netzwerk abgewickelt wird, so dass jeder, der bereit ist, auch nur 100 Dollar in diese Anleihen zu investieren, wahrscheinlich Zugang dazu erhält. Es ist nicht notwendig, dass der Interessent einen Börsenmakler beauftragt oder beispielsweise 10.000 Dollar sofort zur Verfügung hat.“

Alejandro Zelaya, Finanzminister El Salvador

Die erste Charge, der sogenannte El Salvador Bitcoin-Bond 1 (EBB1), soll mit einem Gesamtvolumen von einer Milliarde US-Dollar starten. Bei Erfolg sind jedoch weitere Chargen geplant.

Start bereits im März

Laut Diario El Salvador gab Alejandro Zelaya an, dass die Vorbereitungen zur Emission der ersten Anleihen bereits Mitte März abgeschlossen sein werden und diese voraussichtlich zwischen dem 15. und dem 20. März herausgegeben werden können. Damit wird El Salvador nicht nur das erste Land sein, welches den Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel gemacht hat, sondern auch das erste Land, welches Bitcoin zur Kapitalbeschaffung auf nationaler Ebene verwendet.

Viele Marktbeobachter sind jedoch skeptisch, ob das Konzept der Bitcoin-Bonds letztlich aufgeht. Für praktische Beobachtungen scheinen sich diejenigen jedoch nicht mehr lange gedulden zu müssen. Bereits in wenigen Wochen wird man sehen, wie groß die Nachfrage, nach den Bitcoin-Bonds tatsächlich ist.