Wie sich Staatsfonds und Co. Bitcoin nähern
Der Vermögensverwalter Bitwise hat mehrere Interviews mit großen Institutionen wie Staatsfonds geführt, um deren Investmentthese und Herangehensweise bei Bitcoin und Kryptowährungen zu ergründen. Dabei wurde deutlich, dass BTC eindeutig das bevorzugte Krypto-Asset ist und die institutionelle Adoption gerade erst am Anfang steht. Außerdem identifizierte Bitwise mögliche Katalysatoren für größere Allokationen sowie die noch bestehenden Hürden.
Von Tristan
Interviews mit Großinvestoren zu Bitcoin und Krypto
Bitwise, ein Krypto-fokussierter Vermögensverwalter mit eigenem Bitcoin-Spot-ETF, steht im regen Austausch mit institutionellen Investoren.
CIO Matt Hougan lässt gelegentlich durchsickern, wie optimistisch er auf Grundlage dieser Gespräche für den Sektor ist.
So ist er sich sicher, dass der kommende Bullenmarkt in erster Linie durch Finanzberater, Staatsfonds und Co. und weniger durch „Bitcoin Treasury Companies“ getrieben ist.
Das Gute an der aktuellen Situation ist: Wir wissen, wer der nächste marginale Käufer ist. Es ist der Endgegner des Investierens: institutionelles Kapital. Dabei sprechen wir über Billionen und Aberbillionen US-Dollar. Und wir sind sehr zuversichtlich, dass dieses Kapital in den Markt kommen wird. Tatsächlich treffen wir uns jeden Tag mit Finanzberatern, Kunden und Staatsfonds – und sie alle sind weiterhin an diesem Bereich interessiert. […] Ich denke, diese Investoren werden den Staffelstab übernehmen und damit loslaufen – beginnend gegen Ende dieses Jahres und mit einer Beschleunigung über mehrere Jahre danach. Ich glaube, das wird ein großartiger Bullenmarkt für Bitcoin.
Matt Hougan, Bitwise-CIO
Hougan erklärt, dass es bei Bitcoin immer relevante Player gab, die mit der Zeit von anderen abgelöst wurden.
— Blocktrainer (@blocktrainer) July 9, 2026
Die nächsten großen Käufer werden laut ihm institutionelle Investoren sein.
Und diese werden, so Hougan, einen „großartigen Bullenmarkt“ in Gang setzen. pic.twitter.com/3nMyHW5e4v
Matt Hougan und Ryan Rasmussen, Head of Research bei Bitwise, liefern nun eine neue Studie, um diesen ohnehin vorhandenen Optimismus zu untermauern.
Dafür wurden zwischen Ende März und April 2026 insgesamt 15 Interviews mit leitenden Anlageverantwortlichen von Stiftungen, Pensionsfonds, Multi-Family-Offices, börsennotierten Unternehmen, Anlageberatern sowie Staatsfonds geführt.
Bei diesen 30- bis 60-minütigen Gesprächen mit den Verantwortlichen für die Krypto-Allokation ging es in erster Linie um deren Herangehensweise rund um Bitcoin und Co.
Die befragten Institutionen, die namentlich nicht genannt werden, haben ein Anlagevermögen von Hunderten Millionen US-Dollar bis zu 100 Milliarden US-Dollar.
Voranschreitende Krypto-Allokation der Institutionen
Die Krypto-Allokation der interviewten Institutionen reichte von 0,5 bis 13 % des investierbaren Vermögens, wobei die meisten zwischen 1 und 2 % lagen.
Mehrere der Großinvestoren, die bislang noch keine Allokation vorgenommen hatten, befanden sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium ihrer Due-Diligence-Prüfung.
Spannend ist zudem, dass die interviewten Großanleger trotz des zeitweise stark gefallenen Kurses an ihrer Allokation festgehalten oder diese sogar ausgebaut haben.
Die Krypto-Märkte fielen zwischen Oktober 2025 und April 2026 um rund 50 %. Dennoch reduzierte keine der von uns befragten Institutionen während des Ausverkaufs ihre Allokation – mehrere kauften sogar nach.
Aus der Bitwise-Studie
Ein zentrales Fazit der Bitwise-Studie ist, dass die Institutionen Krypto zunehmend als wichtige Komponente ihres Portfolios betrachten und die Adoption in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter an Fahrt gewinnen wird.
Institutionelle Investoren beginnen, Krypto als wichtigen Bestandteil ihrer Portfolios zu betrachten. Die Akzeptanz schreitet schneller und nachhaltiger voran, als es die breite Öffentlichkeit wahrnimmt. Trotz aller Unsicherheiten erwarten wir, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre die Mehrheit der institutionellen Investoren Krypto-Assets halten wird.
Aus der Bitwise-Studie
Laut Bitwise ist eine Krypto-Allokation inzwischen fast schon Common Sense, während die Debatten vielmehr darauf abzielen, welche Gewichtung, Krypto-Assets oder Vehikel am besten seien.
Die Debatte innerhalb dieser Institutionen dreht sich längst nicht mehr darum, ob sie in Krypto investieren sollen, sondern darum, wie viel, über welche Anlagevehikel und in welche Krypto-Assets.
Aus der Bitwise-Studie
Bei Bitcoin herrscht Konsens
Die Studie macht allen voran deutlich, dass institutionelle Investoren in erster Linie auf Bitcoin setzen. Unter den befragten Großanlegern gab es niemanden, der nur andere Kryptowährungen hält, während BTC bei den meisten die größte Krypto-Position ausmachte.
Jede von uns befragte Institution, die Krypto-Assets hält, besitzt auch Bitcoin. Für nahezu alle war Bitcoin das erste, größte und am längsten gehaltene Krypto-Asset. Es ist das einzige Krypto-Asset, bei dem unter institutionellen Investoren durchgängig Überzeugung besteht.
Aus der Bitwise-Studie
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass manche Bitcoin als einziges Krypto-Asset halten. Andere hingegen setzen – wie bei herkömmlichen Aktienportfolios – auf einen marktkapitalisierungsbasierten Ansatz, der letztlich aber auch dazu führt, dass der Großteil der Allokation auf BTC entfällt.
Mehrere Institutionen verfolgen bei einem Korb führender Krypto-Assets einen nach Marktkapitalisierung gewichteten Ansatz, wodurch Bitcoin rund 80 % ihrer Krypto-Bestände ausmacht. Die meisten halten Bitcoin jedoch als eigenständige Position.
Aus der Bitwise-Studie
Unter dem Strich scheinen Institutionen zwischen Bitcoin und den restlichen Kryptowährungen klar zu differenzieren – und diese Assets unterschiedlichen Kategorien zuordnen.
Bitcoin ist der Vermögenswert, bei dem unter institutionellen Investoren breite Überzeugung herrscht – Ethereum und Solana sind es nicht. […] Die meisten betrachten Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel und stellen ihn häufig ausdrücklich in eine Reihe mit Gold. Ethereum, Solana und andere Krypto-Assets werden dagegen selektiv als Wetten auf Technologien in einer frühen Venture-Phase gehalten – mit klar definierten Erfolgskriterien und kürzeren Anlagehorizonten.
Aus der Bitwise-Studie
Laut der Studie sehen die institutionellen Investoren Ethereum hinsichtlich des monetären Nutzens nicht als Konkurrenten für Bitcoin, womit sie sich von manchen nativen Krypto-Investoren klar abgrenzen.
In den Interviews mit Bitwise erklärten mehrere sogar explizit, dass sie ETH und SOL verkaufen würden, wenn es keine nennenswerte Adoption für diese Assets in den kommenden Jahren geben sollte beziehungsweise sich dies nicht in steigenden Kursen widerspiegelt.
Bitcoin als „digitales Gold“
Während Bitcoin laut den Großanlegern nicht mit anderen Krypto-Assets vergleichbar sei, verwiesen einige auf das Narrativ von BTC als „digitales Gold“ und Diversifikationsinstrument. So zum Beispiel auch eine Stiftung, deren Mandat überhaupt keine Investition in BTC direkt oder über Spot-ETFs zulässt.
Selbst Institutionen, die Bitcoin nicht direkt halten dürfen, sind von seiner Rolle zur Diversifizierung eines Portfolios überzeugt. Ein großer Endowment-Fonds, dem das Halten jeglicher Spot-Rohstoffe – einschließlich Bitcoin – untersagt ist, betrachtet Bitcoin dennoch als digitales Äquivalent zu Gold und als Anker der Krypto-Assetklasse.
Aus der Bitwise-Studie
Laut der Bitwise-Studie behandeln mehrere Stiftungen Bitcoin im Portfolio so wie Gold. Eine Institution, die Bitcoin in ihrem „Gold-Bucket“ hält, sagte gegenüber Bitwise derweil sogar Folgendes:
Es könnte sein, dass wir dieses Gespräch in zehn Jahren wieder führen und Ihnen dann sagen: Wir haben Gold aufgegeben – jetzt setzen wir vollständig auf Bitcoin.
Institution gegenüber Bitwise
Ein Staatsfonds hat seine Krypto-Allokation sogar teilweise durch die Verkäufe von Fremdwährungs- und Goldreserven finanziert.
Mehrere Endowment-Fonds bauten gezielt parallel Positionen in Bitcoin und Gold auf. In einem besonders bemerkenswerten Fall finanziert ein Staatsfonds einen Teil seiner Krypto-Allokation durch den Verkauf von Devisen- und Goldreserven.
Aus der Bitwise-Studie
Aber nicht jeder interviewte institutionelle Anleger sieht Bitcoin als „digitales Gold“. Eine Organisation kategorisiert den gesamten Krypto-Sektor etwa lieber als disruptive Technologie.
Tatsächliches Bitcoin-Exposure größer als gemeldet
Bitwise erklärt in der Studie überdies, dass die Zulassung der Bitcoin-Spot-ETFs in den USA die Tore für Institutionen erst so richtig geöffnet hat. Das aber nicht nur, weil es eine einfache Möglichkeit ist, über altbekannte Strukturen in BTC zu investieren, sondern auch, weil es zur Legitimierung der Anlageklasse beigetragen hat.
Aus den Ergebnissen von Bitwise geht letztlich hervor, dass die Institutionen ihr Bitcoin- beziehungsweise Krypto-Exposure nicht nur mit Spot-ETFs, sondern auch mit Custody-Lösungen umsetzen.
Eine der namentlich nicht genannten Institutionen erklärte Bitwise, dass die 13F-Filings, durch die bei größeren Asset-Managern Wertpapierbestände – darunter Bitcoin-ETFs – zum Ende eines jeweiligen Quartals einsehbar werden, öffentliche Sichtbarkeit schaffen, die man lieber vermeiden wolle.
Demnach sind die tatsächlichen Bitcoin-Positionen der institutionellen Investoren in ihrer Gesamtheit wohl ein gutes Stück größer als das, was durch die 13F-Filings ersichtlich wird.
Da einige Institutionen gezielt über Anlagevehikel investieren, die in 13F-Meldungen nicht sichtbar werden, sollten Schätzungen zum institutionellen Krypto-Besitz auf Basis von 13F-Daten eher als Untergrenze denn als Obergrenze verstanden werden.
Aus der Bitwise-Studie
Ein Staatsfonds, mit dem Bitwise gesprochen hat, arbeitet sogar an einer eigenen Verwahrungslösung, um die Krypto-Assets gemäß den Vorgaben der Regierung direkt halten zu können.
Ein Staatsfonds baut eine inländische Verwahrinfrastruktur auf, um einer staatlichen Vorgabe nachzukommen, die eine direkte Kontrolle über die zugrunde liegenden Krypto-Assets verlangt.
Aus der Bitwise-Studie
Wie sich die Institutionen unterscheiden
Aus allen großen Kategorien institutioneller Investoren gibt es inzwischen Akteure, die in Bitcoin über ETFs investiert sind. Die Ansätze unterscheiden sich dabei mitunter deutlich, wie die Bitwise-Studie auch zeigt.
Ein großes Augenmerk der Marktbeobachter liegt vor allem auf den Staatsfonds. Mubadala Investment und das Abu Dhabi Investment Council weisen seit geraumer Zeit Bitcoin-Spot-ETF-Positionen über ihre 13F-Filings aus. Auch der Staatsfonds von Luxemburg ist seit 2025 in Bitcoin über ETFs investiert.
Die neue Bitwise-Studie lässt nun vermuten, dass bei diesen staatlichen Institutionen im Hintergrund noch mehr passiert, als auf den ersten Blick ersichtlich wird.
Denn die vom Vermögensverwalter befragten Staatsfonds, die zwischen 1 Milliarde und 100 Milliarden US-Dollar an Vermögen verwalten, befinden sich entweder in der Prüfungsphase für eine Krypto-Allokation oder sind bereits investiert – und das zum Teil auch über direkt selbst gehaltene Bestände.
Mehrere der von uns befragten Staatsfonds befanden sich in einer aktiven Due-Diligence-Prüfung für umfangreiche Krypto-Allokationen. Einige hatten bereits investiert, andere befanden sich noch in einer frühen Phase der Analyse.
Aus der Bitwise-Studie
Grundsätzlich bewegen sich Staatsfonds dabei eher langsamer als andere Investorengruppen.
Ihre Zeithorizonte sind jedoch länger als bei kleineren Krypto-Investoren. Ein Staatsfonds erklärte, dass selbst bei Unterstützung durch den Präsidenten und politischer Rückendeckung auf höchster Ebene der Aufbau der rechtlichen und regulatorischen Infrastruktur, die nötig ist, um staatliches Kapital in Krypto zu investieren, mehr als ein Jahr dauert. Andere Staatsfonds haben öffentlich Zeitpläne über mehrere Jahre genannt.
Aus der Bitwise-Studie
Das liegt zum einen daran, dass in einem Fall die eigene Zentralbank zuerst überzeugt werden muss.
Bei einem der von uns befragten Staatsfonds wurde die Krypto-Allokation von der Führung der Zentralbank des Landes genau geprüft. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem Fragen der öffentlichen Wahrnehmung – etwa wie die Position nach außen wirken würde und ob andere Staatsfonds und Zentralbanken bereits zuvor entsprechende Schritte unternommen hatten.
Aus der Bitwise-Studie
Dies kann sich als Herausforderung gestalten, wie der Staatsfonds gegenüber Bitwise erklärte.
Offen gesagt war es wirklich schwierig, unsere erste Krypto-Investition zu präsentieren und dafür Zustimmung zu bekommen.
Staatsfonds gegenüber Bitwise
Bei den Staatsfonds geht es viel um die öffentliche Wahrnehmung. Das kann in gewissen Fällen aber auch dazu führen, dass sich für eine Krypto-Allokation entschieden wird, um das Land als offen für neue Technologien zu positionieren und somit ausländisches Kapital anzuziehen.
Mehrere Staatsfonds betrachteten Krypto-Investitionen als Möglichkeit, ausländisches Kapital anzuziehen, eine nationale Krypto-Initiative zu unterstützen oder das eigene Land als Zentrum einer schnell wachsenden Branche zu positionieren. Diese Sichtweise hat eine praktische Konsequenz: Selbst wenn die Renditen enttäuschen, kann das Voranbringen solcher übergeordneten Ziele rechtfertigen, die Position weiterhin zu halten. Deshalb können Krypto-Allokationen von Staatsfonds beständiger sein, als der Markt annimmt.
Aus der Bitwise-Studie
Ein Staatsfonds beschrieb seine Allokation als eine auf mehrere Jahre angelegte Wette auf globale Anerkennung und nicht auf kurzfristige Rendite, schreibt Bitwise.
Stiftungen hingegen bewegen sich schneller und orientieren sich dabei umso mehr an ihren Peers. Dies kann zu einer Kettenreaktion führen, wenn plötzlich das Risiko besteht, abgehängt zu werden.
Sobald eine kritische Masse vergleichbarer Institutionen eine Allokation vorgenommen und öffentlich gemacht hat, verschiebt sich das Risiko von „Ich habe investiert und es ist schiefgegangen“ hin zu „Alle anderen haben investiert und ich habe die Gelegenheit verpasst“. Unsere Interviews deuten darauf hin, dass der Endowment-Bereich sich diesem Wendepunkt nähern könnte. […] Ein leitender Anlageverantwortlicher eines großen US-Endowments brachte es auf den Punkt: „Wenn vergleichbare Institutionen Krypto halten und ihr nicht, seid ihr im Verhältnis zu dem Maßstab, an dem eure Performance gemessen wird, strukturell untergewichtet.“
Aus der Bitwise-Studie
Bei Pensionsfonds wiederum stellt das Risiko für den eigenen Ruf eher eine Hürde dar. Das kann sogar so weit gehen, dass Institutionen eine geringere Rendite dafür in Kauf nehmen würden, um keine Schlagzeilen zu machen.
Vereinfacht gesagt lag die Zurückhaltung der Pensionsfonds nicht an Zweifeln an der Qualität des Investments, sondern vielmehr am externen Druck. Ein Vertreter eines öffentlichen Pensionsfonds sagte uns, es gebe Menschen, die „deutlich glücklicher wären, wenn die Performance viel mittelmäßiger wäre, wir dafür aber nicht in der Presse stehen würden“. Anders gesagt: Das Einzige, was schlimmer ist als zu verlieren, ist, mit Krypto zu gewinnen. Die öffentliche Reaktion ist ein so starker Faktor, dass einige Pensionsfonds ihren Umgang damit anpassen. Ein Team erklärte, man habe „beschlossen, nicht mehr mit der Presse zu sprechen, weil Krypto in der Öffentlichkeit so stark polarisiert“.
Aus der Bitwise-Studie
Bitwise konkludiert, dass generell zu beobachten sei, dass, wenn mehrere Personen involviert sind, eine Krypto-Allokation schwieriger durchzusetzen ist und länger braucht. Bei Institutionen, bei denen nur eine Person entscheidet – etwa Family-Offices – gehe es hingegen deutlich schneller.
Diese Erkenntnis zog sich durch unsere gesamte Studie: Wenn eine einzelne Person entscheiden kann, wird in Krypto investiert. Muss hingegen ein Ausschuss zustimmen, stockt der Prozess häufig. Karriererisiken und die öffentliche Wahrnehmung – Faktoren, die öffentlich exponierte Institutionen regelrecht lähmen können – spielen für Family-Offices in der Regel kaum eine Rolle. Und genau deshalb sind sie häufig früher dabei.
Aus der Bitwise-Studie
Die letzten Hürden für die breitere Adoption
Bitwise erklärt in der Studie, dass sich die institutionelle Krypto-Adoption noch mit Hürden konfrontiert sieht, die aber Stück für Stück abgebaut werden. So zum Beispiel das Reputationsrisiko, das letztlich aber immer geringer werden sollte, je mehr Institutionen bereits allokiert sind.
Was weitere Allokationen derzeit bremst, ist vor allem die Frage, wie sich Krypto in bestehende Anlagekategorien einordnen lässt, wie die Entscheidungsprozesse in Vorständen und Ausschüssen durchlaufen werden können und wie mit dem wahrgenommenen Reputations- beziehungsweise Schlagzeilenrisiko umzugehen ist. Diese Hürden nehmen ab, weil sich Spot-Krypto-ETFs weiter verbreiten, die Regulierung klarer wird und immer mehr vergleichbare Institutionen ihre Engagements offenlegen. Dennoch bleiben die Hindernisse beträchtlich.
Aus der Bitwise-Studie
Ein zentrales Learning aus der Studie ist, dass es wohl mehrere Institutionen gibt, die ihre Bestände ungern offenlegen und deshalb beispielsweise lieber direkt in Bitcoin investieren anstatt über ETFs.
Was die Adoption weiter vorantreiben könnte, ist laut Bitwise die regulatorische Klarheit. In den USA scheiterte zwar der CLARITY Act, der genau diese schaffen sollte, in einer Verfahrensabstimmung im Senat. Doch die US-Behörden SEC und CFTC kümmern sich jetzt ohne Kongress um klare Regeln für den Sektor. Bei Bitcoin selbst herrscht schon weitestgehend regulatorische Klarheit, wie unter anderem Robbie Mitchnick von BlackRock erklärt.
Die Institutionen, die in andere Krypto-Assets investieren, würden diese Positionen voraussichtlich in Bitcoin umschichten, wenn sich die Investmentthese von beispielsweise ETH oder SOL nicht ausspielen sollte. Dies könnte dazu führen, dass sich BTC noch umso mehr als das Krypto-Asset der Wahl bei den Institutionen herausstellt.
Wenn sich keine nennenswerte Adoption einstellt oder diese nicht zu einem Wertzuwachs der Token führt, könnten sich institutionelle Portfolios ausschließlich auf Bitcoin verengen.
Aus der Bitwise-Studie
Unter dem Strich stimmt die Bitwise-Studie sehr optimistisch für die Zukunft und rechnet auf Basis der Gespräche mit den Großanlegern damit, dass in nur wenigen Jahren die Mehrheit der institutionellen Anleger in Bitcoin und Co. investiert sein wird.
Doch wohin die Entwicklung führt, ist nicht unklar. Die Institutionen, mit denen wir gesprochen haben, zeichneten ein eindeutiges Bild: Institutionelles Kapital fließt gezielt und mit langfristigem Horizont in Krypto. Diese Entwicklung befindet sich noch in einem früheren Stadium, als es die öffentlich verfügbaren Daten vermuten lassen, und die Allokationen sind beständiger, als der Markt annimmt. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, erwarten wir, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre die Mehrheit der institutionellen Investoren Krypto halten wird.
Aus der Bitwise-Studie
Bitwise ist letztlich aber auch ein reiner Krypto-Asset-Manager, weshalb die Kunden zwangsläufig ein Interesse an dem Sektor haben dürften. Demnach ist die Studie womöglich als weniger repräsentativ einzuordnen, als wenn sie ein breit aufgestelltes Dickschiff wie BlackRock durchgeführt hätte. Ob die Teilnehmer allesamt Bitwise-Kunden waren, ist aber unklar.
Wochenrückblick #147 - Bullenmarkt-Vibes, Bitcoin-ETFs mit höchsten Zuflüssen seit dem ATH, STRC bekommt tägliche Dividenden
In dieser Folge des Wochenrückblicks bespricht Blocktrainer-Chefredakteur Tristan den Bitcoin-Ausbruch über das Mai-Hoch und den 50-Wochen-Durchschnitt, der von den höchsten Zuflüssen in die Spot-ETFs seit Oktober 2025 begleitet war. Außerdem Thema sind die bullische Bitwise-Studie zur institutionellen Krypto-Adoption, die neuen Entwicklungen hinsichtlich der Haltefrist-Abschaffung in Deutschland sowie die von Strategy geplante Umstellung der STRC-Dividenden auf täglich.
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