Der Bitcoin-Dienstleister River legt in einer neuen Analyse dar, wie der Bitcoin-Kurs dadurch steigen könnte, dass sich eine kleine Allokation in traditionellen Investmentportfolios zunehmend etabliert. Dadurch würde, so River, Kapital in Höhe von mehreren Billionen US-Dollar in BTC fließen, wodurch ein Kurs von 840.000 US-Dollar je Coin bis 2031 erreichbar wäre.

River ist ein bekannter US-amerikanischer Bitcoin-Only-Broker, der auch für sein Research rund um BTC bekannt ist. So stammen beliebte Grafiken wie die zur BTC-Verteilung von River.

Die neue Analyse befasst sich derweil mit der künftigen Kursentwicklung von BTC. Hierfür fokussiert sich River auf die Frage, wie stark der Kurs steigen könnte, wenn immer mehr Großanleger eine kleine BTC-Position aufbauen.

Bitcoin immer noch ein Randphänomen

Zunächst stellt River heraus, dass erst circa 4 % der Menschen Bitcoin halten würden, während US-amerikanische „Investment Advisors“ (Anlageberater), die insgesamt rund 146 Billionen US-Dollar verwalten, nur 0,008 % ihrer Mittel in BTC allokiert hätten.

Weiter heißt es, dass mit der Zulassung der US-Bitcoin-Spot-ETFs im Januar 2024 die ersten nennenswerten Positionen der institutionellen Investoren aufgebaut worden seien. 

Tatsächlich weisen auch schon 29 der 30 größten registrierten US-amerikanischen Anlageberater (RIAs) Bitcoin-ETF-Holdings aus.

RIAs betreuen Privatpersonen oder Unternehmen bei ihrer Geldanlage und verwalten dabei häufig auch ihr Vermögen. Sie unterliegen gesetzlichen Treuepflichten.

Unter dem Strich halten RIAs im Median bislang aber nur 0,1 % ihrer Assets in Bitcoin – Tendenz steigend.

In den Vereinigten Staaten halten mittlerweile 29 der 30 führenden registrierten Anlageberater (RIAs) Bitcoin. Der Medianwert der Allokation liegt mit 0,10 % zwar weiterhin auf einem niedrigen Niveau, steigt jedoch von Jahr zu Jahr stetig an.
River

Größere Bitcoin-Allokationen werden empfohlen

Diese Bitcoin-Allokation liegt jedoch noch deutlich unter dem, was etablierte Finanzinstitutionen eigentlich empfehlen. 

Denn während beispielsweise BlackRock in einem neuen Report eine Positionsgröße in Höhe von 1 bis 2 % nahegelegt hat, sind es bei der spanischen Bank BBVA sogar bis zu 7 %.

Potenzielle Kapitalzuflüsse in BTC

Die zentrale These von River lautet demnach, dass, wenn eine kleine, aber dennoch größere Bitcoin-Beimischung als 0,1 % die Norm werden sollte, die daraus resultierenden Kapitalzuflüsse den Bitcoin-Kurs deutlich in die Höhe treiben könnten.

Die etabliertesten Finanzinstitute haben vor Kurzem damit begonnen, ihren Kunden eine nennenswerte Bitcoin-Allokation zu empfehlen. Die weltweit größten Finanzinstitute raten den Menschen, einen Vermögenswert zu kaufen, den fast niemand besitzt und dessen Angebot sich nicht entsprechend der Nachfrage ausweiten lässt. Eine steigende Nachfrage nach einem Vermögenswert mit festem Angebot kann nur auf eine Weise ausgeglichen werden: über den Preis.
River

Hierfür stellt River eine einfache Rechnung auf:

Sollte sich in 20 bis 40 % der Portfolios eine Bitcoin-Allokation von 2 bis 4 % etablieren, würden zwischen 1,3 und 5,3 Billionen US-Dollar an Kaufnachfrage hinzukommen.

Der Anteil bezieht sich auf das weltweite Investitionsvermögen in Höhe von 333 Billionen US-Dollar. Anlageberater kontrollieren in den USA rund 40 % aller Assets.

Laut dem Modell würden diese Zuflüsse in den kommenden 3 bis 5 Jahren hinzukommen können. Dies stehe, so River, im Verhältnis zu dem, was in den vergangenen Bullenmärkten in BTC geflossen sei – gegenüber dem Zeitraum von 2022 bis 2025 entspräche dies einer Zunahme um den Faktor 1,7 bis 7,1.

Bedeutung für den Bitcoin-Kurs

Um herauszufinden, welche Implikationen diese Kapitalzuflüsse für den Bitcoin-Preis haben könnten, setzt sich River mit der Frage auseinander, wie sich zusätzliche Kaufnachfrage im Bitcoin-Preis generell widerspiegelt.

Zunächst führt River an, dass es laut Research zu den US-amerikanischen Aktienmärkten so sei, dass ein zusätzlicher US-Dollar die Marktkapitalisierung um 5 US-Dollar steigen lasse. Bei Bitcoin liege dieser Faktor historisch zwischen 3,1 und 4,5.

Für das Modell nutzt River jedoch die Annahme, dass 1 US-Dollar an Kaufnachfrage zu einer Zunahme der Bitcoin-Marktkapitalisierung um 3 US-Dollar führe.

Demnach würde der antizipierte Kapitalzufluss von 1,3 bis 5,3 Billionen US-Dollar den Gesamtwert aller BTC um 3,9 bis 15,9 Billionen US-Dollar steigen lassen. Aktuell beträgt Bitcoins Marktkapitalisierung circa 1,6 Billionen US-Dollar.

Der Bitcoin-Kurs dürfte entsprechend in den kommenden 5 Jahren auf bis zu 840.000 US-Dollar steigen. Das untere Ende der Prognose liegt bei 250.000 US-Dollar je Coin, wobei River betont, dass dafür lediglich der aktuelle Trend der institutionellen Adoption fortgesetzt werden müsse.

Bei einem Multiplikator von 3 bedeuten Zuflüsse in Höhe von 1,3 bis 5,3 Billionen US-Dollar einen Marktwert von Bitcoin von 5,5 bis 17,5 Billionen US-Dollar. Dies entspricht etwa 250.000 bis 840.000 US-Dollar pro Coin, wobei für den unteren Wert lediglich eine Fortsetzung des derzeitigen Adoptionstrends erforderlich wäre.
River

Eine realistische Prognose?

River betont selbst, dass die Finanzmärkte komplex und Prognosen entsprechend schwierig seien. Zudem lautet der Disclaimer, dass die Kapitalzuflüsse die Erwartungen selbstverständlich unter- oder übertreffen könnten.

Unter dem Strich nutzt River aber relativ konservative Annahmen. Zum Beispiel wird in der Analyse auch erklärt, dass laut einer Umfrage des Vermögensverwalters Bitwise 56 % der noch nicht in Kryptowährungen investierten Anlageberater eine Allokation planen oder in Betracht ziehen. Die in dem Modell prognostizierte Portfoliodurchdringung von 20 bis 40 % könnte theoretisch also noch nach oben angepasst werden.

Grundsätzlich deckt sich die Zukunftsaussicht von River mit der von Bitwise-CIO Matt Hougan. Dieser glaubt nämlich, dass der kommende Bullenmarkt in erster Linie von Bitcoin-Investitionen durch Anlageberater getrieben sein werde – und nicht mehr durch Unternehmen wie Strategy.

Wir wissen, wer der nächste marginale Käufer ist. Es ist der Endgegner des Investierens: institutionelles Kapital. Dabei sprechen wir über Billionen und Aberbillionen US-Dollar. Und wir sind sehr zuversichtlich, dass dieses Kapital in den Markt kommen wird. Tatsächlich treffen wir uns jeden Tag mit Anlageberatern, Kunden und Staatsfonds – und sie alle sind weiterhin an diesem Bereich interessiert. […] Ich denke, diese Investoren werden den Staffelstab übernehmen und damit loslaufen – beginnend gegen Ende dieses Jahres und mit einer Beschleunigung über mehrere Jahre danach. Ich glaube, das wird ein großartiger Bullenmarkt für Bitcoin.
Matt Hougan, Bitwise-CIO

Hougans Bitcoin-Kursziel, das er jedoch durch den Vergleich mit Gold und einem weiter wachsenden Wertspeichermarkt begründet, beträgt übrigens 1 Million US-Dollar in 10 Jahren.

Überdies ist der von River genutzte Multiplier von 3 eher als niedrig einzuordnen. Wie in der Analyse erwähnt, beträgt dieser Wert beim Aktienmarkt eher 5.

Der Bitcoin-Analyst Will Clemente behauptet derweil, dass ein Faktor von 10 konservativ sei, als er vorrechnete, wie eine 1-%-Allokation von Pensionsfonds die Bitcoin-Marktkapitalisierung um 7 Billionen US-Dollar steigen lassen könnte.

Eine „Mond-Rechnung“ für BTC:

-Gesamtvermögen der Pensionsfonds: ~70 Billionen Dollar

-1 % des Vermögens der Pensionsfonds: 700 Milliarden Dollar

-Annahme eines konservativen 10-fachen Multiplikators für den Anstieg der Marktkapitalisierung pro US-Dollar an Zufluss

-Aktuelle Marktkapitalisierung von Bitcoin: 1,5 Billionen Dollar

Schon geringfügige feste Allokationen oder Zuflüsse würden die Marktkapitalisierung in die Höhe treiben ...
Will Clemente, Bitcoin-Analyst

Letztlich wird die Zukunft zeigen müssen, wie hoch die Kaufnachfrage nach BTC tatsächlich ausfallen und wie sich das im Bitcoin-Kurs widerspiegeln wird. Eine hierbei vernachlässigte Frage ist natürlich auch die nach dem Verkaufsinteresse.

So war im Jahr 2025 beispielsweise beobachtbar, dass Langzeithalter hunderttausende BTC abgestoßen haben. Der Preis eines Assets ergibt sich letztlich immer durch die Dynamik aus Angebot und Nachfrage. 

Das bedeutet aber auch, dass, wenn von heute auf morgen keiner mehr bereit wäre, einen Bitcoin unter einem Kurs von 100.000 US-Dollar zu verkaufen, während es weiterhin preisinsensible Nachfrage gäbe, der Kurs direkt auf 100.000 US-Dollar steigen würde.

Unter dem Strich ist alles andere als zu unterschätzen, was es für den Bitcoin-Kurs bedeuten würde, wenn sich alleine schon die von BlackRock empfohlene Allokation in Höhe von 1 bis 2 % durchsetzen sollte.

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Tristan

Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

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