USA und Israel greifen Iran an – Bitcoin-Kurs bricht ein
Eskalation im Nahen Osten
Die Auseinandersetzung zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite eskaliert an diesem Wochenende. Zunächst gab es die Meldung, dass Israel den Iran mit einem „Präventivschlag“ angreift. Wenig später bestätigte Donald Trump, dass sich die USA selbst aktiv an den Kriegshandlungen beteiligen.
In einem längeren Videostatement erklärte der US-Präsident, dass das iranische Atomprogramm sowie die Entwicklung von Langstreckenraketen eine Gefahr für die USA und auch Europa darstellen würden.
Unser Ziel ist es, das amerikanische Volk zu verteidigen, indem wir unmittelbare Bedrohungen durch das iranische Regime beseitigen – eine bösartige Gruppe sehr harter, schrecklicher Menschen. […] Sie werden niemals eine Atomwaffe haben.
Donald Trump
President Donald J. Trump on the United States military combat operations in Iran: pic.twitter.com/LimJmpLkgZ
— The White House (@WhiteHouse) February 28, 2026
Trump warnte jedoch auch, dass US-Amerikaner den Gegenangriffen des Irans zum Opfer fallen könnten, dies aber im Krieg nun mal vorkomme.
Außerdem forderte er die iranischen Bürger dazu auf, die Regierung zu übernehmen, und fügte hinzu: „Das wird wahrscheinlich die einzige Chance seit Generationen sein.“
Im Iran gab es in den vergangenen Wochen großflächige Proteste gegen das Regime, bei denen viele Bürger um ihr Leben kamen. Die USA kündigten daraufhin ihre Hilfe an.
Ausmaß der Kriegshandlungen
Im Mittelpunkt der heutigen Schläge der USA und Israels stehen anscheinend das iranische Führungspersonal beziehungsweise Ministerien, militärische Infrastruktur und vor allem das Atomprogramm. Es gibt Berichte von mehreren Explosionen in der Hauptstadt Teheran sowie in weiteren Städten. Laut der iranischen, regimenahen Medienagentur Fars ereigneten sich überdies Cyberangriffe.
Medienberichten zufolge sollen bereits mehrere Kommandeure der iranischen Revolutionsgarden getötet worden sein. Auch der Staatschef des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, wurde anscheinend gezielt attackiert. Es ereigneten sich Explosionen bei seiner Residenz; er sei aber zuvor in Sicherheit gebracht worden. Wo sich Chamanei zum aktuellen Zeitpunkt aufhält, ist nicht bekannt.
Der Iran reagierte bislang mit mehreren Raketenangriffen auf Israel und einige US-Militärbasen der Golfregion. Dabei soll bereits mindestens ein Zivilist ums Leben gekommen sein. Es wird zudem damit gerechnet, dass sich die Houthis aus dem Jemen – wie angekündigt – dem Iran in der Auseinandersetzung anschließen werden.
Bitcoin fällt in Reaktion
Der Bitcoin-Kurs schwächelte gestern bereits, als sich abzeichnete, dass eine Eskalation im Nahen Osten bevorstehen könnte. Auf der Wettplattform Polymarket stieg die Wahrscheinlichkeit eines US-Angriffs auf den Iran am Freitag von 6,5 auf über 20 % an.
Auslöser dafür war Trumps Aussage gegenüber Reportern vor dem Weißen Haus, dass er den Iran eigentlich nicht attackieren wolle, man es manchmal aber tun müsse. Zeitgleich zeigte sich die Regierung des Oman, die zwischen den USA und dem Iran vermittelt, aber noch optimistisch, dass es bei den Verhandlungen zu Einigungen kommen würde.
Als die USA und Israel heute schließlich den Iran angegriffen haben, rutschte der Bitcoin-Kurs weiter ab – ein Muster, das fast ausnahmslos in unmittelbarer Reaktion auf geopolitische Unsicherheiten zu beobachten ist. Im Tief kostete ein BTC heute nur noch etwas mehr als 63.000 US-Dollar. Das Zwischentief von Dienstag dieser Woche wurde dadurch aber nicht unterschritten.
Besonders an BTC ist, dass das Asset 24/7 handelbar ist. Dies eröffnet Tradern rund um die Uhr die Möglichkeit, auf Schocksituationen zu reagieren – und das in einem höchst liquiden Markt.
Grundsätzlich zeigt sich, dass der Bitcoin-Kurs in Zeiten der Unsicherheit oft kurzfristig leidet, sich auf längere Zeiträume betrachtet dann aber meist stärker erholen kann als andere Anlageklassen. BlackRock, der größte Vermögensverwalter der Welt, machte auf dieses Muster sogar in einem Report aufmerksam.
Ein weiteres Beispiel: Als die USA am Sonntag, dem 22. Juni 2025, das Atomprogramm des Iran mit einem Luftangriff attackierten, geriet BTC ebenfalls kurzzeitig unter Abgabedruck. Anschließend stieg der Kurs aber binnen weniger Wochen auf ein neues Allzeithoch.
Wie sich die Situation dieses Mal ausspielen wird, steht letztlich aber in den Sternen. In erster Linie dürfte es davon abhängen, ob der Krieg noch weiter eskalieren beziehungsweise dieses Mal länger andauern wird. Die Gefahr dafür scheint zum aktuellen Zeitpunkt durchaus gegeben zu sein.
Für die breiteren Kapitalmärkte spielt auch die Straße von Hormuz, über die circa 20 % der weltweiten Rohöllieferungen abgewickelt werden, eine entscheidende Rolle. Sollte der Iran die Meerenge schließen, so dürfte dies in höheren Ölpreisen und möglicherweise auch steigenden Inflationsraten resultieren, was für Gegenwind an den breiteren Kapitalmärkten führen könnte.
Bitcoin befindet sich bereits seit mehreren Monaten in einem übergeordneten Abwärtstrend. Der Februar wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit einem Minus abgeschlossen, womit es der fünfte Monat in Folge mit Kursverlusten wäre. Das letzte Mal, dass Bitcoin fünf Monate hintereinander gefallen ist, war im Bärenmarkt 2018. Damals wurde der bisherige Negativrekord von sechs Monaten aufgestellt.
Mit einem Wochenabschluss im Minus, der gegeben wäre, wenn sich BTC am Wochenende nicht noch über 67.638 US-Dollar erholen sollte, würde es außerdem auch sechs rote Wochenkerzen in Folge geben – etwas, das zuletzt im Krypto-Winter 2022 passiert ist, als es am Ende sogar neun wurden.
Update zur Situation:
Inzwischen ist bestätigt, dass Khamenei doch samstagfrüh bei einer Attacke ums Leben kam. US-Präsident Donald Trump verkündete dies in einem Post auf seiner Plattform Truth Social am Samstagabend, und auch vonseiten des Irans wird es inzwischen nicht mehr abgestritten.
Obwohl sich der Krieg am Sonntag weiter fortsetzte, konnte Bitcoin schon die gesamten Kursverluste vom Samstag wieder wettmachen – womöglich, weil die Wahrscheinlichkeit, dass die Intervention der USA und Israels erfolgreich ist, zugenommen hat.