Die USA haben neue Zölle auf Goldbarren eingeführt, die ein Kilo oder 100 Feinunzen schwer sind. Diese Maßnahme könnte den globalen Goldmarkt beeinflussen und die Vorteile von Bitcoin als digitale Alternative noch deutlicher machen.

Neue Zölle auf Goldbarren

Die USA erheben Zölle auf den Import von Goldbarren, die ein Kilo oder 100 Feinunzen (3,11 kg) schwer sind. Das erklärte die Zollbehörde Customs Border Protection Agency (CBP) in einem „Ruling Letter“ vom 31. Juli. Das Schreiben, das der Financial Times vorliegt, war eine Antwort auf ein formelles Ersuchen um Klarstellung seitens einer Schweizer Raffinerie. In der Branche ging man zuvor davon aus, dass 1-Kilo- und 100-Unzen-Goldbarren von Zöllen ausgenommen sind, so wie es bei anderen Gewichtsklassen der Fall ist.

Gold wird zwischen Zentralbanken und Lagerstätten auf der ganzen Welt hin und her transportiert. Wir hätten nie gedacht, dass es von Zöllen betroffen sein würde.
Robert Gottlieb, Führungskraft bei der Großbank JPMorgan

Die Goldbarren unterliegen damit jetzt dem jeweiligen Zollsatz, den die USA für Importe aus dem bestimmten Land erheben. Die Schweiz, einer der wichtigsten Goldexporteure weltweit, wird davon hart getroffen – 39 % Zölle werden nämlich seit dem 1. August für Exporte von dort in die Vereinigten Staaten fällig. Im ersten Halbjahr exportierte die Schweiz 476 Tonnen Gold im Gegenwert von 39 Milliarden Franken in die USA. Exporte in dieser Höhe werden die Schweiz künftig mehrere Milliarden kosten.

1-Kilo-Goldbarren sind die am häufigsten gehandelte Form an der Comex, dem weltweit größten Gold-Terminmarkt, und machen den Großteil der Schweizer Goldbarrenexporte in die USA aus. Der globale Handel mit Goldbarren läuft meist so: Große Barren werden zwischen London und New York über die Schweiz transportiert, wo sie in verschiedene Größen umgeformt werden. In London verwendet man 400-Unzen-Barren, während in New York 1-Kilo-Barren bevorzugt sind.

Da der Import in anderen Barrengrößen zollfrei bleibt und der Handel mit dem Edelmetall auch über Zertifikate abgewickelt wird, dürften sich die Auswirkungen auf den Goldmarkt in Grenzen halten – auch wenn einige Goldraffinerien ihre Lieferungen in die USA schon reduziert oder eingestellt haben. Der Goldpreis zeigte sich von der Meldung unbeeindruckt. Dennoch verdeutlicht diese Entwicklung die möglichen Nachteile des globalen Handels mit Edelmetallen.

Bitcoin bleibt zollfrei

Bitcoin, oft als „digitales Gold“ bezeichnet, bietet einige Vorteile gegenüber dem Edelmetall – und die neuen Zölle auf Goldbarren verdeutlichen dies erneut.

Bitcoin lässt sich in seiner Grundform schnell und kostengünstig rund um den Globus transferieren, ohne dass die Kapitalflüsse zu stoppen sind oder an Grenzen abgefangen werden können.

Der Transport von physischem Gold ist hingegen nicht leicht zu reglementieren, sondern auch umständlich, teuer und mit Risiken verbunden – etwa dass ein Containerschiff ausgeraubt wird oder untergeht.

Simon Gerovich, CEO der japanischen „Bitcoin Treasury Company“ Metaplanet, fasste es folgendermaßen zusammen:

Gold ist schwer, langsam und politisch.
Bitcoin ist leicht, schnell und frei.
Simon Gerovich, CEO von Metaplanet

Auch Michael Saylor äußerte sich heute bei Bloomberg zu der Causa. Dabei betonte der Gründer des größten Firmenhalters von Bitcoin, dass es keine Zölle im Cyberspace gibt und Bitcoin dadurch für mehr institutionelle Investoren an Attraktivität gewinnen könnte.

Gold war immer schon zu schwer, zu langsam und du kannst es nicht wirklich über das Meer verschiffen und wenn du es tust, fallen jetzt Zölle an. Ich denke es erinnert jeden daran, dass die digitale Version von Gold besser als physisches Gold ist. Und ich denke, dass es eine neue Welle der institutionellen Adoption von Bitcoin antreiben wird.
Michael Saylor, Gründer von Strategy

Theoretisch könnten auch Zölle auf Kapitalflüsse via Bitcoin erhoben werden, doch dies wäre kaum durchsetzbar und würde das betreffende Land wahrscheinlich lächerlich machen. 

Das Ziel der Trump-Administration ist zudem, die USA zur „Krypto-Hauptstadt“ und „Bitcoin-Supermacht“ der Welt zu machen. Der US-Präsident möchte im Rahmen dessen die Nutzung von BTC und Co. erleichtern – etwa durch eine Aussetzung von Kapitalertragssteuern bei kleinen Transaktionen.

Nachtrag: Doch keine Zölle auf Goldimporte

Wie US-Präsident Donald Trump inzwischen klarstellte, erheben die USA doch keine Zölle auf Goldimporte. „Gold wird nicht mit Zöllen belegt“ schrieb Trump in einem Post auf seiner Plattform Truth Social am 11. August.

Tristan

Über den Autor: Tristan

Tristan ist der Chefredakteur bei Blocktrainer.de. Als studierter Volkswirt sammelte er auch außerhalb des Bitcoin-Space journalistische Erfahrungen. Seit 2020 beschäftigt sich Tristan aktiv mit Bitcoin, in den Jahren zuvor schon mit libertärer Wirtschaftstheorie.

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