US-Behörden im Konflikt über Verwaltung der Bitcoin-Reserve
Die Errichtung der strategischen Bitcoin-Reserve der USA sieht sich mit weiteren Hürden konfrontiert. Laut einem aktuellen Bloomberg-Bericht konkurrieren Behörden um die Zuständigkeit, nachdem kürzlich noch von großen Fortschritten die Rede war.
Im März 2025 unterzeichnete US-Präsident Donald Trump das Dekret zur Errichtung der strategischen Bitcoin-Reserve sowie eines separaten Bestands für andere Kryptowährungen („Digital Asset Stockpile“).
Seither wartet die Bitcoin-Community auf weitere Informationen. Es ist bislang nicht einmal bekannt, wie viele BTC die USA wirklich besitzen, während die Coins offenbar immer noch nicht in einer richtigen Reserve gehalten werden.
Das Dekret erlaubte zudem die budgetneutrale Akkumulation von Bitcoin, doch wie sich später herausstellte, brauche es dafür wohl die Genehmigung des Kongresses, wie Patrick Witt, der Exekutivdirektor des „Presidential Council of Advisers on Digital Assets“, im Februar dieses Jahres erklärte.
Zur gesetzlichen Verankerung der Bitcoin-Reserve und um Käufe zu ermöglichen, existieren schon mehrere Gesetzentwürfe, wie beispielsweise der ARMA Act.
Auf der Bitcoin-Konferenz im April kündigte Witt schließlich eine große Mitteilung zur Bitcoin-Reserve für die „nächsten Wochen“ an. Laut ihm sei ein Durchbruch erzielt worden. Doch bis heute wurden diese „guten Nachrichten“ noch nicht verkündet.
Aus dem Kontext ging hervor, dass es sich um Fortschritte hinsichtlich der Zusammenführung der Coins beziehungsweise der Verwahrung handeln sollte. Doch genau hier scheint es jetzt Konflikte zu geben.
Konkrete Umsetzung wirft Fragen auf
Am Montag dieser Woche berichtete Bloomberg, dass das von Donald Trump angestoßene Vorhaben derzeit erschwert werde, weil Behörden um die Zuständigkeit konkurrieren würden.
Laut den Quellen von Bloomberg gebe es Bedenken, ob das Finanzministerium überhaupt die Autorität habe, die Reserve zu verwalten, wie es Trumps Dekret vorgesehen hatte.
Eine Möglichkeit wäre, die Zuständigkeit dem US-Handelsministerium zu übertragen, so die namentlich nicht genannten Insider.
Zudem stelle sich die Frage, ob Bitcoin wegen der Volatilität wirklich für immer gehalten werden könne, wie es das Dekret vorsieht.
Bitcoin-Reserve weiterhin auf der Agenda
In dem Bloomberg-Artikel heißt es aber auch: „Derzeit arbeiten mehrere Stellen der Regierung gemeinsam an der Ausarbeitung eines Plans, um die rechtliche Durchführbarkeit der strategischen Bitcoin-Reserve sicherzustellen.“
So bestätigte es auch Liz Huston, Pressesprecherin des Weißen Hauses, in einer Erklärung am Montag:
Um die Vision des Präsidenten umzusetzen, prüft die Trump-Regierung weiterhin, wie eine strategische Bitcoin-Reserve und eine US-amerikanische Reserve an digitalen Vermögenswerten am besten strukturiert werden sollten.
Liz Huston, Pressesprecherin des Weißen Hauses
Auch das US-Justizministerium betonte in einer Erklärung, dass das „Office of Legal Counsel“ eng mit dem Finanz- und dem Handelsministerium zusammenarbeiten würde, um die rechtlich verfügbaren Optionen zur Umsetzung der Politik des Präsidenten zur Errichtung einer strategischen Bitcoin-Reserve zu ermitteln.
Das heißt, dass, obwohl offenbar noch zentrale Fragen geklärt werden müssen, weiterhin das Ziel sei, die Reserve Realität werden zu lassen.
Wie Finanzminister Scott Bessent bei einer Anhörung Anfang Juni unterstrich, handelt es sich auch um Neuland für die Behörden.
Nach den neuesten Entwicklungen ist aber jetzt fraglich, ob die von Patrick Witt angekündigte große Mitteilung wirklich noch in absehbarer Zeit folgen wird.
Laut Arkham Intelligence kontrollieren die USA rund 328.000 BTC, wobei noch unklar ist, wie viele Coins davon wirklich in eine Reserve überführt werden können, da möglicherweise noch Dritte Ansprüche geltend machen können.