US-Arbeitsministerium ebnet den Weg für Bitcoin und Krypto in 401(k)-Plänen
Bitcoin und Krypto in 401(k)-Plänen
Vor mehr als einem halben Jahr unterzeichnete US-Präsident Donald Trump eine vielbeachtete Executive Order, durch die alternative Anlageklassen wie Kryptowährungen, Private Equity und Immobilien Einzug in 401(k)-Pläne erhalten sollen. Zur Begründung der Maßnahme hieß es wie folgt:
Meine Regierung wird die regulatorischen Belastungen und das Prozessrisiko verringern, die amerikanische Arbeitnehmer daran hindern, mit ihren Rentenkonten die für einen würdigen und komfortablen Ruhestand erforderlichen wettbewerbsfähigen Renditen und Vermögensdiversifizierung zu erzielen.
Aus dem Dekret
Grundsätzlich gibt es schon geförderte Rentenpläne, über die Sparer steuerbegünstigt in Bitcoin und Co. investieren können. Das Dekret zielt jedoch darauf ab, die noch vorhandenen Hürden endgültig aus dem Weg zu räumen, sodass ein entsprechendes Angebot verstärkt Einzug erhalten kann.
Ein 401(k) ist ein privates Altersvorsorgekonto, das von rund 90 Millionen US-amerikanischen Arbeitnehmern genutzt wird, um einen Teil ihres Bruttoeinkommens steuerbegünstigt am Kapitalmarkt für die eigene Rente anzulegen. Steuern auf die Investitionsgewinne fallen dabei erst bei der Entnahme an. Oft bieten Arbeitgeber zusätzlich eine „Matching Contribution“ an, bei der sie einen Teil der Einzahlungen der Angestellten bezuschussen. Insgesamt befinden sich inzwischen mehr als 10 Billionen US-Dollar in 401(k)-Plänen.
Nach diesem Dekret drängten verschiedene Politiker darauf, dass es endlich zur Umsetzung kommt. Der neue Regelungsvorschlag des US-Arbeitsministeriums ist nun ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Implementation, wie sogar US-Finanzminister Scott Bessent in der offiziellen Pressemitteilung betont.
Das Finanzministerium ist stolz auf diese Regulierungsinitiative, die eine weitere Anstrengung zur Einleitung von Präsident Trumps Goldenem Zeitalter darstellt. Dieser Regelungsvorschlag ist ein erster Schritt zur sicheren und sinnvollen Umsetzung des Dekrets des Präsidenten, durch das Millionen von Amerikanern Zugang zu weiteren Optionen für Altersvorsorgepläne erhalten, wobei gleichzeitig der Bedeutung des Schutzes von Altersvorsorgevermögen Rechnung getragen wird. Das Finanzministerium ist dem Arbeitsministerium für die Zusammenarbeit dankbar und freut sich auf die weitere Kooperation im Rahmen des fortlaufenden Regelungsprozesses.
Scott Bessent in der Pressemitteilung
Anstrengungen des US-Arbeitsministeriums
In dem Vorschlag selbst erklärt das US-Arbeitsministerium, dass 401(k)-Pläne schon immer die Möglichkeit hatten, alternative Anlagen aufzunehmen, aber dass es quasi nie tatsächlich getan wurde. Die Behörde möchte durch ihren Regelungsvorschlag jetzt Prozess- und Klagerisiken senken, die Innovationen und breitere Investmentangebote noch bremsen würden.
Die derzeitigen Vorschriften halten die Rentenpläne praktisch davon ab, alternative Anlagen aufzunehmen, da diese als treuhänderisches Risiko eingestuft werden, und sich die Fondsmanager potenziellen Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt sehen könnten.
Der Vorschlag legt dar, wie Fondsmanager bei der Prüfung dieser Anlagen ihren treuhänderischen Pflichten nachkommen können – und bietet ihnen damit einen klareren rechtlichen Schutz. Die Behörde widmet sich in dem Verordnungsentwurf den nötigen Schritten, die Verwalter von 401(k)-Plänen unternehmen sollten, wenn sie alternative Anlagen inkludieren wollen.
Konkret werden sechs Faktoren genannt, die bei der Auswahl alternativer Anlagen „objektiv, gründlich und analytisch“ geprüft werden müssen. Diese sechs Faktoren sind Wertentwicklung, Gebühren, Liquidität, Bewertung, Vergleichsindizes und Komplexität.
Unser Ziel ist es, das Versprechen von Präsident Trump auf ein neues goldenes Zeitalter einzulösen, indem wir ein Rentensystem fördern, das es mehr Amerikanern ermöglicht, in Würde in den Ruhestand zu gehen. Dieser Regelungsvorschlag wird aufzeigen, wie Vorsorgepläne Produkte berücksichtigen können, die die heutige Investitionslandschaft besser widerspiegeln. Diese größere Vielfalt wird Innovationen vorantreiben und einen großen Gewinn für amerikanische Arbeitnehmer, Rentner und ihre Familien bedeuten.
US-Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer in der Pressemitteilung
Das Arbeitsministerium wird eine 60-tägige Frist für Stellungnahmen zu der Vorschrift einräumen, bevor über die endgültige Verabschiedung entschieden wird.
Die Bedeutung des Vorhabens
Noch ist unklar, ob der Regelungsvorschlag so tatsächlich auch angenommen wird. Grundsätzlich ist die Annahme, dass eine breitere Öffnung von 401(k)-Plänen für Bitcoin und Co. nur begrenzte Effekte haben wird.
Es befinden sich zwar mehr als 10 Billionen US-Dollar in den staatlich begünstigten Altersvorsorgedepots, doch breitere Optionen für Bitcoin-Exposure bedeuten nicht, dass Sparer auch im großen Stil darauf zugreifen werden.
Jaret Seiberg von der Investmentbank TD Cowen rechnet damit, dass es noch einige Jahre dauern könnte, bis nennenswerte Effekte beobachtbar sein werden.
Unter dem Strich gibt es wenige Gründe, die dagegen sprechen, Sparern ein breiteres Angebot zur Verfügung zu stellen.
Notorische Kritiker wie Senatorin Elizabeth Warren sehen die neueste Bemühung aber dennoch als Anzeichen dafür, dass angeschlagene Anlageklassen nun bei den normalen Bürgern „abgeladen“ werden sollen.
Angesichts der Risse im privaten Kreditmarkt, der auf ein 16-Jahres-Tief gesunkenen Renditen von Private-Equity-Fonds und des anhaltenden Absturzes der Kryptowährungen hat Präsident Trump beschlossen, dass es nun an der Zeit ist, all diese riskanten Anlagen in die 401(k)-Rentenpläne der Amerikaner zu stecken.
Elizabeth Warren in einem Statement
As cracks emerge in private credit, private equity returns fall to 16-year lows, and crypto keeps tumbling, Trump has decided now is the time to stick these risky assets into Americans’ 401(k)s.
— Elizabeth Warren (@SenWarren) March 30, 2026
Another day, another Trump policy putting Wall Street first – and workers last.
Was Warren und andere Kritiker aber übersehen, ist, dass Trumps Dekret, auf dem der Regelungsvorschlag aufbaut, im August vergangenen Jahres bereits unterzeichnet wurde, als Bitcoin weit über 100.000 US-Dollar notierte.