Übernahme von Superplanet: Metaplanet erschließt US-Märkte mit Investition in Höhe von 2.100 Bitcoin
Metaplanet, der drittgrößte börsennotierte Bitcoin-Halter, möchte mit einer neuen Übernahme die US-amerikanischen Kapitalmärkte erschließen. Dafür sollen 2.100 der insgesamt 43.000 Bitcoin investiert werden. Ein Ziel sei, über das Unternehmen Superplanet Vorzugsaktien zu emittieren, um weitere BTC zu kaufen – etwas, das in Japan nur schwer umsetzbar ist.
Von Tristan
Superplanet zum Aufbau einer grenzüberschreitenden Strategie
Metaplanet hat heute bekannt gegeben, die an der Nasdaq gelistete Aktiengesellschaft Super League Enterprise (Ticker: SLE) übernehmen zu wollen. Für 2.100 Bitcoin sowie 2,5 Millionen US-Dollar soll eine Mehrheitsbeteiligung erworben werden.
Anschließend soll das US-amerikanische Gaming-Unternehmen in Superplanet umbenannt werden. Für den Abschluss des Deals, der noch von der Zustimmung der SLE-Aktionäre abhängt, wird das vierte Quartal dieses Jahres angepeilt.
Metaplanet übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung an Super League Enterprise (Nasdaq: SLE). Nach Abschluss der Transaktion wird das Unternehmen in Superplanet umbenannt – unsere US-amerikanische Bitcoin-Treasury-Plattform, die mit 2.100 BTC aus unserem eigenen Bitcoin-Bestand ausgestattet und in unseren Konzern integriert wird.
Simon Gerovich, Metaplanet-CEO
Die 2.100 Bitcoin würden somit Teil der konsolidierten Gruppenbilanz bleiben.
Über den Zusammenschluss sollen der US-amerikanische und der japanische Kapitalmarkt verbunden werden, um die Bitcoin-Akkumulationsstrategie weiter auszubauen, erklärt Gerovich weiter.
Superplanet nimmt in Amerika Kapital auf. Metaplanet nimmt in Japan Kapital auf. Beide speisen eine einzige Bitcoin-Position, die die Unternehmensgruppe nie verlässt. Wenn Superplanet Kapital aufnimmt, ohne Stammaktien auszugeben, steigt die Ratio Bitcoin pro Aktie dort und gleichzeitig auch bei Metaplanet. Zwei Märkte, zwei Währungen, zwei Anlegerkreise, eine Bilanz, die sich gegenseitig verstärkt.
Die Plattform öffnet Türen in beide Richtungen. Superplanet kann im US-amerikanischen Bitcoin-Treasury-Sektor Akquisitionen tätigen, die einer japanischen Muttergesellschaft nicht offenstehen. Und mit der Zeit könnte unser Wertpapierbereich – vorbehaltlich der geltenden Gesetze und Vorschriften – Superplanet-Wertpapiere für Anleger in Japan verfügbar machen.
Simon Gerovich, Metaplanet-CEO
Since April, a small team inside Metaplanet has been working on something we could not talk about. Today it is public.
— Simon Gerovich (@gerovich) August 18, 2026
Metaplanet is taking a controlling stake in Super League Enterprise (Nasdaq: SLE). At closing it will be renamed Superplanet, our U.S. Bitcoin treasury… pic.twitter.com/70vjsjrwUN
Turbo für die Ausgabe von Vorzugsaktien?
Metaplanet hat Ende 2025 angekündigt, Vorzugsaktien emittieren zu wollen. Mit MERCURY konnten bereits rund 150 Millionen US-Dollar eingesammelt werden, doch die Vorzugsaktie mit Umwandlungsoption in die Stammaktie wurde nur an institutionelle Investoren verkauft und ist nicht an der japanischen Börse handelbar.
Eigentlich wollte Metaplanet auch noch MARS lancieren – eine Art Äquivalent zu STRC von Strategy. Doch an den japanischen Kapitalmärkten gestaltete sich dies bislang schwierig. Dort sind nämlich erst 6 Vorzugsaktien notiert, von denen keine eine unendliche Laufzeit hat.
Gerovich erklärte in einem Post von Mai dieses Jahres zudem, dass Dividenden in Japan eigentlich aus operativen Gewinnen finanziert werden müssen und im Regelfall nur ein- oder zweimal pro Jahr ausgeschüttet werden.
MARS hingegen sollte, so wie STRC von Strategy oder SATA von Strive, keinen Ablaufzeitpunkt haben und hochfrequent Dividenden ausschütten. Bei STRC und SATA werden die Ausschüttungen durch die Ausgabe von Stammaktien oder Bitcoin-Verkäufe finanziert – nicht durch operative Cashflows.
Als absehbar wurde, dass sich dies alles in Japan schwierig gestaltet, schlug Strive-CEO Matt Cole bereits vor, Metaplanet könnte eine US-amerikanische „Bitcoin Treasury Company“ übernehmen, um Vorzugsaktien in den USA herauszubringen. Hierbei brachte er das gescheiterte Unternehmen Nakamoto als Übernahmekandidaten ins Spiel.
Mit Superplanet scheint Metaplanet jetzt tatsächlich diesen Schritt zu gehen. Inwiefern das dem Unternehmen helfen kann, die Bitcoin-Strategie wieder ins Rollen zu bekommen, muss die Zukunft zeigen.
Konkrete Informationen zu potenziell über Superplanet folgenden Vorzugsaktien gibt es bisher nicht.
Metaplanet kaufte im ersten Quartal dieses Jahres 5.075 BTC, gefolgt von 2.823 BTC in Q2. Die Aktie des Unternehmens handelt derweil rund 90 % unter dem Allzeithoch, während die Marktkapitalisierung unter dem Wert der Nettobilanz liegt.
Die Vorteile der japanischen Märkte mit denen des US-amerikanischen zu verbinden, könnte eine vielversprechende Strategie sein. Kürzlich gab Metaplanet auch bekannt, eine eigene Plattform für BTC-besicherte Kredite an den Start gebracht zu haben.
Metaplanet hat laut der offiziellen Website derzeit nur rund 650 Millionen US-Dollar an Schulden und Vorzugsaktien ausstehend. Dem gegenüber steht die Bitcoin-Bilanz im Wert von 2,8 Milliarden US-Dollar, was durchaus weiteren Raum für den Aufbau von Hebel schafft.
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