Trumps Aktiengesellschaft hat keine Bitcoin verkauft, sondern den Bestand vergrößert
TMTG, die Aktiengesellschaft hinter Donald Trumps Kurznachrichtendienst Truth Social, hat ihren Bitcoin-Bestand auf 14.139 BTC vergrößert. Zuvor wurde wegen On-Chain-Bewegungen mehrmals fälschlicherweise über Verkäufe spekuliert.
Von Tristan
Kauf zum Allzeithoch und Spekulationen über Verkäufe
Trump Media & Technology Group (TMTG) gab im Juli 2025 bekannt, rund 2 Milliarden US-Dollar in Bitcoin und BTC-bezogene Wertpapiere investiert zu haben.
Später stellte sich heraus, dass sich auf der Bilanz genau 11.542 BTC befanden, für die insgesamt 1,37 Milliarden US-Dollar ausgegeben worden waren. Dies impliziert einen Kaufkurs von über 118.500 US-Dollar je BTC, also nahe dem Bitcoin-Allzeithoch.
Welche BTC-bezogenen Wertpapiere mit den restlichen rund 630 Millionen US-Dollar gekauft wurden, wurde nie offengelegt.
Daraufhin gab es auf den von Arkham Intelligence identifizierten Adressen mehrere Bewegungen:
Ende 2025 wurden 2.000 BTC an einen Dienstleister geschickt. Bei den darauffolgenden Quartalszahlen stellte sich dann aber heraus, dass TMTG diese Coins als Sicherheit hinterlegt hat. Und da diese verpfändet wurden, mussten sie ausgebucht werden.
Obwohl diese Coins also nicht verkauft wurden, zeigte die Bilanz nur noch 9.542 BTC.
Danach gab es zwei weitere Transaktionen an den Dienstleister Crypto.com: 2.650 BTC im Mai und 2.628 BTC Anfang dieses Monats.
Beide Male stellte jedoch ein Sprecher von TMTG gegenüber Krypto-Medien klar, dass es sich bei diesen Transfers nicht um Verkäufe gehandelt habe.
Dies hielt zahlreiche Krypto-Influencer aber nicht davon ab, zu behaupten, TMTG hätte schon über 7.281 BTC im Verlust verkauft.
Für einen Einblick in die Bilanz mussten sich die Marktteilnehmer aber noch bis zum Montag dieser Woche gedulden, an dem die Zahlen für Q2 2026 gemeldet wurden.
Aus diesen ging nun nicht nur hervor, dass keine BTC verkauft wurden, sondern auch, dass es sogar eine Vergrößerung der BTC-Bilanz gab.
TMTG hält jetzt 14.139 BTC
Dem 10-Q-Filing für Q2 2026 ist zu entnehmen, dass sich zum 30. Juni 9.477 BTC auf der „richtigen Bilanz“ befanden.
Das ist etwas weniger als zuvor – da waren es 9.542 BTC –, doch die Anzahl der verpfändeten BTC stieg von 2.000 auf 2.077 BTC, was diesen Unterschied erklären kann.
Unter dem Strich hielt TMTG zum Ende des zweiten Quartals also 11.554 BTC und damit etwas mehr als die ursprünglich gekauften 11.542 BTC.
Der Zuwachs dürfte wohl auf die Erträge der BTC-Optionsstrategie zurückzuführen sein.
Doch damit nicht genug. Aus dem 10-Q-Filing geht außerdem hervor, dass nach dem 30. Juni noch die BTC-bezogenen Wertpapiere für knapp 160 Millionen US-Dollar verkauft wurden, um mit den Erlösen „richtige BTC“ zu kaufen.
Der Bestand belief sich dadurch zum 31. Juli auf insgesamt 14.139 BTC, was darauf schließen lässt, dass 2.585 BTC (aktueller Gegenwert circa 165 Millionen US-Dollar) hinzugekauft wurden.
Da hier aber lediglich nicht weiter spezifizierte Wertpapiere mit Bitcoin-Bezug in Bitcoin umgeschichtet wurden, ist die Aussage, TMTG hätte den Dip gekauft, unangebracht.
Vielmehr widerlegen die Zahlen aber die weitverbreitete Annahme, dass die Aktiengesellschaft, die sich zu circa 40 % im Besitz des US-Präsidenten befindet, die Bitcoin mit großem Verlust wieder verkauft hätte.
Trump hat seine Anteile für die Präsidentschaft an einen von seinem Sohn Donald Trump Jr. verwalteten Trust übertragen und ist selbstverständlich nicht ins Tagesgeschäft involviert.
TMTG verfolgt also trotz Bärenmarkt weiterhin die Bitcoin-Strategie. Bei dem Krypto-Engagement sieht das etwas anders aus. Ende vergangener Woche berichtete Axios exklusiv, dass der Plan, eine „Treasury Company“ für den Token von Crypto.com (CRO) zu lancieren, verworfen wurde.
Möglicherweise werden künftig auch noch die rund 40 Millionen US-Dollar, die TMTG im CRO-Token hält, in BTC umgeschichtet.
Blocktrainer bei Google bevorzugt anzeigen
Lege blocktrainer.de in deinem Google-Konto als bevorzugte Quelle fest - dann erscheinen unsere Artikel in den Google-Nachrichten weiter oben. Freiwillig und jederzeit widerrufbar.
Als bevorzugte Quelle festlegen