Trump begnadigt Binance-Gründer Changpeng „CZ“ Zhao
In ihrem Bestreben, die Kryptowährungsbranche zu bestrafen, verfolgte die Biden-Regierung Herrn Zhao, obwohl keine Betrugsvorwürfe vorlagen und keine Opfer identifiziert werden konnten.
Karoline Leavitt, Pressesprecherin des Weißen Hauses
CZ reagierte auf die Begnadigung, indem er sich in einem Post auf der Plattform 𝕏 bei Trump bedankte und es als ein Bekenntnis der USA zur Freiheit und Gerechtigkeit bezeichnete.
Ich bin zutiefst dankbar für die heutige Begnadigung und für Präsident Trump, der Amerikas Bekenntnis zu Fairness, Innovation und Gerechtigkeit aufrechterhält.
Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um Amerika zur Hauptstadt der Kryptowährungen zu machen und Web3 weltweit voranzubringen.
CZ auf 𝕏
Deeply grateful for today’s pardon and to President Trump for upholding America’s commitment to fairness, innovation, and justice.
— CZ 🔶 BNB (@cz_binance) October 23, 2025
🙏🙏🙏🙏
Will do everything we can to help make America the Capital of Crypto and advance web3 worldwide.
(Still in flight, more posts to come.)…
Wenig später wurde Trump bei einer Pressekonferenz auf die Begnadigung angesprochen. Dabei betonte der US-Präsident, dass „viele gute Leute“ dies gefordert hätten und sich CZ aus deren Sicht nichts zuschulden kommen lassen habe. „Ich glaube nicht, dass ich ihn jemals getroffen habe“, so Trump zu seiner persönlichen Beziehung mit dem Binance-Gründer.
NOW - Trump says he doesn't know "the crypto person" and pardoned Binance founder "at the request of a lot of very good people," tells reporter "you don't know much about crypto, you know nothing about, you know nothing about nothing, you're fake news." pic.twitter.com/pEZezZhfUf
— Disclose.tv (@disclosetv) October 23, 2025
Begnadigung bahnte sich seit Monaten an
Bereits am 12. Oktober erschien ein exklusiver Bericht der Washington Post, in dem es hieß, im Weißen Haus seien die Diskussionen über eine Begnadigung CZs intensiviert worden. CZ bestätigte in einem Podcast im Mai dieses Jahr, dass er einen Antrag darauf gestellt habe, dass Trump seinen Schuldspruch aufhebt.
Ende 2023 hatte das US-Justizministerium CZ unter anderem wegen Verstößen gegen das US-Geldwäschegesetz („Bank Secrecy Act“) angeklagt. CZ bekannte sich schuldig und Binance einigte sich mit dem US-Justizministerium auf eine Strafzahlung von 4,3 Milliarden US-Dollar. CZ wurde im April 2024 zu vier Monaten Haft verurteilt, nachdem er selbst 50 Millionen US-Dollar zahlen musste.
Mit der jetzt erfolgten Begnadigung könnte CZ wieder zur Krypto-Börse Binance, von der er immer noch der größte Anteilseigner ist, zurückkehren. Die Begnadigung eröffnet Binance womöglich einen Weg, um in den USA tätig zu werden. Die dreijährige Aufsicht des US-Justizministeriums über Binance, die Bestandteil der Verurteilung war, könnte vorzeitig enden.
Laut dem Wall Street Journal (WSJ) bliebe die Überwachung durch das Finanzministerium jedoch voraussichtlich bestehen, es sei denn, Präsident Trump oder der Finanzminister genehmigen zusätzlich deren Aufhebung. Binance setzt sich derzeit aktiv dafür ein, da das Unternehmen nach eigenen Angaben durch die rechtlichen Probleme Marktanteile an Konkurrenten verloren hat.
Binance und Trumps Krypto-Geschäfte
Binance hat das Krypto-Projekt der Trump-Familie, World Liberty Financial (WLFI), und dessen Stablecoin USD1 maßgeblich unterstützt. Das Unternehmen verhalf WLFI in diesem Frühjahr zu seinem ersten großen Durchbruch, als es eine Investition in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar von einem externen Investor in USD1 akzeptierte. Diese 2 Milliarden US-Dollar an USD1 bringen WLFI jährlich eine zweistellige Millionensumme ein.
Binance hat auch Anreize für den Handel mit USD1 auf den eigenen Plattformen geschaffen. Laut dem WSJ generierte WLFI im vergangenen Jahr mehr Einnahmen als die Immobiliengeschäfte der Trump-Familie jemals jährlich eingebracht haben.
Im März dieses Jahres gab es überdies einen WSJ-Bericht darüber, dass die Trump-Familie überlege, sich an der US-amerikanischen Sparte von Binance zu beteiligen. Dies schürte schon damals Spekulationen, Trump könne CZ im Rahmen eines Business-Deals begnadigen. Das Krypto-Engagement des Präsidenten und seiner Familie sieht sich aufgrund potenzieller Interessenskonflikte großer Kritik ausgesetzt.