Texas beruft Bitcoin-Beirat: Nächster Schritt für die staatliche Bitcoin-Reserve
Texas treibt seine Bitcoin-Strategie weiter voran. Nachdem der Bundesstaat bereits die gesetzliche Grundlage für eine eigene strategische Reserve geschaffen und daraufhin in Bitcoin-Spot-ETFs investiert hat, wurden nun die Mitglieder des beratenden Ausschusses ernannt. Das Gremium soll künftig bei Fragen rund um Verwaltung, Verwahrung und Risikomanagement der BTC-Reserve unterstützen.
Texas besetzt den Beirat der strategischen Bitcoin-Reserve
Der amtierende texanische Comptroller (sozusagen der oberste Finanzverwalter) Kelly Hancock hat offiziell die Mitglieder des neuen „Texas Strategic Bitcoin Reserve Advisory Committee“ bekannt gegeben. Das fünfköpfige Gremium wurde aufbauend auf Senate Bill 21 geschaffen und soll die Verwaltung der eigenen Bitcoin-Reserve begleiten.
Laut der Mitteilung des Comptroller-Büros besteht die Aufgabe des Ausschusses darin, Empfehlungen zur Bewertung der gehaltenen digitalen Vermögenswerte sowie zu Richtlinien für Risikomanagement, Digital-Asset-Management und Verwahrung auszuarbeiten.
Kelly Hancock erklärte dazu, dass die texanische Legislative seinem Büro die Verantwortung für die Verwaltung der Reserve übertragen habe und diese mit Transparenz, Sicherheit sowie soliden finanziellen Kontrollmechanismen umgesetzt werden müsse.
Die Legislative hat dem Amt des Comptroller eine klare Verantwortung übertragen, die Texas Strategic Bitcoin Reserve zu verwalten, und diese Arbeit muss mit Transparenz, Sicherheit und starken finanziellen Kontrollen erfolgen. Dieses Beratungskomitee bringt genau die Art von Fachwissen zusammen, die nötig ist, um den Staat dabei zu unterstützen, diese Vorgabe sorgfältig, verantwortungsbewusst und im besten Interesse der Steuerzahler in Texas umzusetzen.
Kelly Hancock, oberster Finanzverwalter in Texas
Wer sitzt im Bitcoin-Beirat?
Neben Hancock selbst wurden vier weitere Mitglieder berufen, die bereits über Erfahrung im Bereich Investments und digitaler Vermögenswerte wie Bitcoin verfügen.
- Laurie Dotter: Investment-, Finanz- und Governance-Expertin und Vorsitzende des Investment Advisory Board des Employees Retirement System of Texas.
- Jamie McAvity: Gründer und CEO von Cormint Data Systems, einem texanischen Bitcoin-Miner.
- Carla Reyes: Rechtsprofessorin an der Southern Methodist University mit Fokus auf digitale Assets und Mitglied im CFTC Innovation Advisory Committee.
- Gary A. Vecchiarelli, CPA: Präsident und CFO des Mining-Unternehmens CleanSpark, mit Erfahrung im Aufbau von CleanSparks Digital-Asset-Management-Programm.
Die Zusammensetzung verbindet Expertise aus öffentlicher Vermögensverwaltung, Bitcoin-Mining, Digital-Asset-Recht und börsennotierter Bitcoin-Strategien sowie Mining-Infrastruktur.
Die praktische Umsetzung der Reserve
Mit der Berufung des Beirats geht Texas den nächsten konkreten Schritt bei der Umsetzung der eigenen Bitcoin-Reserve.
Bereits im vergangenen Jahr wurde mit Senate Bill 21 die gesetzliche Grundlage für die „Texas Strategic Bitcoin Reserve“ geschaffen. Das Gesetz ermöglicht dem Bundesstaat, Bitcoin als strategische Reserve zu halten, und sieht zugleich vor, dass die Verwaltung durch den Comptroller erfolgt und von einem beratenden Ausschuss begleitet wird.
Die Reserve soll dabei als eigenständiger Fonds außerhalb der regulären Staatskasse geführt werden. Neben staatlichen Mitteln können auch Erträge, Schenkungen, Airdrops oder andere Zuflüsse der Reserve zugutekommen.
Im November letzten Jahres gab Lee Bratcher, Präsident des „Texas Blockchain Council“, bekannt, dass der Bundesstaat bereits für 5 Millionen US-Dollar in den Bitcoin-ETF IBIT investiert hat:
Herzlichen Glückwunsch an Finanzverwalter Kelly Hancock und das engagierte Investmentteam des texanischen Finanzministeriums, das diesen Markt genau beobachtet hat. Texas wird Bitcoin eventuell selbst verwahren, aber während der Ausschreibungsprozess läuft, wurde diese erste Allokation mit BlackRocks IBIT-ETF vorgenommen.
Lee Bratcher, Texas Blockchain Council
Schon damals war geplant, künftig auf „echte Bitcoin“ zu wechseln. In der neuen Pressemitteilung heißt es dazu nun, dass derzeit ein entsprechender Dienstleister für die Zusammenarbeit zur Verwahrung gesucht werde.
Das Büro des Finanzverwalters hat zudem eine Ausschreibung veröffentlicht, um ein qualifiziertes Unternehmen für die Erbringung von Verwahrungs- und Liquiditätsdienstleistungen für die strategische Bitcoin-Reserve von Texas zu finden. Das ausgewählte Unternehmen wird die Bitcoin- und Kryptowährungsbestände des Bundesstaates sicher erwerben, verwahren, verwalten und darüber Bericht erstatten und dabei Sicherheit auf institutionellem Niveau, eine Schlüsselverwaltung für Kryptowährungen sowie operative Kontrollen gewährleisten.
Aus der Pressemitteilung
Texas positioniert sich als Bitcoin-Staat
Texas gilt bereits seit Jahren als einer der bitcoinfreundlichsten Bundesstaaten der USA. Der Staat beherbergt einen bedeutenden Teil der nordamerikanischen Mining-Industrie und verfolgt zunehmend politische Maßnahmen, die Bitcoin stärker in wirtschaftliche und staatliche Strukturen integrieren sollen.
Die staatliche strategische Bitcoin-Reserve ist dabei Teil einer breiteren Entwicklung. In der Gesetzesbegründung wird Bitcoin sogar ausdrücklich als möglicher Schutz gegen Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit bezeichnet. Gleichzeitig soll die Reserve langfristig zur finanziellen Stabilität des Bundesstaates beitragen.
Während zahlreiche US-Bundesstaaten ähnliche Initiativen diskutierten, gehört Texas inzwischen mit New Hampshire und Arizona zu den wenigen Bundesstaaten, die eine solche Reserve tatsächlich auch möglich gemacht haben.
Von der politischen Forderung zur institutionellen Infrastruktur
Die Ernennung des „Texas Strategic Bitcoin Reserve Advisory Committee“ mag auf den ersten Blick nur wie ein formaler Verwaltungsschritt wirken. Tatsächlich zeigt sie aber, dass der US-Bundesstaat die Idee einer staatlichen Bitcoin-Reserve zunehmend institutionell organisiert.
Während die anderen Bundesstaaten noch zögern, entstehen in Texas nun wirklich konkrete Verwaltungsstrukturen für Verwahrung, Risikomanagement und Berichterstattung.
Genau an diesen Punkten dürfte sich langfristig entscheiden, ob staatliche Bitcoin-Reserven lediglich einen symbolischen Charakter behalten oder sich als ernstzunehmender Bestandteil öffentlicher Finanzstrategien etablieren können.
Mit der Besetzung des Beratungsgremiums macht Texas jedenfalls deutlich, dass die strategische Bitcoin-Reserve fokussiert angegangen wird – und womöglich bald auch BTC selbst anstelle von BlackRocks IBIT gehalten werden.